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02.04.2009

Bis(s) zum Abwinken [Review]

Eigentlich wollte ich dieses Review ja überschreiben mit: "Bis(s) zum Erbrechen", weil ich mir ziemlich sicher war, dass ich mit dem Buch von Stephenie Meyer (Ja, Stephenie mit drei "e") ziemlich wenig würde anfangen können.

Ich meine schließlich ist es ein Mädchenbuch und Mädchen sind dooof. Grundsätzlich.

Aber was macht man nicht alles, wenn man nichts anderes zu lesen dabei hat und das Buch außerdem von ihr (ihr erinnert euch an sie, die ich nach neun Jahren wiedergesehen habe?) bekommen hat?

Und es tut tatsächlich weh ständig was von "perfekten", "engelsgleichen" Gesichtern und Stimmen lesen zu müssen, ganz zu schweigen von Sätzen wie:

"Während dieses letzten Satzes strahlten seine Augen mit einzigartiger Kraft, und der Klang seiner Stimme war ein einziger, knisternder Lockruf."
Mit hat's nicht nur einmal die Zehennägel hochgedreht...

Aber seltsamerweise funktioniert der Rest des Buches gerade deshalb nur um so besser. Die Dialoge sind unterhaltsam, gefühlvoll und glaubwürdig. Gerade weil beim Rest immer wieder zu dick aufgetragen wird und man man sich immer bewusst bleibt, dass man hier ein Buch vor sich hat, in dem eine Geschichte erzählt wird.

Wer sich mit Fanfiction auskennt, wird den Stil wiedererkennen. Literarischer Anspruch: Null. Spaßfaktor: Bis zum Anschlag.

Also bei mir jedenfalls hat's funktioniert. Aber für mich funktionieren auch Fanfictions. Ich könnte jetzt zwar an ein paar Kleinigkeiten rumnörgeln, aber es wäre nicht mehr als eben das: ein Rumnörgeln an Kleinigkeiten.
Eine Sache sei mir vielleicht doch gestattet anzumerken: Die dramatische Wendung am Schluss des Buches war nett, aber unnötig. Man weiß ja, wie es ausgeht (schließlich gibt es noch mehr Bücher in der Reihe) und nur für etwas Spannung ein neues Fass aufzumachen, wo man zuvor schon mit der ganzen Romantik genug zu tun hatte, muss nicht sein.

Ich weiß nicht, ob ich jetzt gleich Band zwei lesen muss, aber meine Verlobte hat es voll erwischt: Durchlesene Nächte bis(s) zur Erschöpfung, noch ein schneller Besuch im Kino, um den Film zu sehen und eine Sammelbestellung bei Amazon, um die restlichen Bände auch noch zu haben. Und, und, und...

"Twilight" ist ihr neuer Harry Potter.

Ach so. Ich hab noch gar nichts darüber geschrieben, worum es in dem Buch überhaupt geht, aber ich glaub das muss ich auch gar nicht. Man kann das von verschiedenen Seiten sehen. Als Vampir-Geschichte oder als die Romanze eines tollpatschigen Mädchens mit einem Drogenabhängigen, der HIV hat.

Deutlich wird auch der Wunsch Bellas zu einem Vampir zu werden und der Wunsch Edwards, dass sie ein Mensch bleibt.
Warum er so sehr dagegen ist, dass auch sie eine Unsterbliche wird, ist mir allerdings nicht so ganz klar. Wahrscheinlich weil sich die meisten Männer fürchten, dass eine Frau genau so schön und stark und schlau sein könnte wie sie selbst.

Aber da kann ich nur T. Leary zitieren:
"Den Frauen, die so sein wollen wie Männer, mangelt es an Ehrgeiz"

25.02.2009

Bones of the Dragon / Bones of the Caterpillar

Ich hab echt ein Problem.

Schlechte Bücher deprimieren mich. Noch dazu, wenn es schlechte Bücher von guten Schreibern sind.

Sie deprimieren mich so sehr, dass ich nicht mehr an mich halten kann und zum Rundumschlag aushole gegen schlechte Bücher, schlechtes Leben und das Schlechte an sich.

Ihr merkt schon: Ich bin immer noch nicht raus aus meiner depressiven Phase.

Fassen wir zusammen: Ich bin 29, hab das erste große Ziel meines Lebens (ein Buch zu veröffentlichen) am 15. Februar erreicht, stecke also mitten im post-natalen Tief, hab mich bei der Gelegenheit auch gleich verlobt und schließe aus dem komkludentem Handeln meines Arbeitgebers, dass mein Arbeitsvertrag nicht wie darauf angegeben Ende Februar ausläuft sondern ich auch weiterhin als Werbetexter meine Brötchen verdiene.

Läuft also alles, aber rationale Argumente hin oder her, wohl fühle ich mich nicht in meiner Haut. Wenn ich eine abgenutzte Metapher bemühen dürfte, dann würde ich sagen, dass es mit geht wie einer Raupe, die ahnt, dass sie sich bald verpuppen wird. Sie ist fett, träge und hat keine Ahnung ob sie das Zeug dazu hat ein Schmetterling zu werden oder auch nur ihr Raupendasein aufzugeben.

Bah! Abgeschmacktes Zeug! Knabenmorgenblütenträume! Und wer hat Schuld? Hickman und Weis natürlich. Genauer gesagt deren neues Buch "Bones of the Dragon: Dragonships of Vindras
"

Das fängt auch einfach, gut und simpel an wie eine Raupe. Man nehme einen jungen Wikinger-Typen, Marke "Held", ein paar Oger, die einen wertvollen Gegenstand klauen, einen verräterrischen Chefoberboss und einen Krieg der Götter, der für die Seite der Guten nicht gut ausgeht, mixe Drachenschiffe dazu, die ihren Namen alle Ehre machen und man hat eigentlich den Auftakt zu einer "Such-die-magischen-Gegenstände-zusammen"-Serie, die Spaß macht.

Eigentlich.

Aber Hickman und Weis versauen es. Das Buch ist eine Mogelpackung. Es ist noch nicht mal ein richtiges Buch. Es ist eine überlange Leseprobe. Und noch nicht mal eine besonders gute.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es ist gut geschrieben, keine Frage, aber die Story ist eine einzige Nasweisführung der Leser. Zumindest geht es mir so. Die ersten hunder Seiten oder so sind noch alles in Ordnung. Man freut sich auf blutige Kämpfe, Magie, Drachen, Seefahrt und die ein oder andere Göttererscheinung, aber dann kippt das ganze plötzlich und man findet sich in einer Schmierentragödie voller Lügen, Intrigen und Ränkespielereien wieder.

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn mit den Erwartungen des Lesers gespielt wird, aber die Hauptfiguren werden so oft von einem neuen Licht beleuchtet, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, was nun eigentlich Sache ist. Fast schon systematisch werden dem Leser nach und nach seine Identifikationsfiguren entrissen, bis nur noch distanziertes Misstrauen zurückbleibt.

Das gilt auch geographisch. Wenn der Weg des Helden auf der Karte eine klare Linie ergibt, dann hat man meist auch eine gute Geschichte (stimmt wahrscheinlich nicht, klingt aber gut). Hier hat man zwar keine Karte, aber wenn man eine hätte, dann wäre sie voller Zickzacklinien, die kurz vor dem eigentlichen Ziel umkehren.

Und dann die Götter. Götter sind auch nur Menschen, und sie mal eins draufkriegen zu lassen ist legitim, aber durch die Art, wie die Menschen mit ihnen im Buch interagieren, werden sie viel zu schnell vermenschlicht. Man nimmt sie als Leser einfach nicht ernst. Man könnte sagen, dass die Fallhöhe fehlt, um aus ihrer Geschichte eine Tragödie zu machen. Und ohne Tragödie bleibt nicht viel.

Es gibt nur eine Stelle in dem Buch, die mich positiv überrascht hat: Die in der Skylan, der neue Chef der Chefs der Vindrasi auf seinem Drachenboot sitzt, das ihn durch den Nebel einem unbekannten Ziel entgegenträgt. In Gestalt seiner Frau erscheint ein Rachegeist, der ihn Nacht für Nacht zwingt mit ihm das Brettspiel "Dragonbones" zu spielen. Unheimlich...

Das hat was von der Kraft der Geschichten von E. A. Poe. Passt zwar überhaupt nicht zum Rest vom Buch, aber es hat zumindest was...

So und was mache ich unverpuppte Raupe nach dieser vernichtenden, einsichtsvollen Kritik? Jedenfalls nicht den nächsten Band lesen.
Mich bemühen bessere Geschichten zu schreiben. Wie Alice on Speed

Ach ja: apropros Kritik: Albert Knorr sucht Testleser für seinen Thriller.
Ich hab mich daran versucht, aber mir hat's schon nach dem ersten Absatz schon gereicht. Das ist einfach nicht mein Stil. Ganz und gar überhaupt nicht.
Was aber nicht heißen soll, dass ich die Testleseaktion an sich schlecht finden würde.

