To Your Scattered Bodies Go von P. J. Farmer war klasse. Sir Richard Francis Burton legt sich mit Herrmann Göring an, alle Menschen, die je gelebt haben, stehen wieder auf und kommen immer wieder, wenn sie sterben und das ganze auf einem Planeten, der in ein gigantisches Flusstal verwandelt wurde.
Das magische Labyrinth ist der vierte und damit vorletzte Band der "Riverworld"-Reihe. Burton ist immer noch der Held, Göring inzwischen kein Schurke mehr und die Geschichte über die Flusswelt ist auch nicht mehr so richtig gut. Zwar schaffen es Burton und Konsorten bis zum Turm, von dem aus die Welt gesteuert wird und lösen einige Rätsel, aber bis dahin ist es sprichwörtlich ein langer weg. Die letzte Schlacht der Geschichte der Flusswelt, unzählige historische Einschübe und - ich muss es so nennen - Gefasel über die Wathans (Seelen) der Menschen, die durch die Technologie der Herren der Flusswelt einen neuen Körper erhalten. Alles sehr konfus, streckenweise ermüdend und irgendwie auch langweilig. Da will ich mir gar nicht ausmalen, wie Farmer die anderen Nachfolgebände gefüllt hat.
Vielleicht stolper ich noch mal irgendwann über den letzten Band, der könnte noch mal interessant werden, aber den Rest lasse ich einfach mal bei Seite.
20.03.2009
Das Magische Labyrinth [Review]
27.09.2008
To your scattered bodies go [Review]
Ein Roman von P. J. Farmer
Ich glaube das erste Buch, das ich von Farmer gelesen habe war "Fleisch", das beweisen sollte, dass Fantasy und erotische Literatur eine Verbindung eingehen können. Man kann darüber streiten, aber für meinen pubertären Lesegeschmack war das damals genau das Richtige.
Ich hab's seitdem nicht weit von Fantasy und SciFi weggeschafft, mein Lesegeschmack muss also immer noch pubertär sein, aber ich verlasse mich einfach mal auf Leute die es wissen müssen, wenn ich behaupte, dass "To your scattered bodies go" ein Klassiker ist, egal welches Genre man bevorzugt.
Warum? Farmer hat eine Art zu schreiben, die ganz unauffällig daherkommt und keine Kunststückchen braucht um zu unterhalten. Dieses Buch ist eines von der Sorte, bei der man sich fragt, warum man schon bei Seite 100 ist, wo doch noch gar nicht so viel passiert ist. Von Seite zu Seite baut sich langsam immer weiter Spannung auf, ohne dass der Leser weiß, wohin ihn diese Spannung führen wird. Und das Ende des Buches ist ein Kliffhanger, der den Griff zum nächsten Band (The fabulous riverboat) zwingend notwendig macht.
Worum geht es in dem Buch? Sir Richard Francis Burton stirbt, aber anstatt in den Himmel oder die Hölle zu gelangen, erwacht er in einem Kraftfeld, umgeben von Abermillionen von nackten Körpern, die teilweise noch im Entstehen begriffen sind. Er schafft es, sich aus dem Kraftfeld zu befreien, wird aber von ein paar Personen in einem schwebenden Boot wieder seines Bewusstseins beraubt.
Er erwacht erneut mit allen erwachsenen Menschen, die jemals gelebt haben (36006009637 bis zum Jahr 2008 in dem ein Alien fast die gesamte Menschheit auslöscht) am Ufer eines Flusses, der sich - wie er später herausfindet - über 32 Millionen Kilometer erstreckt. Er ist nackt, jung, topfit und völlig haarlos, das einzige was er wie alle anderen bei sich trägt, ist ein Metallzylinder, der bald die Bezeichnung "Gral" erhält. Die Grale werden zweimal täglich durch regelmäßig aufgestellte Gralsteine aktiviert und mit Lebens- und Genussmitteln gefüllt. Jeder Mensch erhält also genug zu essen und entlang des Flusses gibt es auch weder Raubtiere noch Schädlinge. Es könnte das Paradies sein, wenn es nicht die Natur des Menschen wäre, sich gegenseitig zu unterdrücken und zu töten.
Wenn ich richtig gezählt habe, bereist Burton 14 Jahre lang die Flusswelt und sieht, wie aus der anfänglichen Anarchie kleine Staatengebilde werden.
Nach und nach beginnt er mehr über die Flusswelt herauszufinden. Er erfährt, dass Menschen die hier sterben, an einem anderen Ort am Fluss wieder aufwachen und dass das Flusstal von unüberwindlichen Bergen begrenzt wird, die höher aufragen als der Mt. Everest. Er lernt auch, dass es einen Mann auf der Flusswelt gibt, mit dem ihn sein Schicksal zu verbinden scheint: Herrman Göring, den er als Herrscher über einen kleinen Sklavenstaat kennenlernt und der mit jeder Inkarnation mehr von seiner Schuld verarbeitet, darüber fast wahnsinnig wird, aber am Ende anscheinend als Priester wieder zu sich selbst findet.
