Ich komme gerade aus dem neuesten, 4. Indiana Jones Film "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels". Ich hab vorher noch in der Buchhandlung in ein paar Begleitpublikationen wie seinem Tagebuch geblättert und mich auf den Film gefreut. Zeichnungen von Artefakten und alte Schriften haben Lust auf mehr gemacht und die Hitze des Tages war eigentlich perfekt für diese Art von Film.
Aber der Film war nicht perfekt für diese Art von Tag. Es gibt eine Sequenz, die mir im Gedächtnis bleiben wird, weil sie genau für das steht, was Indiana Jones immer für mich ausgemacht hat: Auf der Flucht vor KGB-Agenten gelangt Indy in ein nettes kleines 50er Jahrestädchen, das irgendwo mitten im Nichts errichtet ist. Er geht in ein Haus, in dem der Fernseher läuft und findet darin nichts weiter vor als eine Plastikpuppenfamile mit Plastikhund und Plastiknachbarn - im Grunde also eine ganz normale Kleinstadt der 50er.
Unversehends ist Indy in eine bloße Kleinstadtkulisse hineingestolpert, die keine halbe Minute darauf von einem Atombombentest weggefegt wird.
Was diese Sequenz für mich so stark macht, sind nicht die beeindruckenden Effekte und der brachialästhetische Atompilz, sondern die Beziehung, in der Indy zur Welt steht. Sie ist eine Kulisse. Tödlich, aber nur inszeniert. Und er, der Held, marschiert durch diese Kulisse um sein eigentliches Ziel zu erreichen: ein archäologisches Rätsel zu lüften und dabei den Schergen des Bösen in den Arsch zu treten. In allen bisherigen Filmen befindet sich Jones in einer Welt, die nicht die seine ist. Weder in der Universität, noch draußen bei seinen Abenteuern. Und weil er nicht in diese Welt passt, kann er sie kennen lernen, ihre Regeln brechen und dabei auch noch eine gute Figur machen.
Aus der Diskrepanz entspinnen sich Spannung und Witz. Indem Indiana Jones als gebildeter Laie eine fremde Welt entdeckt, hat auch der Zuschauer die Chance sich seinen eigenen Reim auf diese Welt zu machen.
In "Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel" ist das anders. Indy ist nicht mehr als der rote Faden, der sich durch eine Erzählung zieht, die seiner nicht bedarf. Natürlich hat er eine Funktion im Film, aber nicht wie in den anderen Filmen eine erklärende. Er verkommt zum alternden Action-Helden, der am Ende fast häuslich wird.
Und noch etwas anderes stört mich an diesem Film: In allen anderen ist das Artefakt, das was am Schluss der Suche steht, was auch logisch ist. In Jäger des verlorenen Schatzes ist es die Bundeslade, deren Schicksal erst ganz zum Schluss geklärt wird (sie hat übrigens im aktuellen Film einen Cameo-Auftritt), im Tempel des Todes sind es alle drei heiligen Steine, die zurückgebracht werden müssen und im letzten Kreuzzug ist es der Gral, der schlussendlich doch für immer unerreichbar bleibt.
Im Königreich der Kristallschädel hat das Artefakt eine andere Rolle. Es ist beinahe von Anfang an präsent, wird aktiv eingesetzt und entzieht sich am Ende jeglichen Begreifens - haptisch als auch intellektuell. Es ist nicht das Ziel der Suche. Und es ist nicht von Menschen geschaffen, also strenggenommen auch kein Artefakt. Also strenggenommen nichts was mit Archäologie zu tun hat, also streng genommen auch nichts für Indiana Jones. Wenn Lara Croft den Fall übernommen hätte, dann hätte ich keine Einwände gehabt, aber so...
Das macht aus dem ganzen noch keinen schlechten Film und meine Kritik ist auch ziemlich schwammig, das gebe ich zu. Aber trotzdem: Daraus hätte man mehr machen können...
31.05.2008
Indiana Jones und das Königreich der verpassten Chancen [Movie Review]
Labels: Fantasy, Film, Indiana Jones, Review, Science Fiction
05.11.2007
Der goldene Nazivampir von Absam 2
1942: Nebel liegt über Schloss Kottlitz in Ex-Österreich und tief in den Eigeweiden der Verließe blubbert geschmolzenes Gold vor sich hin. William Blazkowicz, der Occultismusexperte (und alleiniges Mitglied der occulten Sondereinheit des US-Militärs) wird ins ferne Ex-Österreich geschickt, um herauszufinden, was da vor sich geht (und um ein echter Held zu werden). Ein in die Staaten geschmuggelter Propagandafilm der SS-Abteilung "Ahnerbe" zeigt neben ein paar missglückten Versuchen Werwölfe heranzuziehen und die Götter Asgards zu beschwören, Nazivampiere, die nach einem Weg suchen wirklich unsterblich zu werden und sich Immunität gegen Kreuze, Sonnenlicht und Holzpflöcke zu verschaffen. Dagegen muss natürlich etwas unternommen werden, auch wenn Banzkowicz vor allem dadurch glänzt, dass er mittelmäßig ein paar Zauberkunststücke beherrscht und im Angesicht des Feindes nicht allzu sehr zittert. Aber reicht das gegen einen skrupellosen Feind, dessen Reihen verstärkt werden von einem Verräter aus dem eigenen Land? Einen Feind, der die Eckzähne des Grafen Drakula sein eigen nennt?
"Der goldene Nazivampir vom Absam 2" ist ein 45-minütiger Kult-Trash-Pult-Satire-Film aus der Feder und unter Regie von Lasse Nolte und ich war in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei der Premiere dabei. Und ich war echt begeistert von dem Film.
Manches hat zwar für den unbgedarften Zuschauer (also mich) nicht viel Sinn gemacht (was hatte ein jüdischer Kreuzritter vor dem Schloss zu suchen? Warum war Sponge Bob im Verließ? Was geschah in "Der goldene Nazivampir von Absam 1"? Wo haben sie Oliver Kalkofe aufgegabelt?) was aber dem unheimlich guten Gesamteindruck nicht schmälern konnte. Super Film! Tolle Kostüme! Tolle Kameraarbeit! Tolles Bühnenbild! Und: tolle Musik (von Tuomas Kantelinen).
Für alle, die sich nichts darunter vorstellen können: Denkt Euch eine Mischung von Hellboy, Indiana Jones mit einer Priese G. A. Romero und Plan 9 from outer Space.
Über die Hintergründe des Films weiß ich nicht viel. Der Regisseur war da etwas wortkarg, als er mit seinem Golfschläger (nicht fragen...) auf die Bühne getreten ist. Ich weiß nur, dass es sein vorletzter Film an der Münchner Filmhochschule war und keiner was davon wissen wollte. Zumindest keiner mit Fördergeldern. Aber der Film hat es trotzdem ins Kino geschafft. Sogar mit Förderung.
Wenn ich was bemängeln müsste, dann wären das 2 Dinge:
1. Der Film hätte ruhig die doppelte Länge vertragen, aber vielleicht kommt das ja noch in "Der goldene Nazivampir von Absam 3: Hossa hossa, Barbarossa" und
2: es kamen zu wenig Frauen darin vor. Vor allem hätte ich nichts gegen ein paar leichtbekleidete Vampirinnen gehabt ^__^
Sollte der Film bei einem Filmfestival in Eurer Nähe laufen: ansehen.
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