05.01.2009

Druss – die Legende [Review]

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von David Gemmell – Deutsch von Irmhild Seeland

Ich habe mich lange um das Buch herumgedrückt, aus Angst enttäuscht zu werden, denn an „Legend“ von Gemmell kommt so leicht nichts ran, noch nicht einmal Gemmell selbst. Außerdem ist der Krieger mit dem Schwert auf dem Cover reichlich deplatziert, aber was will man machen…

Das Buch fängt mit einem „Zur Sache“ an und lässt konsequent alles aus, was langweilig werden könnte.

Rowena, die Frau von Druss, dem Holzfäller wird von Sklavenhändlern geraubt, kaum dass man sie als Leser kennen gelernt hat und Druss schnappt sich die Dämonenaxt seines Großvaters, um sie sich zurückzuholen. Begleitet und angewiesen vom erfahrenen Krieger Shadak, dessen Sohn von den Schurken (ja, es ist eines von den Büchern, in dem es Schurken gibt) umgebracht worden ist. Von ihm lernt er, dass ein Krieger einem Kodex folgen muss, um nicht zu einem Monster zu werden. Und weil Druss weiß, was aus seinem Großvater geworden ist, macht er das auch.

Es dauert Jahre, bis Druss Rowena schließlich findet, aber sie ist nicht mehr die selbe. Um sie vor ihren prophetischen Visionen zu retten wurden ihre Erinnerungen ausgelöscht und sie liebt inzwischen einen anderen Mann. Einen General, gegen den Druss antreten muss.

Der plot an sich ist so lala, je nachdem ob man auf etwas realistischere Fantasy steht, oder ob am Ende gleich immer die Welt gerettet sein muss und die Figuren sind nicht übel – neben Druss und Rowena vor allem noch der Dichter Sieben, der aus Druss erst eine Legende macht. Aber warum man das Buch gelesen haben muss ist einen kleinen Trick zu erleben, mit dem Gemmell aus dem ganzen mehr macht als irgendeine Geschichte mit einem Axtschwinger. Vor allem Sieben, aber auch andere führen uns immer wieder vor Augen, wie die Geschichte von Druss aussehen würde, wenn sie Fiktion wäre und macht sie damit zu mehr als Fiktion. In einer Fiktion auf die Fiktion hinzuweisen ist ein gewagtes Spiel, aber Gemmell hat ein Händchen dafür.

Und aus dem Grund fallen auch kleinere Schwächen nicht ins Gewicht, sondern lassen sich eher zum Charakter des Buches rechnen.

„Legend“ ist zwar noch eine Ecke besser, aber wenn man sich an schlechter Lektüre den Magen verdorben hat, dann kann man bedenkenlos auf David Gemmell als Rachenputzer zurückgreifen. Dem macht es auch nichts aus, mehrere Jahre ungelesen im Regal zu stehen.

Mann, ich kann immer noch nicht so recht glauben, dass „Legend“ sein Erstlingsroman war. Und noch dazu mit einer so herzerweichenden Entstehungsgeschichte: Gemmell hatte Krebs, der als nicht heilbar diagnostiziert wurde. Um auf andere Gedanken zu kommen, schrieb er „The Siege of Dros Delnoch“ in der die Festung für seinen Körper und die Horden der Nadir für die Krankheit standen. Das Ende ließ er offen, je nachdem, wie sich die Krankheit entwickeln würde. Und siehe da: Der Krebs war nicht tödlich und das Buch ein durchschlagender Erfolg.

Also: Stellt euch jetzt mal vor, ihr würden in ein paar Monaten sterben.

Und jetzt fangt an zu schreiben.

15.12.2008

Florian Breyer [Space Fantasy]

Um meine kleine Menagierie an Autoren voll zu machen, stelle ich euch nach einem veröffentlichten Autor und einem fast veröffentlichten Autor heute einen Schreiber vor, der noch ein gutes Stück auf dem Weg zum Schriftsteller vor sich hat: Florian Breyer.

Auch so einer, der vom Rollenspiel kommt, voller Ideen und Tatendrang steckt und dessen Talente unentdeckt vor sich hinwuchern. Lasst euch nicht von der Fülle an Informationen abschrecken, die er sich für seine Welt ausgedacht hat, seine Grundidee ganz einfach:

Was passiert, wenn Elfen, Zwerge und Menschen nicht nur große Könige, sondern auch große Erfinder hervorbringen? Wie würden sich Drachen im Raumkampf anstellen? Was halten Dämonen von Microchips?

Aber lassen wir dem Meister das Wort:


Hallo da draußen,

mein Name ist Florian Breyer und ich habe die Möglichkeit bekommen, im Rahmen dieses Blogs mein Schreib-Projekt vorzustellen. Ich bin (noch) kein Schriftsteller, aber ambitionierter Hobbyautor.

Wie vermutlich viele andere auch, habe ich das Schreiben mit dem Verfassen von Fanfiction begonnen. Ich habe vor 15 Jahren angefangen, Shadowrun zu spielen und bin inzwischen fast doppelt so alt. Konsequenter Weise sind dann auch irgendwann zwei Shadowrun „Romane“ auf meinem Rechner entstanden, die aber noch nicht publikationsreif waren. Etwa als der zweite Roman entstand, habe ich mein Studienfach gewechselt und bin bei Germanistik, Geschichte und Britischer Literaturgeschichte gelandet. Was offenbar schon mal eine gute Entscheidung war, wenn ich mir die Lebensläufe der jungen deutschen Fantasy Autoren ansehe. ;-)

Neben dem Studienabschluß fehlt mir aber im Gegensatz zu diesen Autoren auch noch meine erste Romanveröffentlichung. - Wobei zumindestens ersteres sich nähert. Außerdem hab ich mir inzwischen ein eigenes Setting aufgebaut, in dem ich meine Kreativität austoben kann.

Ich möchte hier mein Konzept für eine Geschichte vorstellen, die sich inzwischen auf die Planung von erst einmal drei Teilen erstreckt. Begonnen hat alles damit, daß ich mir die Frage stellte, warum sich Fantasy Welten eigentlich nie (korrekter wäre natürlich „selten“) weiter entwickeln. Das klassische Beispiel ist sicherlich der Herr der Ringe. Mittelerde hat drei Zeitalter von mehreren Jahrtausenden durchlebt, ohne nennenswerte technologische Fortschritte zu machen.

Mein Ansatz war daher, eine klassische Fantasy Welt zu nehmen und ihr dann rund dreitausend Jahre technologische Entwicklung zu geben.
Im Laufe der Zeit ist dabei, unter wechselnden Namen, ein komplettes Sonnensystem entstanden.

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Zum Vergrößern auf das Bild klicken.


Erst kürzlich habe ich mich dann zu einem Doppelsternsystem entschlossen, das aus der Kollision zweier Systeme entstanden ist. Der Hauptstern ist ein gelber Stern von etwa 3 bis 4facher Sonnenmasse (zumindestens, bis ich noch mal die ‚Astronomie für SiFi Autoren’ Datei gelesen habe), der vier innere Planeten hat, von denen zwei natürlich bewohnbar und von sich aus bewohnt sind.

Dann kommt ein dichter, kugelförmiger Asteroidengürtel, der hauptsächlich aus Trümmern mehrerer Planeten des zweiten Systems besteht, und dahinter ein kleinerer Gasplanet. Weiter draußen wurde der rote Zwerg des zweiten Systems eingefangen, den zwei Gasreisen umkreisen, deren Monde durch die zweite Sonne teilweise Biosphären aufweisen. Am Rande der Heliosphäre bewegt sich schließlich noch der „Schatten“ auf einer exzentrischen Bahn um den Masseschwerpunkt des Doppelsystems durch den Raum. Dieser Planet ist dunkel, kalt und tot birgt jedoch die Artefakte einer fremden Kultur.
Der Planet umkreiste ursprünglich den roten Zwerg und brachte einst eigenes Leben hervor. Ergänzt wird das System durch mehrere Siedlungsprojekte und Raumstationen, aber dazu an späterer Stelle mehr.

Die Hauptwelt befindet sich derzeit im vierten Zeitalter.
Das erste Zeitalter war die Zeit des Chaos, als die Welt und das System im Werden war.
Das zweite Zeitalter wurde schließlich zum Zeitalter der Drachen. Es heißt, dem Feuer der Vulkane entsprangen die Drachen und den Wogen des Meers jene Wesen, die später Dämonen genannt wurde. Sobald sie aufeinander trafen, begannen sie sich zu bekämpfen. Zunächst unbemerkt entsprang dem Land eine dritte, schwächliche Rasse: Die Menschen.
Als die Kämpfenden auf die Menschen aufmerksam wurden, machten sie sich diese zu nutze und formten sie um. Aus den Vereinigungen entstanden die Orks als Diener der Dämonen und die Elfen als Diener der Drachen. Schließlich gewannen die Drachen den Krieg und verbannten die Dämonen in die fernsten Anderswelten, von denen sie nie wieder aus eigener Kraft die Welt betreten konnten.
Die Anderswelten bestehen aus den nahen Welten, dem Ursprung der Feen und Gnome und den fernen Welten. Letzten Endes handelt es sich dabei nur um Ausformungen eines n-dimensionalen Raumes und anderer Dimensionen, aber bisher wurden die Anderswelten nicht wissenschaftlich erfaßt, oder gar technologisch zugänglich gemacht. Nur mit Magie kann man sie erreichen.
Nach dem zweiten Zeitalter begann das Zeitalter der Elfen. Und die letzte Mutation der Menschen betrat die Welt. Menschen, die sich vor den Kriegen des zweiten Zeitalters in dunkle Höhlen und Schluchten geflüchtet hatten und verändert als Zwerge zurück ans Tageslicht kamen. Die Elfen gaben der Welt ihren Namen: Tar’nam. Sie behandelten die Menschen als Freunde und als ihre Zahlen schwanden, traten sie mehr und mehr Land an die wachsende menschliche Bevölkerung ab.
Schließlich begann das Zeitalter der Menschen. Das neunte Jahrhundert brachte einen finsteren Magier hervor, der das Land mit Krieg überzog, bevor er vom vereinten Herr der Menschen, Elfen und Zwerge schließlich gestoppt werden konnte.