Aber was Burton nicht herausfinden kann ist, warum das alles geschaffen wurde.
Er trifft zwar die Schöpfer dieser Welt, aber sie weihen ihn nicht in ihre Pläne ein bzw. haben widersprüchliche Aussagen darüber.
Burton ist getrieben von der Idee sich ihnen in den Weg zu stellen und ihre Pläne zu vereiteln, denn er glaubt dass die Menschheit nach diesem Experiment einfach vernichtet werden soll.
Er begeht immer wieder Selbstmord, damit er irgendwann möglichst nah am Ursprung des Flusses am Nordpolarmeer des Planeten erwachen kann.
Das Buch endet nach Burtons 777. Tod mit der Warnung der Schöpfer der Flusswelt, dass die Seele des Menschen nur eine begrenzte Anzahl Tode aushält, bevor sie nicht mehr zum Körper zurückfindet.
Der Vorhang fällt und alle Fragen bleiben offen.
Nach dem Stoff gibt es auch einen Film und ein Computerspiel.
Labels: Review, Science Fiction
01.07.2008
Das Königsprojekt [Review]
Ein bayerisch/römisch/schottischer Fantasy-Roman von Carl Amery.
Man nehme: Die Zeitmaschine (MYST - Macchina Ingeniosa Spazio-Temporale) von Leonardo da Vincy, eine Geheimorganisation der Katholischen Kirche, die diesen bedauerlichen Fehler mit Martin Luther abschwächen will und die Erbfolge der schottischen Könige, die über ein paar Umwege (siehe Thronfolge, Legitime) zu Rupprecht, Kronprinz von Bayern führt.
Nun klingt das mit der Zeitmaschine wie eine gute Idee, aber die Sache hat natürlich einen Haken: Man kann nur Dinge ändern, die nicht im Widerspruch zur Quellenlage stehen. D.h., als man versuchte Luther zu ermorden hat sich der katholische Agent wegen eintretendem Paradoxon ("Mein Gott, Marty! Ein Paradoxon!") in Luft aufgelöst und voila! die Teufel-Tintenfass-Episode war geboren.
Also reist der Schweizergardist Füßli durch die Zeiten, um Begebenheiten zu ändern, die zwar ihn keiner Quelle auftauchen (oder nur einige Buchstaben verändern), aber das berühmte Zünglein an der Waage sein könnten. Schließlich (bevor er desertiert) sorgt er dafür, dass eine vereinigte Streitmacht von königstreuen Bayern und Schotten den Stone of Scone in die Finger bekommen und schnurstracks zum wahrlich mytischen Ende des Buches marschieren können.
"Das Königsprojekt" ist ein Buch das Spaß macht. Es ist nicht so verschroben wie "Das Geheimnis der Krypta" und hat die richtige Mischung aus Fakten, Fiktion, Action und tiefgründigen Gedanken. Kann ich guten Gewissens auch Leuten empfehlen, die noch nie von Carl Amery gehört haben.
Thronfolge, Legitime: Man möchte es nicht glauben, aber die legitime Thronfolge der Britischen Inseln verläuft nach einer Lesart (der Jakobitischen Lesart) folgendermaßen:
- 1701 - 1766 Jakob III (Jakob VIII nach schottischer Zählung). Lebte im französischen Exil. Sein Sohn Charles Edward wollte sein Reich zurückgewinnen, was ihm aber nicht gelang.
- 1766 - 1788 Karl III., alias "Bonnie Prince Charlie" heiratete eine Gräfin von Stolberg. Die Erbfolge ging über auf seinen Bruder
- 1788 - 1807 Heinrich IX, der ein Kardinal der Kirche wurde. Per Testament gingen seine Rechte an seinen nächsten gesetzlichen Erben, also Carlo Emmanuele IV. König von Sardinien. Ihm folgte sein Bruder
- 1819 - 1824 Vittorio Emmanuele I., dann dessen Tochter
- 1824 - 1840 Maria, die 1812 Franz IV., Herzog von Modena heiratete.
- 1840 - 1875 Deren Sohn Francesco (Herzog von Modena) heiratete 1842 Adelgunde von Bayern und starb ohne Nachkommen. Das Erbe ging an seine Nichte
- 1875 - 1919 Maria Theresia, Königin von Bayern und danach an ihren Sohn
- 1919 - 1955 Rupprecht, Kronprinz von Bayern. Von ihm wiederum an dessen Sohn
- 1955 - 1996 Albrecht Luitpold, Prinz von Bayern und von dem an
- 1996 - heute Franz Bonaventura Adalbert Maria Prinz von Bayern.