Es folgten rund drei Jahrtausende Entwicklung. Die Elfen brachen auf und besiedelten den Nachbarplaneten Jar’tar’nam, wo sie eine intelligente Wasserspezies vorfanden. Die Zwerge hingegen besiedelten den Mond ihrer Heimatwelt und Orks und Trolle wurden nach einem letzten Krieg mit den Menschen auf einen der Monde eines Gasriesens deportiert, wo man auf eine kristalline Lebensform stieß, die man der Verwandtschaft der Steintrolle zuordnete. Die Menschen verwüsteten derweilen ihre Heimtat mit einem globalen Krieg, was ihre Entwicklung um einige Jahrzehnte zurückwarf. Schließlich schloß man aber Frieden und richtete den globalen Senat ein. Im Zuge der Technologisierung erblickten schließlich künstliche Intelligenzen mit Androidenkörpern das Licht der Welt.

Die Welt im dritten Jahrtausend des vierten Zeitalters hat die Raumfahrt gemeistert und das Sonnensystem besiedelt, auch wenn die Grenze der Lichtgeschwindigkeit bisher nicht gefallen ist. Senat und Konzernrat streiten sich um die politisch-wirtschaftliche Macht, während die großen Minenkonzerne, die sich den Asteroidengürtel aufgeteilt haben, faktisch das Sagen unter den Konzernen haben. Bedrängt werden sie nur von Piraten und Freibeutern, die ihre Zuflucht in einem ausgebauten Asteroiden gefunden haben. Ein Großteil der Erzlieferungen landet schließlich in den Raumwerften der Zwerge.

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Darüber hinaus gibt es schwebende Städte auf der dichten Atmosphäre der innersten Welt, zwei Raumkolonien im Orbit der vierten Welt und verschiedene Kolonien auf Monden mit und ohne Atmosphären, darunter das Vorzeigeprojekt eines Drachens.

Die Magie ist integraler Bestandteil des Lebens und überall dort vorhanden, wo es Leben gibt. Zudem ist alles Leben miteinander verwoben, was zu Tunneln in den Anderswelten zwischen den bewohnten Welten führt, die einem Raumschiff durchaus gefährlich werden können, wenn es nichtsahnend mit seiner eigenen Biosphäre auf einen derartigen Tunnel trifft. Magie kann prinzipiell jeder wirken, aber nur die Elfen, Feen und die meisten Gnome werden noch von klein auf darin unterrichtet. Die Menschen hingegen haben die Magie größtenteils vergessen und fast alle menschlichen Magier gehören heute einer geheimen Bruderschaft an, deren wahre Macht und Einfluß schwer zu überblicken ist, aber als bedeutend gelten muß.

Nach dieser längeren Vorrede komme ich jetzt zu meinem konkreten Projekt in dieser Welt, nachdem Pläne für eine Rollenspielumsetzung vorläufig auf Eis gelegt wurden. Ursprünglich wollte ich einen – ich nenne es so – ‚Sience Fantasy’ Roman schreiben. (Wobei ich inzwischen mehr zu dem Begriff ‚Space Fantasy’ neige.) Dann las ich einen guten Fantasy Roman und habe angefangen, die Vorgeschichte rund dreitausend Jahre früher zu erzählen. Und kürzlich hatte ich die Idee für noch einen Band. Inzwischen hat das also das klassische Trilogie Form angenommen.

Band eins soll auf drei Zeitebenen spielen.
Im zweiten Zeitalter wird es um einen Elfen gehen, der sich mit dem Kampf gegen Dämonen befaßt. Das Setting wird dabei an die klassische Antike angelehnt sein.
Im dritten Zeitalter taucht ein junger Fürstensohn und Magier auf, der über die Aufzeichnungen des Elfen stolpert, in den Bann gerät und schließlich selbst zum Dämonenherrscher aufsteigen wird.
Die dritte Zeitebene wird drei Jahrtausende später spielen, kurz vor der – soviel sei vorgegriffen – Rückkehr dieses Magiers.

Band zwei setzt einige Jahre nach der zweiten Handlungsebene des ersten Bandes ein und beschreibt den Krieg gegen den dunklen Magier in einem klassischen Fantasy Setting. In der Endschlacht wird dieser schließlich überwunden, kann aber nicht getötet werden und wird nur gefangen gesetzt.

Band drei spielt dann drei Jahrtausende später zwischen den Planeten und Fraktionen und setzt ein paar Monate nach der dritten Handlungsebene von Band eins ein. Der dunkle Magier ist zurückgekehrt und diesmal werden die Schlachten im Weltraum geschlagen.

Da ich zuerst den jetzigen zweiten Band begonnen habe, sind hier die Arbeiten schon am weitesten vorangeschritten. Band eins und drei befinden sich eher in der Planungs- als der Schreibphase. Zudem habe ich auch noch andere Freizeitprojekte. Daher wird es wohl noch eine Weile mit den Romanen dauern. Ich bin aber entschlossen, die Pläne umzusetzen und irgendwann (hoffentlich) mein erstes, gedrucktes Buch in der Hand zu halten.

Was mir bisher viel geholfen hat, war die Beschäftigung mit Tipps erfahrener Autoren und ich hatte das Glück, mit ein paar Autoren in persönlichen Kontakt treten zu können. Außerdem habe ich den einen oder anderen Workshop besucht und mich mit dem Thema Verlagssuche und Publikation auseinander gesetzt.

Als Nachwuchsautor steht man vor vielen Herausforderungen, von denen das konkrete Romanschreiben nicht einmal die größte ist. Ich hoffe sehr, in einigen Jahren zurückblicken und sagen zu können: Ich habe es geschafft. Ich entwerfe gerne Welten und Geschichten und es wäre das Allergrößte, wenn andere Leser ihre Freude daran hätten. Aber, bis dahin ist es noch ein gutes Stück Weg zu gehen.


Mehr Informationen findet ihr hier und natürlich auf seiner Homepage.
Da gibt es auch Leseproben aus seiner Welt:

Schlachtenfieber Eine Kurzgeschichte vor dem Hintergrund des ersten Orkkrieges.
Entdeckungsreise Erste Schritte in eine andere Welt.
Diplomatie Ein Ende und ein Anfang.
Zuflucht Wilkommen im Zeitalter der Computer.
Piratennest Auf der anderen Seite des Gesetzes.
Kriegserklärung Auftakt eines neuen Krieges.

01.12.2008

Stephan R. Bellem [Interview]


In den letzten Tagen habe ich versucht herauszubekommen, was dran ist an dem Gerücht, dass bestimmte große Verlage einen Aufnahmestopp für Manuskripte haben. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es bei den Großen so was gibt, wenn ich es nicht von mehreren Quellen, die ich für zuverlässig halte, gehört hätte.

Auf Nachfrage hab ich natürlich bestätigt bekommen, dass es nur ein GERÜCHT ist, aber eine Erklärung, wo es hergekommen ist, habe ich nicht.
Entschuldigt, werte Leser, dieser unwürdige Schreiber hier wird gleich nachher durch Sepuku oder das Verspeisen eines Nutellabrotes seine zerstörte Ehre wieder herstellen...

Bei den kleinen Verlagen gibt es das allerdings sehr wohl, wobei wir beim Thema sind: Dem Otherworld-Verlag bzw. einem seiner Autoren, Stephan R. Bellem. Stephan ist der Verfasser von "Die Chroniken des Paladin", von denen bisher Band 1 und Band 2 erschienen sind.

Leseproben gibt es auf Stephans Seite.

Er war so freundlich sich meinen neugierigen Fragen zu stellen und es lohnt sich seine Antworten zu lesen. Die Links im Text wurden von mir hinzugefügt.




Vom DSA-Spielleiter zum Schriftsteller ist kein großer Schritt. Vom Schriftsteller zum veröffentlichten Schriftsteller hingegen schon. Wann wurde Dir klar, dass Du Dir einen Verlag suchen willst/musst und wie lange hat die Verlagssuche gedauert?