Franz von Bayern ist für die Jakobiter "Francis II., König von England, Schottland, Irland und Frankreich". Er ist kinderlos, sein Nachfolger wird Max Emmanuel Prinz von Bayern. Der nebenbei gesagt auch noch der Repräsentant von Pharao Ankhenkeres von Ägypten ist. UND natürlich durch das Haus Lusignan der rechtmäßige König von Zypern und Jerusalem.
Ja Himmelherrgottsakramentnoamoi! Des hätt se no ned amoi Ludwig III. - Gott hab ihn selig - dramma lassn!
Das Ganze ist ungefähr so ernst zu nehmen wie die Behauptungen, dass das Deutsche Reich weiter existiert.
Aber ziemlich interessant. Wer mehr über die Jakobiten wissen will, wird hier, hier und hier fündig.
Labels: Bayern, Jakobiten, König, Review, Schottland, Science Fiction
31.05.2008
Indiana Jones und das Königreich der verpassten Chancen [Movie Review]
Ich komme gerade aus dem neuesten, 4. Indiana Jones Film "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels". Ich hab vorher noch in der Buchhandlung in ein paar Begleitpublikationen wie seinem Tagebuch geblättert und mich auf den Film gefreut. Zeichnungen von Artefakten und alte Schriften haben Lust auf mehr gemacht und die Hitze des Tages war eigentlich perfekt für diese Art von Film.
Aber der Film war nicht perfekt für diese Art von Tag. Es gibt eine Sequenz, die mir im Gedächtnis bleiben wird, weil sie genau für das steht, was Indiana Jones immer für mich ausgemacht hat: Auf der Flucht vor KGB-Agenten gelangt Indy in ein nettes kleines 50er Jahrestädchen, das irgendwo mitten im Nichts errichtet ist. Er geht in ein Haus, in dem der Fernseher läuft und findet darin nichts weiter vor als eine Plastikpuppenfamile mit Plastikhund und Plastiknachbarn - im Grunde also eine ganz normale Kleinstadt der 50er.
Unversehends ist Indy in eine bloße Kleinstadtkulisse hineingestolpert, die keine halbe Minute darauf von einem Atombombentest weggefegt wird.
Was diese Sequenz für mich so stark macht, sind nicht die beeindruckenden Effekte und der brachialästhetische Atompilz, sondern die Beziehung, in der Indy zur Welt steht. Sie ist eine Kulisse. Tödlich, aber nur inszeniert. Und er, der Held, marschiert durch diese Kulisse um sein eigentliches Ziel zu erreichen: ein archäologisches Rätsel zu lüften und dabei den Schergen des Bösen in den Arsch zu treten. In allen bisherigen Filmen befindet sich Jones in einer Welt, die nicht die seine ist. Weder in der Universität, noch draußen bei seinen Abenteuern. Und weil er nicht in diese Welt passt, kann er sie kennen lernen, ihre Regeln brechen und dabei auch noch eine gute Figur machen.
Aus der Diskrepanz entspinnen sich Spannung und Witz. Indem Indiana Jones als gebildeter Laie eine fremde Welt entdeckt, hat auch der Zuschauer die Chance sich seinen eigenen Reim auf diese Welt zu machen.
In "Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel" ist das anders. Indy ist nicht mehr als der rote Faden, der sich durch eine Erzählung zieht, die seiner nicht bedarf. Natürlich hat er eine Funktion im Film, aber nicht wie in den anderen Filmen eine erklärende. Er verkommt zum alternden Action-Helden, der am Ende fast häuslich wird.
Und noch etwas anderes stört mich an diesem Film: In allen anderen ist das Artefakt, das was am Schluss der Suche steht, was auch logisch ist. In Jäger des verlorenen Schatzes ist es die Bundeslade, deren Schicksal erst ganz zum Schluss geklärt wird (sie hat übrigens im aktuellen Film einen Cameo-Auftritt), im Tempel des Todes sind es alle drei heiligen Steine, die zurückgebracht werden müssen und im letzten Kreuzzug ist es der Gral, der schlussendlich doch für immer unerreichbar bleibt.
Im Königreich der Kristallschädel hat das Artefakt eine andere Rolle. Es ist beinahe von Anfang an präsent, wird aktiv eingesetzt und entzieht sich am Ende jeglichen Begreifens - haptisch als auch intellektuell. Es ist nicht das Ziel der Suche. Und es ist nicht von Menschen geschaffen, also strenggenommen auch kein Artefakt. Also strenggenommen nichts was mit Archäologie zu tun hat, also streng genommen auch nichts für Indiana Jones. Wenn Lara Croft den Fall übernommen hätte, dann hätte ich keine Einwände gehabt, aber so...
Das macht aus dem ganzen noch keinen schlechten Film und meine Kritik ist auch ziemlich schwammig, das gebe ich zu. Aber trotzdem: Daraus hätte man mehr machen können...
Labels: Fantasy, Film, Indiana Jones, Review, Science Fiction
03.01.2008
Das Geheimnis der Krypta
Ein Roman von Carl Amery
Ich bekenne mich schuldig. Schuldig dieses Buch nicht schon eher gelesen oder wenigstens einen Versuch unternommen zu haben mal mit Carl Amery in Kontakt zu kommen. Von einem angehenden Schriftsteller, der wie Amery in Freising auf's Dom-Gymnasium gegangen ist, hätte man das eigentlich erwarten können, aber Amery ist 2005 gestorben, and that's that...
Das Geheimnis der Krypta ist, wenn ich das richtig sehe sein letzter Roman gewesen. Denn in den Jahren bevor er das Schreiben aus gesundheitlichen Gründen ganz aufgegeben hat, widmete er sich kritischen Themen zu Ökologie, Religion und Gesellschaft.
Ich kannte schon "Der Untergang der Stadt Passau", was eine bayerische Version von "A canticle for Leibowitz" ist und "Das Geheimnis der Krypta" hat grob das gleiche Thema: Menschengemachte Apokalypse bzw. Postapokalypse. In "Der Untergang der Stadt Passau" ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und die Überlebenden streiten sich darum, wie man die Gesellschaft wieder aufbauen sollte. Auf dem letzten Stand der Technik? Oder einige Kulturstufen darunter, so in etwa zwischen Bronze- und Eisenzeit? Gar nicht so einfach, wenn man sich dafür um tausend lebensnotwendige Fragen kümmern muss, wie die, wo wie man die Bevölkerung mit Salz versorgt.
In Geheimnis der Krypta wird hingegen die Geschichte erzählt, wie es zum Tod von mehr als 90 % der Weltbevölkerung kommen konnte (12 Monkeys lässt grüßen). Da ist zunächst einmal ein brillianter und leicht verrückter Wissenschaftler, der zu Beginn des 20 Jh. in Freising unter anderem alchemistische Experimente anstellt und damit an eine krawonische Propagandabroschüre vom Ende des Jahrhunderts herankommt, mit der er aber nicht sonderlich viel anfangen kann, obwohl er sie von einem Freund übersetzen lässt in dessen Nachlass sie auch verbleibt.
Sein unehelicher Sohn, Korbinian Irlböck, der seinen Vater nie gesehen hat, verbringt den zweiten Weltkrieg in Afrika, forscht danach in den USA über die Huronen-Mission der Jesuiten, kehrt aber dann nach einer bedeutenden Erbschaft nach Freising zurück um sein großes Werk in Angriff zu nehmen: Die Spharagistik, die Lehre von den Verlierern und den nicht verwirklichten bzw. nicht ernst genommenen Geschichtsverläufen.
Eine mysteriöse Forschungsgesellschaft wird auf ihn aufmerksam, fördert seine Arbeit und beauftragt ihn Vorschläge auszuarbeiten, wie die Menschheit als Ganzes gerettet werden kann. Irlböck reicht zwei Vorschläge ein: Freising 1 (Aufklärung und sanfte Umstellung zu nachhaltiger Lebensweise) und Freising 2 (Radikale Reduktion der Menschheit auf 5% ihrer Größe).
Und siehe da! Natürlich wird Freising 2 angenommen, ohne dass Korbinian anfangs davon weiß. Aber er stößt auf die Propagandabroschüre, lernt krawonisch, um sie zu übersetzen und wird schließlich als deutsche Delegation auf einen Kongress nach Krawonien geschickt. Dort wird klar, dass die Machthaber bereits an der Umsetzung von Freising 2 arbeiten und Kobinian versucht gegenzusteuern. Aber die Maschine ist in Gang gesetzt.
Korbinian trifft im Verlauf der Geschichte auf einen Mann, der behauptet sein Sohn zu sein, eine Frau, die er für seine Tochter hält und legt im Keller seines Hauses einen geheimen Raum frei, der mit der Krypta des Domes verbunden ist.
Was das Ganze mit der Krypta im Freisinger Dom und der Bestiensäule zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden. Gut, die Bestiensäule hat was apokalyptisches und sie gehört nun mal zum Schauplatz dazu, aber eigentlich notwendig ist sie nicht. Auch die ganze Vor- und Familiengeschichte von Korbinian scheint mir ein wenig zu lang, aber darüber kann man sich streiten. Und für die Postapokalypse-Fans bleibt nur das letzte Kapitel, in dem ein Sonderkommando aus Krawonien sich nach Freising durchschlägt, um dort zwei Plaketten im Dom und in Irlbecks Haus anzubringen, die der historischen Tat gedenken. Sie schaffen es nicht ganz. Schon vorher durch die große Seuche, Heckenschützen, Fahnenflucht und zusammenbrechende Infrastruktur (zuletzt steigen sie auf Fahrräder um...) dezimiert fallen sie schließlich ihrer eigenen Gier zum Opfer. Aber wie das Leben so spielt, landen sie genau an der Wohnstätte des alten Korbinian, der die Seuche überlebt hat. Dieser Teil hat mir eigentlich am besten gefallen.