Puh, das weiß ich gar nicht mehr genau. Geschichtlich überliefert ist, dass ich mit ca. 16/17 anfing mir die Welt der Chroniken auszudenken. Nach dem Abitur habe ich dann begonnen zu schreiben. Das kam ganz natürlich. Und auch der Wunsch veröffentlicht zu werden kam recht früh. Mit 13 habe ich bereits einmal begonnen eine Geschichte zu schreiben, aber schnell aufgegeben. Als dann mit 19 klar wurde, dass ich es durchziehe, da wusste ich auch sofort, dass ich nicht bloß für mich schreiben will. Zumindest nicht auf lange Sicht.

Man darf das nicht falsch verstehen. Schriftsteller sind immer ein Stück weit Idealisten, aber ein Buch zu schreiben ist verdammt viel Arbeit. Tharador schrieb ich ja noch ohne Vertrag - und es dauerte zwei Jahre, bis zur Fertigstellung. In dem Tempo würde ich vermutlich hobbymäßig weiterschreiben. Aber ein bis zwei Bücher pro Jahr ist eine ganz andere Hausnummer. Das ist dann einfach kein bloßes Hobby mehr.

Die Verlagssuche erwies sich als zunächst ernüchternd und dann wieder sehr angenehm. Meinen ersten Versuch machte ich im Jahr 2004 und der scheiterte grandios. Zwei Anfragen, zweimal den haargenau selben Formbrief als Absage. Dann machte ich einen unglaublich riesigen Anfängerfehler: Ich brachte mein Buch als Print on Demand heraus. Riesen Fehler. Heute kann ich von Glück reden, dass mir dieser eine Fehler nicht die komplette schrifstellerische Zukunft verbaute. Man kommt da nämlich leicht in eine Schublade, aus der es keinen Ausweg mehr gibt.
Aber egal. Das Buch war auf dem Markt, ich erstmal fröhlich, aber schnell ernüchtert. Und dann begann ich den Roman groß zu überarbeiten, umzuschreiben, neu zu schreiben... 2006 fand ich dann Otherworld und es klappte. Der Rest ist Geschichte.



Was würdest Du bei der Suche nach einem Verlag auf keinen Fall mehr tun? Was würdest Du unerfahrenen Schriftstellern empfehlen?

Da verweise ich wieder auf Frage 1. Und lass es mich ganz deutlich sagen: Wenn man wirklich das Ziel hat ein veröffentlichter Schreiber zu werden UND dafür Geld zu bekommen UND das zu seinem Beruf machen will, dann darf man NUR und ausschließlich auf Verleger bauen, die kein Geld von ihren Autoren wollen. Egal in welcher Form. Und wenn das erste Buch von 30 Verlagen abgelehnt wird, dann wirft man es weg, so weh das tut (ich musste das bisher zum Glück noch nicht erfahren) und schreibt ein neues. Anders geht es nicht.
Macht euch schlau, informiert euch im Netz. Es gibt genug seriöse Plattformen, auf denen angehenden Schriftstellern gerne geholfen wird. Arbeitet hart an eurem Handwerk. Aber lasst euch nicht entmutigen. Es gibt im Beruf des Schriftstellers keinen einfachen Weg zum Erfolg.



Wie kam der Kontakt zum Otherworld-Verlag zu Stande?

Per Email. Ich sah die Verlagsseite. Damals suchte man noch Autoren. ich schrieb Michael Krug an und legte ihm mein Projekt dar. Und dann passte zum Glück alles zusammen.



Was hat sich durch den Verlagsvertrag an Deiner Art zu schreiben geändert?

Ich schreibe viel mehr und schneller. je mehr ich schreibe, desto schneller werde ich dabei, auch was die Ausarbeitung von Plots und Szenen betrifft. Man findet den eigenen Stil, findet sich schnell in den Geschichten zurecht usw. Heute brauche ich ca. 6 Monate für ein Buch von 400 Seiten. Das ist in Ordnung, aber es geht noch mehr. Es hängt immer von der Zeit ab, die ich habe. Aber mittlerweile schreibe ich wirklich jeden Tag mindestens eine Stunde. Davor liegt dann ca. eine Stunde Planung, die aber auch über die aktuelle Szene hinausgeht.
Aber alles ganz unspektakulär. Jetzt im Winter steht da häufig mal ein warmer oder auch kalter Kakao, im Hintergrund läuft Musik oder auch nicht, je nach Stimmung.



(Wie) vermarktest Du Dich selbst? Oder macht das Dein Verlag für Dich?

Vermarktung ist gerade bei kleinen Verlagen auch immer ein Stück weit in der Verantwortung des Autors. Aber auch Autoren großer Verlage betreiben reges Selfmarketing. Ich bin in Foren aktiv, halte Lesungen und pflege gerne die Kontakte, die ich habe. Man muss auch offen sein. Ich bilde mir ein, dass meine Art mir den ein oder anderen Leser mehr beschert hat, als wenn ich nur heimlich in meinem Kämmerchen vor mich hin tippen würde.



Welche langfristigen Ziele hast Du für Dein Schreiben?

Natürlich meinen Lebensunterhalt komplett davon zu bestreiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ich möchte immer sagen können, dass mein neustes Buch auch mein bestes ist *g*



Warum schreibst Du?

Es macht mir einfach Spaß. Es fing als Hobby an und wuchs sich zu einer Passion aus. Aber wie bereits gesagt, würde ich nicht veröffentlicht, dann würde ich mir mehr Zeit für andere Dinge nehmen.



Warum schreibst Du ausgerechnet Fantasy? Gibt es da nicht schon viel zu viele Bücher?

Das kommt natürlich darauf an, wie man Fantasy nun definiert. In der Fantasy sind ja mal zunächst alle Gattungen möglich: Krimi, Thriller, Action, Drama usw.
Fantasy ist nur der Überbau. Und der gefällt mir einfach ungemein gut. Zu viele Bücher gibt es entweder niemals oder schon lange. Eigentlich sind alle Ideen schon längst irgendwann mal irgendwie verarbeitet worden, dennoch erscheinen jährlich zig Tausend neue Bücher.
Also, warum hören wir nicht einfach auf und lesen alle immer nur die Klassiker von damals? Weil wir Abwechslung wollen und auch bekommen sollen. Und da kann es niemals zu viele Bücher geben.



Was zeichnet Dein Schreiben aus?

Ich glaube, dass sich meine Bücher lesen, wie ein Actionfilm. ich lege sehr großen Wert auf die Ausgestaltung der handfesteren Szenen und das spricht viele Leute an. Und mich selbst auch, sonst würde ich es nicht (momentan) so machen. Wer zwischen den Zeilen liest, der erkennt auch die leisen Töne meiner Geschichten, muss man aber nicht. Man kann meine Bücher lesen, sich quasi von der Spannung mitreißen lassen oder man geht beim Lesen mehr in die Tiefe. Aber das wäre nur meine Vermutung. Die Frage stellt man besser Kritikern und Lesern.



Wer gute/bessere Bücher schreiben will, sollte...

Nicht aufhören. Weiterschreiben und vor allem viel lesen. Lest viel und Verschiedenes. Wer immer den gleichen Autor liest, der endet irgendwann als Kopist von dessen Stil. Lest unterschiedliche Texte, Genres und ihr werdet ein viel besseres Gespühr für euren eigenen Stil bekommen.



Hast Du eine bestimmte Schreibmethode?

Ich schreibe momentan einfach in Word. Eine große Datei für den Text, eine andere als Personenverzeichnis. Ich teste gerade ein wenig Papyrus Autor, habe aber kaum die Zeit mich da einzuarbeiten. Also vorerst bleibt es bei Word. Die Uhrzeit ist mir dabei egal, ich schreibe, wenn ich Zeit habe. Das ist das einzige Kriterium. Wenn ich weiß, dass ich in 30 Minuten weg muss, dann lohnt sich ein Anfangen nur noch bedingt.



Wer sind Deine Leser?

Einige kenne ich, die Mehrzahl aber nicht. Ich vermute einfach mal, dass es sich dabei um Menschen handelt, die gerne über Heldenmut und Freundschaft lesen, über fiese Fieslinge und handfeste Schlachten.
Die Altersgrenze würde ich bei 14-16 und älter ansetzen. Also in dem Alter begann ich diese Art Literatur zu lesen und es hat mir nicht geschadet, aber für jüngere Menschen sind die Darstellungen dann doch zu detailliert.



Definiertst Du Dich über das Schreiben, oder ist es nur ein Hobby unter vielen?

Ich definiere mich über so unendlich viele Dinge, dass Schreiben - obwohl es mein Beruf ist - nur einen kleinen Teil meiner Gesamtperson ausmacht.



Welche Werke zeitgenössischer Schriftsteller sollte man lesen?

Auf jedenfall alles von Falko Löffler. Netter Kollege und leider schon auf dem Weg zur 40 *g* Lest seine Sachen, solange er noch warm ist. (Alle Mitdreißiger mögen mir diesen Scherz bitte verzeihen.)



Die wichtigsten 3 Bücher, die je geschrieben wurden sind für Dich...