Die schönsten Stellen des Romans erinnern ein wenig an "Cat's Cradle" oder "A canticle for Leibowitz
", die nicht ganz so guten vielleicht an "Foundation
", nur eben auf Bairisch, was dem ganzen einen besonderen Charme verleiht. Dazu noch Einsprengsel von Franzäsisch, Englisch und einem alten Text von nordischen Göttern und "Fanpost" an Irlböck.
Ganz rund ist das nicht, aber zumindest ich als Freisinger / Moosburger hab das Buch genossen. Und ärgere mich weiter über mich selbst...
Labels: Carl Amery, Dom-Gymnasium, Freising, Review, Science Fiction
19.10.2007
The Voyage of the Space Beagle
The Voyage of the Space Beagle von A. E. van Vogt ist eines dieser Bücher, die man als "space opera" bezeichnet. Ich habe nie ganz verstanden, was Oper mit Science Fiction zu tun hat (Hawkwind und andere hin oder her), aber sei's drum, in Seifenopern kommt ja auch keine Seife vor.
Das Buch hat jedenfalls Spuren in der Geschichte der Science Fiction hinterlassen, vor allem der dritte Abschnitt "Discord in Scarlet".
Vier ursprünglich eigenständige Geschichten, die zwischen 1939 und 1950 in "Astounding" und "Other Worlds" erschienen sind, wurden hier zusammengefasst. Protagonist ist der Nexalist Dr. Elliott Grosvenor, eine Art Über-Wissenschaftler, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass er seine Kollegen auf dem Schiff durch Gedankenkontrolle vor ihrer eigenen Dummheit rettet. Und natürlich keinen Dank dafür bekommt.
Zwei der Geschichten "Black Destroyer" und "Discord in Scarlet" sind sich relativ ähnlich. In beiden dringt eine Lebensform die übermenschliche Fähigkeiten hatin das Schiff ein.
Coerl ist ein raubkatzenhaftes Wesen, mit Tentakeln an den Schultern, das Psi-Fähigkeiten hat und sich von Lebensenergie ernährt. Auch ansonsten benimmt es sich wie ein Vampir und dient als Vorlage für das "Displacer Beast" in D & D.
Ixtl hingegen ist ein uraltes Wesen, das die Vernichtung eines älteren Universums überlebt hat und danach so lange im All trieb, bis die Beagle des Weges kam. Es kann durch Wände gehen indem es seine Atomstruktur auflöst und schnappt sich eine Hand voll Besatzungsmitglieder, um seine Eier in ihnen abzulegen. Klingt wie aus "Alien"? Dazu gleich...
In beiden Fällen hat Grosvenor die rettenden Einfälle, weil die Wesen bestimmten Entwicklungsstufen zugeordnet werden können. Im Buch sind das Frühling bis Winter. Zu einem gewissen Grad ist also bekannt, wie sie handeln werden. Ixtl zum Beispiel rechnet nicht damit, dass die Menschen eine schwerwiegende Beschädigung ihres Schiffes in Kauf nehmen, um ihn los zu werden, weil er selbst zu sehr in den Kategorien von Land und Besitz denkt.
Ixtl war übrigends angeblich das Vorbild für den Xenomorph der Alien-Reihe und A. E. van Vogt hat 20th Century Fox deswegen verklagt.
"War of Nerves" handelt vom Kampf Grosvenors gegen eine außerirdische Vogelrasse, die geistigen Kontakt mit dem Schiff hergestellt und so unbeabsichtigt die ganze Mannschaft (bis auf Grosvenor) unter Gedankenkontrolle gebracht hat. Grosvenor nimmt Kontakt mit der Rasse auf und schafft es das Schiff freizubekommen.
"M33 in Andromeda" ist vielleicht die überraschendste der Geschichten. Wieder nimmt ein Wesen mit dem Schiff Kontakt auf, ist aber nicht greifbar. Das Raumsegment, durch das sich die Space Beagle bewegt, ist voller Dschungelplaneten ohne höheres Leben, deren Städte im wahrsten Sinne des Wortes platt gemacht worden sind.
Grosvenor muss die Mannschaft mit Gedankenkontolle dazu bringen ihm zu glauben, dass es sich bei dem Wesen - Anabis - um eine gasförmige Intelligenz handelt, die über den Raum verteilt ist und nur nach weiterer Beute sucht. Um zu verhindern, dass sie auch andere Galaxien verschlingt, lockt die Space Beagle Anabis ins leere All hinaus, wo sie schließlich verhungert.