Tharador, Das Amulett und Das Buch Karand. In dieser Reihenfolge ;)



Was sind für Dich absolute Tabus in Fantasy-Romanen?

Alles, was der Gesetzgeber nicht verbietet, kann man auch verarbeiten, finde ich. Ob das jemanden interessiert, ist eine andere Geschichte.

12.07.2008

Die Hürnin [Audio]

Teil 5 von "Die Hürnin" ist jetzt online und kann hier heruntergeladen werden:

Die Hürnin - Teil 5

Damit ist jetzt der ganze Text - soweit bis jetzt vorhanden - eingelesen. Von jetzt an geht es nur noch langsam weiter, wie gesagt ich bin mit anderen Projekten beschäftigt, die gerade wichtiger sind, aber für Anregungen, Kritik und Ideen bin ich immer zu haben.

Viel Spass mit den Hürnin ^__^

Die Narbe - Seite 37

14.06.2008

31.05.2008

Indiana Jones und das Königreich der verpassten Chancen [Movie Review]

Ich komme gerade aus dem neuesten, 4. Indiana Jones Film "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels". Ich hab vorher noch in der Buchhandlung in ein paar Begleitpublikationen wie seinem Tagebuch geblättert und mich auf den Film gefreut. Zeichnungen von Artefakten und alte Schriften haben Lust auf mehr gemacht und die Hitze des Tages war eigentlich perfekt für diese Art von Film.

Aber der Film war nicht perfekt für diese Art von Tag. Es gibt eine Sequenz, die mir im Gedächtnis bleiben wird, weil sie genau für das steht, was Indiana Jones immer für mich ausgemacht hat: Auf der Flucht vor KGB-Agenten gelangt Indy in ein nettes kleines 50er Jahrestädchen, das irgendwo mitten im Nichts errichtet ist. Er geht in ein Haus, in dem der Fernseher läuft und findet darin nichts weiter vor als eine Plastikpuppenfamile mit Plastikhund und Plastiknachbarn - im Grunde also eine ganz normale Kleinstadt der 50er.
Unversehends ist Indy in eine bloße Kleinstadtkulisse hineingestolpert, die keine halbe Minute darauf von einem Atombombentest weggefegt wird.

Was diese Sequenz für mich so stark macht, sind nicht die beeindruckenden Effekte und der brachialästhetische Atompilz, sondern die Beziehung, in der Indy zur Welt steht. Sie ist eine Kulisse. Tödlich, aber nur inszeniert. Und er, der Held, marschiert durch diese Kulisse um sein eigentliches Ziel zu erreichen: ein archäologisches Rätsel zu lüften und dabei den Schergen des Bösen in den Arsch zu treten. In allen bisherigen Filmen befindet sich Jones in einer Welt, die nicht die seine ist. Weder in der Universität, noch draußen bei seinen Abenteuern. Und weil er nicht in diese Welt passt, kann er sie kennen lernen, ihre Regeln brechen und dabei auch noch eine gute Figur machen.

Aus der Diskrepanz entspinnen sich Spannung und Witz. Indem Indiana Jones als gebildeter Laie eine fremde Welt entdeckt, hat auch der Zuschauer die Chance sich seinen eigenen Reim auf diese Welt zu machen.

In "Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel" ist das anders. Indy ist nicht mehr als der rote Faden, der sich durch eine Erzählung zieht, die seiner nicht bedarf. Natürlich hat er eine Funktion im Film, aber nicht wie in den anderen Filmen eine erklärende. Er verkommt zum alternden Action-Helden, der am Ende fast häuslich wird.

Und noch etwas anderes stört mich an diesem Film: In allen anderen ist das Artefakt, das was am Schluss der Suche steht, was auch logisch ist. In Jäger des verlorenen Schatzes ist es die Bundeslade, deren Schicksal erst ganz zum Schluss geklärt wird (sie hat übrigens im aktuellen Film einen Cameo-Auftritt), im Tempel des Todes sind es alle drei heiligen Steine, die zurückgebracht werden müssen und im letzten Kreuzzug ist es der Gral, der schlussendlich doch für immer unerreichbar bleibt.

Im Königreich der Kristallschädel hat das Artefakt eine andere Rolle. Es ist beinahe von Anfang an präsent, wird aktiv eingesetzt und entzieht sich am Ende jeglichen Begreifens - haptisch als auch intellektuell. Es ist nicht das Ziel der Suche. Und es ist nicht von Menschen geschaffen, also strenggenommen auch kein Artefakt. Also strenggenommen nichts was mit Archäologie zu tun hat, also streng genommen auch nichts für Indiana Jones. Wenn Lara Croft den Fall übernommen hätte, dann hätte ich keine Einwände gehabt, aber so...

Das macht aus dem ganzen noch keinen schlechten Film und meine Kritik ist auch ziemlich schwammig, das gebe ich zu. Aber trotzdem: Daraus hätte man mehr machen können...

24.05.2008

Die Hürnin

Es gibt wieder was zu lesen! Nach einiger Zeit konnte ich mich dazu aufraffen, ein neues Giveaway online zu stellen (Danke Manuel) und als weiteres Extra gibt es hier nach und nach den Text von "Die Narbe" als Text.

Den Text als Text, ja bin ich denn jetzt ganz blöd? Nein, ich meine halt den Text als Text und nicht als Text als Bild in einem Scan...
Schaut selbst und ihr werdet sehen, was ich meine.

Mein Giveaway für euch heißt "Die Hürnin" und ist das Resultat eines Schreibwettbewerbs, der nach Fehlfunktion der Existenz des ausschreibenden Verlages obsolet geworden ist.

In einfachem Deutsch: Es war einer von diesen bösen Zuschussverlagen und dem ist die Luft zu dünn, der Boden zu heiß oder was weiß ich geworden. Seitdem habe ich die Geschichte nicht mehr angesehen, aber ich kann euch zumindest noch sagen, dass es um Wechselbälger gehen sollte und ich eigentlich Lust habe das Ganze noch mehr auszuarbeiten.

Viel Spass beim Lesen

und hütet euch vorm bösen Zuschussverlag...

08.04.2008

The line between

Eine Textsammlung von Peter S. Beagle.

Ich wusste, dass Peter S. Beagle gut ist, aber ich wusste nicht, wie weit seine Bandbreite reicht. Auch wenn das langsam ermüdend wird, weil ich es immer wieder sage: Der Mann ist einfach gut!

Noch hab ich nicht alle Bücher gelesen, die ich bei Conlanpress bestellt habe, also werde ich noch ein paar mal einen Lobgesang nicht auf Leibowitz sondern auf Peter S. Beagle singen.

Der Band enthält folgende Geschichten:


Gordon, the Self-Made Cat

Was passiert, wenn sich eine Maus in den Kopf gesetzt hat auf die Katzenschule zu gehen? Wenn sie nicht nur aufgenommen wird, sondern auch noch um den Platz des Jahresbesten kämpft? Wie reagieren die Katzen darauf? Und wie die Mäuse? Diese Geschichte erzählt es auf eine sehr unterhaltsame Weise.


Two Hearts

Der Auftakt zur Fortsetzung von "Das letzte Einhorn". Hier von mir besprochen.



Four Fables — (The Fable of the Moth, The Fable of the Tyrannosaurus Rex, The Fable of the Ostrich, The Fable of the Octopus)

Vier nette Fabeln, von denen mir die Fabel des Straußes am besten gefallen hat. Die Strauße stecken ihren Kopf bei Gefahr in den Sand, was aber überhaupt nichts bringt - die Löwen fressen sie trotzdem. Das geht so lange bis ein junger Strauß schnurstracks zum König der Löwen läuft und ihn darum bittet ihm zu bestätigen, dass die ganze Kopf-in-den-Sand-Steckerei nichts bringt, und was die Strauße denn statt dessen machen könnten. Die Antwort des Königs: nicht den Kopf eingraben, sondern den Körper. Was sie Strauße dann auch machen. Und es wirkt! Denn die Strauße sehen eingegraben derart bescheuert aus, dass sich alle Raubtiere halb tot lachen...


El Regalo

El regalo erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, deren Bruder eine Hexe ist. Kein Hexer oder Magier, sondern schlicht eine Hexe. Er ist noch nicht besonders gut, kann aber in die Vergangenheit reisen und seine Schwester mit seinen Hexereien ordentlich auf die Palme bringen. Was recht harmlos beginnt entwickelt sich überraschend zu einem Machtkampf zwischen Magiern in dem beide Kinder mehr über sich herausfinden, als ihnen lieb ist.


Quarry

Quarry ist das Prequel zu "The Inkeeper's Song" und erzählt wie sich die Hauptpersonen (der Erzähler und ein Fuchs-Gestaltwandler) kennen gelernt haben. Ich kenne "The Inkeeper's Song" noch nicht, aber ich werde das schleunigst nachholen, denn in dieser Geschichte zieht Peter S. Beagle andere Seiten auf. Die dreckige Realität der Fantasy-Welt in der das Ganze spielt erinnert mich ein wenig an David Gemmell und das Ganze ist um einiges action-betonter als die anderen Geschichten. Hier wird gekämpft, in Mistwägen versteckt und aus fleischfressenden Pflanzen, die sich als Häuser tarnen herausgezogen, dass es eine wahre Freude ist...