Die Ideen für die Außerirdischen sind nicht schlecht, aber manches wiederholt sich und die Intrigen gegen die Mannschaft sind nicht so spannend zu lesen. Aber es ist nett in jeder Geschichte auch die Innenperspektive der Aliens mitzubekommen, die mächtige Wesen sind, aber letztendlich der menschlichen Zivilisation unterliegen.
Insgesamt wohl ein Klassiker der Science Fiction aber kein echtes Lesevergnügen.
Labels: A. E. van Vogt, Science Fiction
17.10.2007
Alan Dean Foster
Und wenn wir schon bei Alan Dean Foster sind: Ich hab den Mann gefragt, ob er mir (und euch) einen Tipp für's Schreiben geben kann. Hier seine Antwort:
Read as much as you can of whatever genre you wish to write in, be it fiction or non-fiction. Nothing is worse than spending a year on a novel only to find out that the same central idea appeared in a story by, say, Ralph Milne Farley in Weird Tales in 1937. Learn proper manuscript format (it's easy). Always back-up everything, every day, to at least two different sources, and keep one in a separate location from your study/office/kitchen table. Write what you enjoy writing...which means what you enjoy reading.
And...good luck.
Alan F
Uh... da spricht jemand aus Erfahrung. Alan Dean Foster hat ungefähr 1000 Bücher geschrieben, unter anderem war er der Ghost-writer für das erste Star-Wars-Buch, hat an den Drehbüchern der Alien-Filme gearbeitet und ist sowohl auf dem Gebiet SciFi als auch Fantasy bewandert. Außerdem hat er eine nett anzusehende Internetseite mit vielen schönen Bildern von überall auf der Welt.
Also: Viel lesen, viel schreiben und die Sicherungskopien nicht vergessen!
Dark Star
Das Buch Dark Star bzw. "Reiseziel Ewigkeit" von Alan Dean Foster stammt aus dem Jahr 1974 und das merkt man auch. Ich sag nur: Hippies im Weltraum!
Die Dark Star fliegt seit drei Jahren durch das All auf ihrer Mission Planeten, die in Zukunft instabil und damit gefährlich werden könnten zu zerstören. Der Kommandeur wurde bei einem Unfall getötet und die verbleibenden Männer (Pinback, Doolittle und noch zwei an deren Namen ich mich nicht mehr erinnern kann) haben eigentlich überhaupt keine Lust mehr noch weiter durchs All zu gondeln.
Das Schiff hat allerhand Mängel und fällt von Tag zu Tag mehr auseinander und der Astronom kommt kaum noch aus seiner Beobachtungskanzel heraus. Aber sie haben nur noch zwei Bomben und die eine wurde soeben abgeworfen. Doch auf dem Überlichtflug zum nächsten Ziel passieren sie ein Energiefeld und ein kleiner Kommunikationslaser bekommt was ab. Nur der Astronom merkt was und geht los, um es zu reparieren. Zwischendurch wird einer der Männer beinahe von einem aufgelesenen „Maskottchen“ getötet, das ihm beim Füttern aus einem Käfig entwischt ist. (Sieht aus wie ein fleckiger Ball mit Beinen und ist mit Gas gefüllt.)
Als sie die letzte Bombe abwerfen wollen, löst diese sich nicht vom Schiff und fährt munter mit dem Countdown fort. Also geht Doolittle raus, um mit der Bombe "vernünftig" zu reden (Er fragt sie zum Beispiel woher sie weiß, dass eine Welt außerhalb ihres Denkens existiert) und tatsächlich hält sie den Countdown an und kehrt ins Schiffsinnere zurück. Als Doolittle aber ebenfalls zurück ins Schiff will, wird der Astronom aus der Luftschleuse gesaugt. Doolittle hinterher, aber dummerweise erkennt die Bombe in dem Moment, dass sie eigentlich Gott ist und geht mit den Worten „Es werde Licht!“ hoch.
Während der Astronom vom Phönix – Asteroidenschwarm mitgenommen wird, surft der wellenreitbegeisterte Doolittle auf einer Leiter aus dem explodierten Schiff auf den instabilen Planeten hinunter, wobei er verglüht.
Über die Qualität des Buches kann man sich streiten, aber der Film von John Carpenter wurde zum Kult. Wahrscheinlich vor allem wegen den philosophischen Gesprächen mit der Bombe und dem aufgeblasenen Strandball, der als außerirdisches Maskottchen diente. (Es sah wirklich nur aus wie ein Strandball an den man Beine geklebt hat.) Vielleicht aber auch, weil das Wort "Alien" hier zu seiner Bedeutung als Raumfahrer-mordendes Wesen gefunden hat.
Beides ist eine erfrischende Erfahrung. Erstens gibt es keine Helden, zweitens gibt es kein Happy End und einen Sinn gibt es wahrscheinlich auch nicht. Was will man mehr nach so vielen anderen seriösen, bedeutungsschwangeren Texten?