Salt Wine

Und wieder schlägt Beagle einen neuen Ton an. Diesmal den eines alten Seemannes, der von seinem Freund erzählt, der einem Nix (Meermann) das Leben rettet und dafür das Rezept für Salzwein bekommt. Er wird dadurch reich, heiratet und lebt ein gutes Leben. Aber dann erkennt der Erzähler, dass sich diejenigen, die von diesem Wein trinken in die Gefahr begeben sich selbst in Nixe und Nixen zu verwandeln...


Mr. Sigerson

Irgendwo in der hinterletzten osteuropäischen Provinz gibt es ein Orchester, das eines Tages eine neue erste Geige bekommt: Herrn Sigerson, bei dem es sich um niemand anderen handelt als den Meisterdetektiv Sherlok Holmes, der dringend eine Auszeit braucht. Aber wo Holmes ist, da ist auch ein Verbrechen, wo wäre sonst der Spass an der Sache und so macht er sich mit dem Orchesterleiter, aus dessen Sichtweise diese Geschichte erzählt wird auf, um eine betrügerische Ehefrau zu enttarnen, was auch gelingt. Aber Holmes rechnet nicht damit, dass er in der Provinz auf einen Kontrahenten stößt, der ihn zum ersten Mal seit langer Zeit an sich selbst zweifeln lässt.


A Dance for Emilia

Wie ich finde die schwächste Geschichte wenn auch vielleicht die überraschendste Geschichte in der Sammlung. Ein Schauspieler erzählt vom Tod eines Freundes, der Tänzer werden wollte, es aber nicht geschafft hat. Er erzählt auch von der schwierigen Zeit danach und von der alten Katze seines Freundes, die plötzlich zum Mittelpunkt der Handlung wird.

15.01.2008

Mir fehlen die Worte...

...und deswegen starte ich hier einen Aufruf.

Mir war schon klar gewesen, dass man manche Wörter in einem klassischen Fantasy-Text nicht verwenden sollte, (super, Neufundländer, Präsident,...) aber bis ich das hier gelesen habe, gehörte für mich "lecker" nicht dazu.

Aber man lernt ja nie aus. Und deswegen würde ich gerne von euch wissen, welche Wörter oder auch Redewendungen für euch in klassischer Fantasy-Literatur nichts verloren haben.

In dem Sinne: "Feuer frei"

14.12.2007

Möchtegernfantasyschriftsteller: Nicht aufgeben!

Ich hab letztens mit großem Vergnügen folgenden Text gelesen, der Fantasy-Schreibern schneidend genau um die Ohren haut, was man oft in deren Kreisen findet: Viel Enthusiasmus, wenig Ahnung und noch weniger Kritikfähigkeit. Gut, das mit der Kritikfähigkeit steht da nicht so drin, aber hat man einen Teil gesehen, kennt man das Ganze.

Daneben gibt es noch diese Buchbesprechung in der bestimmt zum 1000sten Mal darauf hingewiesen wird, dass um Tolkien keiner herumkommt, aber wehe jemand kommt in den Verdacht zu nahe an ihm dran zu sein!

Uh-oh! Hier scheint was im Argen zu liegen im Staate Dänemark... Das böse Monster Mainstream frisst das Fantasy-Genre, verdirbt die Jugend und behauptet möglicherweise auch noch im Besitz von Massenvernichtungswaffen zu sein.

Und keiner scheint was dagegen zu unternehmen. Wo ist Conan, wenn man ihn braucht?

Deswegen nehme ich mir als interessierter Laie mal die Freiheit sämtliche Fakten außen vor zu lassen und eine flammende (nicht ganz ernst gemeinte) Rede auf dem Schlachtfeld der Literatur zu halten. Auf der einen Seite des Feldes die bösen Verlage mit ihren Panzern, auf der anderen Seite die mit Dreschflegeln und Forken bewaffnete Freischärlerschaar der Möchtegernschriftsteller, insbesondere der Fantasy-Schriftsteller. Also. Los geht's!

Mitschreiber, Enthusiasten, Phantasten!

Ihr könnt stolz auf euch sein! In jahrelangen Anstrengungen habt ihr unzählige Welten erschaffen, Abenteuer bestanden und den Weg von unzähligen Helden begleitet. Ihr wart ein Trost den Hilflosen, ein Stecken den Wanderern und ein Gräuel den Nekromanten, Drachen und Orkchefoberbossmastern. Nur der Inkompetenz und Sturheit der Verlage ist es zu verdanken, dass eure Werke keine Chance bekommen haben von allen gelesen und von Hollywood verfilmt zu werden. Nur der Verlage wegen ist euch euer wohlverdienter Ruhm verwehrt geblieben, oder zumindest die Chance euch zu beweisen.

Aber lasst euch von diesem übermächtigen Gegner nicht den Schneid abkaufen! Schreibt weiter! Rennt weiter gegen die Tore und Toren der Verlage an! Erschafft weiter Welten und führt eure Helden durch unbekannte Orte.

So und jetzt auf in den Kampf, ich muss jetzt leider weg, hab noch was vor...

Und jetzt noch mal halbwegs ernsthaft: Es gibt hier wirklich ein Problem, aber ich denke man muss es eher bei der Frage suchen: Warum schreibe ich?
Schreibe ich weil es Spass macht? Dann brauche ich keine Bestätigung von außen und auch die Verlage können mir völlig egal sein.
Oder schreibe ich um Geld zu verdienen? Dann ist eine Festanstellung als Redenschreiber, Copy-writer oder PR-Mensch wahrscheinlich eher das Richtige.
Oder schreibe ich, weil ich möglichst viel Anerkennung von möglichst vielen Menschen will? Dann muss ich Texte schreiben, die möglichst vielen Menschen gefallen und ziemlich viel von dem vergessen, was mir selbst gefällt.
Es gibt natürlich auch noch andere Gründe Fantasy zu schreiben, aber für die wenigsten von ihnen sehe ich die Verlage als wichtigen Bestandteil.

Wenn, oder besser bevor ihr also etwas schreibt, macht euch Gedanken darüber, warum ihr es tut und welche Erwartungen ihr an euere fertigen Werke habt. Dann gibt es am Ende weniger Frustration. (Kann aber auch sein ihr steht drauf, dann lasst es *g*) Vielleicht geht es euch ja gar nicht so sehr um das Schreiben an sich, sondern um die Menschen, die ihr dabei treffen könnt. Menschen, die in der gleichen Welt leben wie ihr, oder diese Welt zumindest auch für möglich halten. Ein Manuskript ist manchmal nichts weiter als eine Eintrittskarte. Und Eintrittskarten werden nach dem Konzert oder der Party höchstens noch aus nostalgischen Gründen aufgehoben, meistens aber werden sie weggeworfen.
Traut euch dazuzulernen und wegzuwerfen was nichts (mehr) taugt. Traut euch, euch selbst in Frage zu stellen und herauszufinden, ob ihr das, was ihr macht wirklich cool, unterhaltsam oder wichtig findet. Tretet einen Moment ein paar Schritte zurück und seht euch als Teil des Mobs in dem ihr steckt. Was macht euch einzigartig? (Warum) werden eure Kinder und Enkel eure Manuskripte aufheben, wenn ihr mal tot und begraben seid? Werden sie es aufheben weil es eben das Zeug ist, das Opa geschrieben hat und das sich keiner wegzuschmeißen traut? Oder weil es richtig wertvoll geworden ist?

Es spricht nichts dagegen noch tausend weitere Geschichten zu schreiben in denen ein F/G/Drodo einen Ring/Dolch/magischen Gegenstand zu einem Vulkan/Magier/Bankschalter bringen muss, um ihn dort zu zerstören/reklamieren/umzulakieren. Echt nicht. Das tut nun wirklich niemandem weh und wird immer wieder gern gelesen. Vor allem, wenn es gut geschrieben ist. Und ich bin der Meinung, wenn etwas wirklich gut geschrieben ist, könnt ihr euch damit alles erlauben. Schaut euch doch bloß mal in der Literatur um: Ein Theaterstück über Leute, die auf einen Godot warten, der nicht kommt? Ein Roman darüber was einer an einem 16. Juni macht und denkt? Noch ein dicker Roman darüber, dass einer in ein Lungensanatorium fährt und da lange bleibt? Ganz dumme Ideen, wenn ihr mich fragt, aber Weltliteratur. Ich kann euch auch nicht erklären warum, aber so ist es.

Aber es gibt mehr als Tolkien-Klone und ihr könnt auch mehr. Das fängt damit an, dass ihr euch erstmal schlau machen müsst, was es alles an Angebot gibt, was euch davon gefällt und wo ihr es herbekommt. Dann müsst ihr das nur noch lesen. Damit ist schon viel erreicht.
Zum einen für euch selber. Garbage in - garbage out. Füttert euer Gehirn mit hochwertigem Futter und es wird es euch mit gutem Output danken.
Zum anderen für den Markt. Ja, ich weiß, der Markt ist böse, aber wenn ihr nur Scheiß kauft, ist es kein Wunder, dass nur Scheiß angeboten wird.

Und hier geht die Reise erst richtig los. Lasst mal bei Seite was ihr über Fantasy zu wissen glaubt und schreibt was neues. Ihr braucht weder Elfen, Orks, Magie, den Kampf zwischen Gut und Böse oder eine Karte am Anfang eurer Geschichte. Glaubt ihr mir nicht? Na gut, ein oder zwei von diesen Sachen werdet ihr schon brauchen, aber der Punkt ist, dass es keine Vorschriften gibt, wie eure Fantasy auszusehen hat.

Und deswegen macht ihr das ja auch, oder? Um etwas zu erschaffen, dass nur in eurem eigenen Kopf entstehen konnte. Blöd nur, wenn der Nachbar genau das gleiche schreibt...
Also schaut was euer Nachbar macht und macht was anderes.

Also: Nicht aufgeben, nicht so ernst nehmen, weiterschreiben, weiterträumen. Und mir eins vor den Latz knallen, wenn ihr anderer Meinung seid.

24.11.2007

Götter, Gnomen und Giganten

Neue Fantasy-Stories, herausgegeben von Lin Carter

Aus dem Amerikanischen von Lore Strassl


Gut, dieser Sammelband ist nicht „Götter, Gräber und Gelehrte.“, aber man ist ja froh um jede Alliteration, die man kriegen kann.

Wir befinden uns im Jahre 1973 nach Christus und ganz Fantasy ist von Barbaren besetzt. Ganz Fantasy? Nicht ganz, aber man bekommt zumindest manchmal diesen Eindruck, wenn man sich die Pulp-Magazine so ansieht. Prominente Namen sind Robert E. Howard und Michael Moorcock.

In G., G. & G. finden sich folgende drei Geschichten nach einem Vorwort von Hugh Walker:


L. Sprague de Camp

Der fliegende Teppich
(The rug and the bull)

Gezun von Lorsk ist ein Magier, der mit seiner Frau und seinen Kindern durch die Länder von Poseidonis und den Tritonischen Reichen (Karte vorhanden) zieht, um sich sein Geld zusammenzugaunern. Und bei „Magier“ darf man nicht an den üblichen Gandalf-Typen denken, der weise und mächtig ist. Gezun macht sich überall Ärger und ist eigentlich ständig auf der Fluch vor ehemaligen Geschäftspartnern.
In Torrutseisch hat er sich seit Jahren nicht mehr blicken lassen, aber der Meister der Magiergilde dort erinnert sich noch gut an ihn. Trotzdem ist er bereit sich auf einen Deal einzulassen. Gezun hat einen fliegenden Teppich bei sich und das Wissen weitere zu produzieren. Er braucht den Meister der Gilde, um eine Audienz beim König zu bekommen und dick in die Teppichproduktion einzusteigen. Denn fliegende Teppiche sind militärisch eine feine Sache. Und das klappt auch einigermaßen, so dass er mit seiner Familie zum Stiefkampf geht. Plotelement ich hör dir trapsen und tatsächlich wird Gezun später in einen der Kampfstiere verwandelt, weil die Transportgilde gar nicht glücklich über fliegende Teppiche ist, die Träger überflüssig machen würden.
So findet sich Gezun in der Arena wieder, schafft es aber zu entkommen und dabei auch noch dem König seine Krone zu entreißen. Er verwandelt sich schließlich zurück in seine Menschliche Gestalt und macht sich mit seiner Familie und mit Krone aus dem Staub.

Keine großartig aufregende Geschichte, aber auch keine schlechte Geschichte, denn Leute wie Gezun muss es zu hunderten in den unzähligen Fantasy-Welten geben. Man hört nur nie von ihnen.


Lin Carter

Der Halbgott
(The higher heresies of Oolimar)

In Ablamarion gibt es einen Berg namens Telasterion auf dem eines der letzten Artefakte steht, mit denen die alten Götter einst zu den Sterblichen sprachen. Diese Zeiten sind längst vorbei, andere Götter haben die alten ersetzt, was aber nicht bedeutet, dass sie keine Macht mehr hätten. Denn seit tausenden von Jahren ist der Barbar Amalric mit seinem mächtigen Stab aus unzerstörbarem Metall in ihrem Dienst unterwegs um für das Gute zu kämpfen.
Er ist auf den Telasterion geklettert, um sich seine neue Aufgabe abzuholen und ein weiteres Mal verjüngt zu werden. Diesmal soll er nach Yuthontis reisen, um der Herrschaft der Unsterblichen dort ein Ende zu bereiten.
Er macht sich auf den Weg, trifft unterwegs den Echsen-Zauberer Ubonidus von Phence, dem er im Kampf beisteht und beide fliegen sie auf einer riesigen Biene (ein Hlagozyte) bis nach Oolimars, wo sie von fanatischen Priestern gefangen genommen werden. Lange sitzen sie im Kerker, bis Ubonidus seinen Vertrauten beschwört, der ihnen einen Weg zeigt zu entkommen (Einfach dreist das Gegenteil von dem behaupten, was die Priester glauben, z.B. dass die Welt Kugel- und nicht Schlüsselform hat und im aufkommenden Chaos weglaufen).

Ich hätte mir eine bessere Geschichte für die beiden gewünscht, denn Amalric und seine Welt sind interessant und machen Lust auf mehr. Definitiv die stärkste der drei Geschichten.


John Jakes

Der Garten des Zauberers
(GhouG's garden)

Darf ich vorstellen? Brak. Brak ist ein Barbar, wie er im Buche steht: Nackter Oberkörper, Löwenfell um die Hüften und ein Breitschwert aus Bronze an der Seite. Immer auf dem Weg in das goldene Land Khurdisan, das er laut John Jakes am Ende erreicht und nicht erreicht. In dieser Episode trifft er auf eine Schauspielerin, die von einem Zauberer verfolgt wird und einen Mönch, dem man von Anfang an nicht über den Weg traut. Brak befreit ihn aus den Fängen eines Hexenapfel-Baumes, indem er einen Felsbrocken in dessen Schlund wirft.
Die drei stoßen später auf eine Hütte mit einem netten Holzfäller, der sich natürlich als der böse Zauberer herausstellt. Er zieht das Mädchen und den Mönch in einen magischen Teppich, der gleichzeitig Grundriss und Tür zu einem verhexten Garten mit mechanischen Vögeln ist. Brak folgt ihnen und kann das Mädchen schließlich retten. Am ende ziehen sie aber dann doch getrennter Wege.

Ich lese gerade „Die Götzen erwachen“, ein weiteres Abenteuer mit Brak, aber so richtig warm kann ich mit ihm nicht werden. Er ist mir ein wenig zu sehr das Abziehbild von Conan, was John Jakes auch schon öfter vorgeworfen wurde. Gut, ich kann Conan auch nicht so viel abgewinnen, aber im Vergleich zu Amalric ist Brak einfach zu blass. Er hat keine geheimnisvolle Vergangenheit, zumindest nicht, dass ich wüsste und seine Gralssuche nach Khurdisan ist auch ohne Leben. Man erfährt einfach zu wenig über Brak, außer dass er gut kämpfen kann und auch nur ein Mensch ist, wenn es um Frauen geht.

01.11.2007

Post von Charon

Während ich im Urlaub war, ist eine seltsame Mail bei mir angekommen. Seltsam, weil sich der Absender Charon nennt (das hatte ich mir als Pseudonym ausgesucht!) und noch seltsamer in dem, was er in der Mail schreibt. Das Ganze ist ein bischen konfus und ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe, aber ich glaube im Grunde schreibt er (oder sie?) dass er im Bezirksklinikum Regensburg in Behandlung ist. Ich kenn das recht gut, weil direkt gegenüber die Uni Regensburg ist und ich als gerade frisch immatrikulierter Student den Schreck meines Lebens bekommen habe, als im Lesesaal am Platz neben mir eine Frau mit Tourette angefangen hat zu fluchen.

Wenn man erst mal weiß, dass manche Patienten tagsüber Ausgang haben und zum Lesen in die Uni gehen, dann gewöhnt man sich an so was...

Jedenfalls schreibt Charon von einer anderen Patientin - Melanie - die völlig den Bezug zur Realität verloren hat. Denkt an die Bücher von Oliver Sacks ("Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte") und ihr wisst, was ich meine. Aber ab und zu scheint sie lichte Momente zu haben, in denen sie schreibt.

Und hier fängt es an völlig undurchsichtig zu werden. Erstens schreibt sie nicht einfach in Hefte oder Blöcke, oder am Computer sondern in Fantasy-Bücher, die sie irgendwo herbekommen hat. Natürlich ist auch der Herr der Ringe darunter sagt Charon, auch wenn ich das noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Und außerdem schreibt sie im Namen ihrer Schwester - Lisa, die es vielleicht gibt oder auch nicht gibt - an sich selbst.