10.09.2007
Ender's Game
Ein SciFi-Roman von Orson Scott Card
Und wieder einer dieser Autoren mit Doppelkonsonanten im Namen. Es hat lange gedauert, bis ich dazu gekommen bin, mir Ender's Game bzw. Das große Spiel. zu kaufen. Ich habe das erste Kapitel vor mehreren Jahren in einer Buchhandlung gelesen und war nicht sonderlich davon beeindruckt. Vielleicht deswegen, weil ich den Rat des Autors missachtet und zuerst das Vorwort gelesen habe.
Sei's wie's sei, jetzt habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.
Es handelt von "Ender" Wiggin, einem hochbegabten Jungen, der für ein Militärprogramm unter Beobachtung steht. Die Menschheit wurde bereits zwei Mal von insektenähnlichen Außerirdischen (die Buggers) angegriffen und nur durch eine Mischung aus purem Glück und einem genialen Strategen (Mazer Rackham) konnten die Feinde besiegt werden. Aber man will es nicht auf ein drittel Mal ankommen lassen. Gleich nach der zweiten Angriffswelle haben die Menschen ihre Flotte zu den Heimatplaneten der Aliens geschickt. Sie werden bald ankommen und bis dahin braucht man einen Feldherren von der Größe eines Julius Caesar oder Alexanders des Großen.
Es wird schnell klar, dass der noch nicht einmal 12-jährige Ender die beste, wenn nicht die einzige Hoffnung der Menschheit ist. Seine Ausbildung ist unmenschlich und unfair, aber selbst als er seine Armee von Kindern in einem Übungskampf gegen die doppelte Anzahl von Gegnern führen muss, gewinnt er. Er wird von der "Battle School" zur Flottenleitung versetzt, wo die Simulationen weiter gehen.
Das Buch hat zwei Pointen, die ich hier beide nicht verraten möchte. Die erste, die den Krieg gegen die Buggers anbelangt ist fast vorhersehbar, die zweite weniger und obwohl die Story immer wieder überarbeitet wurde, bleibt sie ein kleines Bisschen unrund. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die drei Handlungsstränge in ihr nicht ganz ausgewogen sind.
Da ist zum einen die Geschichte von Ender Wiggin, der seine Schwester liebt, aber seinen Bruder hasst. Enders wiederkehrende Angst ist es wie sein srupelloser Bruder zu werden, der zum Spass Eichhörnchen lebendig häutet. Dabei wird er darauf vorbereitet Millionen von Buggers zu töten und den Tod von tausenden Soldaten in Kauf zu nehmen.
Als zweites die Geschichte seiner älteren Geschwister. Ebenfalls hochbegabt aber entweder zu weich oder zu hart für das Militär. Enders Bruder Peter gibt sich damit aber nicht zufrieden und beschließt die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dass zwei Kinder sich das vornehmen ist schwer zu schlucken, aber der Leser schluckt es. Sie schreiben unter den Pseudonymen Demosthenes und Locke politische Essays und bringen so die Macht der Massen hinter sich, bis sie alt genug sind zu regieren.
Und dann ist da noch das "Riesen-Spiel", das Ender zur Erholung spielt und das immer groteskere Züge annimmt. Seine surrealistischen Erlebnisse wollen einfach nicht zum Rest passen und erst am Ende wird der Sinn dahinter klar.
Ich glaube was das Buch vor allem ausmacht ist die Sprache. Die Story ist gut, keine Frage, die Personen sind glaubwürdig, aber das das Ganze funktioniert nur, weil O. S. Card das Innenleben Enders von diesem selbst erzählen lässt. Dieser Wechsel in die Ich-Form gelingt ihm so glatt, dass man das meistens gar nicht mitbekommt. Und so sollte das auch sein. Außerdem war er so klug nicht auf technische Details einzugehen. Die Kinder übern mit Laserwaffen und die Menschenflotte hat eine Waffe, die "Doctor Device" genannt wird und in einer Kettenreaktion Materie auseinander ist, die sich zu nahe beieinander befindet (Ansammlungen von Schiffen zum Beispiel), aber er begibt sich nie in die Peinlichkeit Computer mit Magnetbändern oder noch besser Lochstreifen auszustatten, wie man das bei älterer SciFi immer wieder findet.
Ender's Game. Zurecht ein Klassiker.
22.06.2007
Planet der Veteranen
Ein Perry Rhodan Roman von H. G. Ewers
Was für ein schlechtes Buch! Gar nicht mal so fürchterlich schlecht geschrieben und dass Leute ständig "Holster" (das für die Pistolen) und "Halfter" (Das für das Pferd) verwechseln ist zwar traurig aber wohl nicht zu ändern.
Aber zumindest bei mir scheitert der Text an etwas Grundsätzlichem: Einer Identifikationsfigur. Ein Held mit Gefühlen und Gedanken ist gut, ein Abziehbild davon ist auch noch in Ordnung, aber ein über 100-jähriger Nachfahre von Admiral Nelson, der ständig säuft, sich übergibt und alle Zähne ausgeschlagen bekommt? Vielleicht denke ich in 80 Jahren, wenn ich selber über 100 bin anders darüber, aber ich kann mit Protagonisten, die wirklich fast auf jeder Seite eine Flasche hochprozentigen Alkohol in der Hand haben, nicht viel anfangen. Das wird auch dadurch nicht besser, dass der Alkohol seine Berechtigung in der Handlung hat.
Dem Nachfahren von Nelson wird nämlich sein Schiff geklaut und zwar von einer Gruppe der "Blues", die auf ihrem Planeten gegen einen Tyrannen kämpft. Er holt sich sein Schiff zurück, beschließt den Aliens zu helfen und findet heraus, dass sie vom Alkohol größenwahnsinnig werden. Nur der Tyrann nicht. Der wird davon unterwürfig. So wird der Umsturz ganz einfach und alle können noch mehr saufen.
Gut, vielleicht liegt es an Perry Rhodan und ich bin einfach nicht die richtige Zielgruppe, aber gute Science Fiction ist Planet der Veteranen nicht. Noch nicht mal annehmbare...
19.06.2007
Ein Cyborg fällt aus
Jeder kennt Frank Herberts "Dune"-Zyklus. Die meisten die Filme, viele die ersten ein oder zwei Bücher, denen man nachsagt gleich hinter dem Herrn der Ringe zusammen mit der Bibel auf Platz zwei der meistgelesenen Texte zu liegen und ein paar wenige auch die ganze Reihe bis hin zu den Pre- und Sequels von Brian Herbert und Kevin J. Anderson.
Die anderen Bücher Herberts sind dagegen fast unbekannt. Was mich nicht wundert, nach dem was ich bisher davon gelesen habe.
In Ein Cyborg fällt aus. wird ein Kolonieschiff mit einer kleinen aktiven Besatzung und einer Menge Lebewesen im Cryoschlaf auf die Reise geschickt, um einen neuen Planeten zu besiedeln. Sie alle sind Clone, die eigens auf diese Aufgabe vorbereitet wurden. Die Handlung beginnt mit einer Katastrophe: Alle drei Organischen Gehirnzentren, die das Schiff steuern und überwachen sollten sind nacheinander ausgefallen und die einzige Möglichkeit das Schiff sicher ans Ziel zu bringen ist es ein künstliches Bewusstsein zu erzeugen. Die Mannschaft macht sich sofort an die Sache und im Wesentlichen macht sie dabei eines: reden.
Vor allem über das Bewusstsein. So nebenbei bauen sie aus den Schaltungen, die sie dabei haben den "Ochsen", eine Vorstufe zu einem Bewusstsein, der zusammen mit dem Computer und nicht zuletzt mit dem Kommunikationsgerät zu einem denkenden Wesen wird. Zu spät erkennen die Menschen, dass sie das Ding, das sie geschaffen haben nicht mehr abschalten können und auch die Selbstzerstörung nicht mehr funktioniert.
Die Pointe hat dann wieder was: Das erwachte Schiff landet auf dem neuen Planeten und fordert die Menschen auf sich Gedanken zu machen - darüber, wie sie es verehren wollen.
Das Problem des Bewusstseins ist eine interessante Sache, aber leider in diesem Buch nicht. Obwohl Herbert großzügig mit Fremdwörtern um sich schmeißt, dringt man doch nicht zum Kern des Problems vor. Schon allein aus dem Grund, weil das ganze auf den Ochsen übertragen wird und nicht bei den Menschen stattfindet.
Dune-Leser werden aber ein paar mal schmunzeln. Das Buch wurde 1965 als Destination: Void oder Do I Sleep or Wake veröffentlicht, also kurz vor dem ersten Band von Dune. Die Mannschaft in Ein Cyborg fällt aus wurde in Axlotl-Tanks gezüchtet und als sich ein Mannschaftsmitglied mit dem Bewusstsein des Schiffs verbindet, stellt er sich sein eigenes Bewusstsein wie einen Wurm vor.
Fazit: Nur für Hardcore Herbert- oder Bewusstseinsforschungs-fans zu empfehlen.
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A longboarder's closest calls over 10 years of filming - [image: top-10-close-calls-longboard.jpg] Lonboarder Josh Neuman put together this compilation of his ten closest calls while filming his longboarding over...
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Take Me To Your Leader - Acht Jahre nach der Veröffentlichung dieses Album von 2005, des einzigen vollwertigen Hawks-Studioalbums der Nullerjahre, darf man es sich guten Gewissen...
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