Charon hat mir drei eingescannte Seite geschickt und natürlich bin ich neugierig. Ich bin neugierig, ob hier jemand virales Marketing starten und Werbung für ein Buch machen will - Blogger seid gewarnt, das passiert immer öfter, oder ob doch was - was auch immer - an der Sache dran ist.

Nach allem was ich bis jetzt mitbekommen habe, geht die Geschichte ungefähr so: Lisa ist eine Live-Rollenspiel / Reenactment / Mittelalter - Begeisterte, die nach einem Wochenende auf einem Live-Rollenspiel-Lager verschwunden ist. Sie findet sich in einer anderen Welt wieder (oder glaubt in einer anderen Welt zu sein) und schreibt ihre Erlebnisse auf. Durch irgend eine Magie kommt das, was sie schreibt bei ihrer Schwester in Regensburg an (So ähnlich wie die "Briefe in die chinesische Vergangenheit").

Vielleicht wird das klarer, wenn ich mehr Material von Charon bekomme. Eine interessante Geschichte ist es allemal.

Erster Brief:

Ich, Charon hatte Kummer. oh meine Mädchen!
Endlich Nachricht!
Ich, Charon hatte Trauer.
Viele opake Nächte hörte ich Engelszungen reden.

Und jetzt bin ich hier.
Aber wo bin ich? Und wo sind Melanie und Lisa? Wo sind Lisa und Melanie? Verloren wie ein Stein auf den Wegen der Fahrenden. Entschuldige, dass ich mich nicht einfacher ausdrücken kann. Aber es gibt keine Magie hier. Nur Magier. Und in einer Welt in der jeder nach Seinesgleichen sucht ist es schwierig, den eigenen Panzer abzulegen, oder den der anderen zu durchdringen. So bin ich in
einer Stadt namens Regensburg gelandet. An einem Ort, wo sich "Ärzte" um das "geistige Wohl" ihrer "Patienten" kümmern. Alles Worte, die mir erst
nichts sagten, weil ich sie noch nie zuvor gehört hatte. Alles ist neu hier.
Jeder ist fremd. Ich sehe es in den Gesichtern der Studenten, die gegenüber versuchen das Leben zu verstehen, oder ihm zu entgehen. Auch ich habe gelernt. Gelernt zu schreiben, mich verständlich zu machen. Oder habe ich einfach nur vergessen, wie man es nicht macht? Es ist alles verwirrend. Alles. Ich
habe eine Bitte an Dich. An Dich unter allen anderen, weil... Ja, weil. Ich weiß es nicht. Auch das musst Du mir verzeihen unter vielem anderen, das noch zu verzeihen sein wird. Ich bin ein Wanderer und jeder Wanderer braucht einen Ort, an dem er sein Gepäck ablegen kann und sei es nur für einen Augenblick. Ich
war lange auf der Suche, bevor ich in Regensburg auf Melanie gestoßen bin. Sie ist in keinem guten Zustand. "Realitätsverlust" nennen sie es. Auch ein Wort, das ich erst lernen musste. Sie schreibt. Schreibt Marginalien in einen Roman von Charon. Ein weiterer Charon. Oder habe ich mich erst Charon genannt, als ich dieses Buch gesehen habe? Auch Du nennst dich Charon. Charon. Ein Bote im Grunde. Vielleicht ein Suchender. Ein Wanderer zwischen den Ufern.
Charon also soll unser Führer sein durch diese Welt. Melanie jedenfalls hat er mit sich genommen. Sie schreibt an sich selbst. Schreibt als wäre sie Lisa, ihre Schwester. Schreibt in ein Buch, das Charon ihr gegeben hat, oder zumindest geschrieben. Einerlei. Sie scheint verloren zu sein. Aber was ist mit ihrer Schwester? Lassen sich Spuren von ihr finden in dem was sie schreibt? Ist sie in dieser Welt oder in der nächsten? Was hat Charon mit ihr gemacht?
Bitte nimm die ersten drei Seiten und hilf mir sie zu finden. Weitere werden
folgen.
Allein schaffe ich es nicht. Nicht ohne einen Platz, an dem ich mein Gepäck abstellen kann.
Zumindest für einen Augenblick.

Danke
Charon.

Charon






17.10.2007

Alan Dean Foster

Und wenn wir schon bei Alan Dean Foster sind: Ich hab den Mann gefragt, ob er mir (und euch) einen Tipp für's Schreiben geben kann. Hier seine Antwort:

Read as much as you can of whatever genre you wish to write in, be it fiction or non-fiction. Nothing is worse than spending a year on a novel only to find out that the same central idea appeared in a story by, say, Ralph Milne Farley in Weird Tales in 1937. Learn proper manuscript format (it's easy). Always back-up everything, every day, to at least two different sources, and keep one in a separate location from your study/office/kitchen table. Write what you enjoy writing...which means what you enjoy reading.
And...good luck.
Alan F


Uh... da spricht jemand aus Erfahrung. Alan Dean Foster hat ungefähr 1000 Bücher geschrieben, unter anderem war er der Ghost-writer für das erste Star-Wars-Buch, hat an den Drehbüchern der Alien-Filme gearbeitet und ist sowohl auf dem Gebiet SciFi als auch Fantasy bewandert. Außerdem hat er eine nett anzusehende Internetseite mit vielen schönen Bildern von überall auf der Welt.

Also: Viel lesen, viel schreiben und die Sicherungskopien nicht vergessen!

06.09.2007

Kartieren und Erzählen

Ich bin jedes Mal ein wenig enttäuscht, wenn ich einen Fantasy-Roman aufschlage, der keine Karte enthält. Ahnentafeln der Helden oder Abhandlungen über Pfeifenkraut müssen nicht unbedingt sein, aber Karten gehören zur Fantasy wie Orks und diese komischen Männer mit den spitzen Hüten, die Zaubern können.

Warum ist das so? Um es schon mal vorweg zu nehmen: Ich hab keine Ahnung und ich will hier auch keine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema schreiben, aber ich finde die Frage interessant und vielleicht bringt das euch ja die eine oder andere Anregung.

Die Verbindung Karte-Fantasy geht sogar so weit, dass es ein paar Bücher und Internetseiten gibt, die sich ausschließlich mit diesem Thema befassen. Natürlich der "Historische Atlas von Mittelerde" von Karen Wynn Fonstad und der weniger bekannte "Atlas of Fantasy" von Jeremiah Benjamin Post.

Auch wenn man wie Fonstad durchaus nachweisen kann, dass Karten wie aus dem Herrn der Ringe für eine realistische Landschaft stehen können ist doch klar, dass in den meisten Fällen kein realer Hintergrund vorliegt. Die Karten dienen also weniger dazu Landschaft in Symbole zu übersetzen sondern mehr dazu eine Geschichte in Symbole zu zu fassen.

Bleiben wir beim Herrn der Ringe. Wer die Bücher gelesen hat, der braucht nur die Karte, um die ganze Geschichte nachzuerleben. Und im großen und Ganzen folgt der Weg der Hobbits auf der Karte auch dem Lesefluss des Buches. Von links nach rechts. Aus dem Auenland über die Wetterspitze, Bruchtal, Moria usw. bis nach Mordor.

Spontan fällt mir auch kein Buch ein, das sich topographisch oder erzählerisch im Kreis dreht. Die meisten laufen brav von A nach B und kommen höchstens wieder zu A zurück.

Man muss - natürlich nur, wenn die Karte genug Informationen enthält - noch nicht einmal das Buch lesen, um aus einer Karte eine Geschichte herauszulesen. Nehmen wir diesmal den Hobbit als Beispiel. Allein aus der Karte wird klar, dass Bilbo sich mit Spinnen, Elfen, einem Drachen und einem Kerl namens Beorn herumschlagen muss. Allein die anwesenheit eines Zeichens gibt den Kern einer Geschichte.

Umgekehrt gilt auch, dass die Abwesenheit von Zeichen eine Geschichte verhindert. Aber dennoch ist diese Leere in vielen Karten zu finden: Das Meer. Wenn überhaupt dann dient das Meer als ein schnelles Transportmittel zwischen den wirklich wichtigen Schauplätzen der Handlung, aber meist erfüllt es nur einen kosmetischen Sinn. Sind wir einfach daran gewöhnt ein Meer an den Grenzen unserer Karten zu haben? Oder ist das etwas, das wir aus dem Lesen von Tolkien übernommen haben? Dort ist das Meer eine Verbindung zur Vergangenheit und zur Zukunft und es schließt Zeitalter wie Kapitel, indem es sich verändert und Teile Mittelerdes überdeckt.

Warum also nicht einmal das Meer zum Mittelpunkt einer Geschichte machen? Das Meer das ansteigt und vieles verschligt was lange Bestand hatte, oder das Meer, das zurückweicht und Boten der Vergangenheit freigibt? Eine Karte würde hier nur teilweise Sinn machen, aber das wäre auch der Reiz daran.

Oder warum nicht eine Karte zeichnen/schreiben die schon die ganze Geschichte enthält? Das wäre keine besonders komplexe geschichte, aber ein neues Konzept.

Zwei Links, zum weiterschauen und weiterdenken:

Fantasy-atlas.org

visualcomplexity.com

Was ich so lese