06.07.2010

Danke für die Streuner

Kurzfassung:
- Der zweite Fantasyroman, bei dem ich am Rande die Finger mit im Spiel hatte wird am 12. Juli 2010 bei Heyne erscheinen
- Wird Zeit, dass auch mal einer von mir veröffentlicht wird
- Ich gratuliere, Manuel
- Äh ... danke, Heyne

Buchcover

Langfassung:
Wie schnell die kleinen doch das Laufen lernen ... Die kleinen Bücher meine ich natürlich. Also eigentlich die großen Bücher, die aber noch klein sind. Äh ...

Egal, nachdem der Himmel voller Altostratus undulatus, Cirrus virgatus und den üblichen Cumulus-Wolken ist bin ich ein wenig durch den Wind und seit Samstag schleichen Kopfschmerzen in meiner Großhirnrinde herum und lauern nur darauf, so richtig loslegen zu können. Normalerweise wachsen sie sich aus der Position ein Mal im Jahr zu einer echten Migräne aus mit Sternchensehen und Gliederzucken und allem was dazugehört.
Aber man lernt ja nie aus und ich habe dazugelernt, dass ich meine Kopfschmerzen einfach wegspazieren kann. Ich lauf eine Viertelstunde durch die Gegend, atme wie es einem in den Yoga-Büchern empfohlen wird und - tataa! - es geht wieder.

Seid ihr noch an Bord? Ja? Warum erzähle ich das eigentlich? Weil es mir gerade einfällt und weil es irgendwie zu Manuel Charisius und seinen Streunern passt. Ich bin so 2008 rum auf ihn gestoßen und fand seine Art sich auszudrücken so seltsam, wie das unter angehenden Schriftstellerkollegen  wahrscheinlich sein muss. Er war eifrig dabei einen Verlag für sein Projekt zu finden, das damals noch den Arbeitstitel "Könige" trug und schleppte sich von Monat zu Monat in dem wieder mal keine Zusage kam - ein ganz normales Schriftstellerleben also. Zumindest hatte er schon eine Literaturagentur, die sich um ihn gekümmert hat, war also schon einen Schritt vorangekommen.

Und dann kam der Tag an dem Heyne die Idee hatte einen Fantasyschreibwettbewerb ins Leben zu rufen. Magische Bestseller wurden dabei gesucht und wie man sich denken kann, wenn ein großer Verlag auf derart subtile Art darum bittet mit unausgegorenen Manuskripten gesteinigt zu werden wurden sie überrollt von einer Flut von Papier. Sie haben damals die Bilder rumgeschickt, das sah aus als hätte Dagobert seinen Geldspeicher mit Altpapier vollgepackt.
 Und irgendo in diesen ganzen Stapeln harrte auch Manuels Manuskript seiner Entdeckung. Ich hatte vorher die Ehre und das Vergnügen es zu lesen und daran rumzukritisieren und hab mir dabei gleich den Faux-Pas geleistet vor dem letzten Kapitel Hurra zu schreien. Aber ich hab mich sogar überreden lassen selbst ein Manuskript einzusenden, das natürlich nicht unter die Gewinner kam, weil sich das für ein Fantasy-Manuskript, das mit den Worten "Ich hasse Helden." beginnt, ja auch nicht gehört.

Aber Manuel zählte zu den Glücklichen. Im März 2009 gab Heyne die 5 Finalisten bekannt und "Die Streuner" waren mit dabei. Bingo. Jackpot. 6 Richtige. Ein Traum, der in Erfüllung geht.

Ich hatte da gerade "Alice on Speed" rausgebracht, also hielt sich mein Neid in Grenzen und ich war - sagen wir lindgrün und nicht giftgrün.

Dann passierte erstmal längere Zeit nichts. Manuel machte sich an die Überarbeitung des Romans, erstellte einen Trailer für YouTube und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Dann begann Heyne die Manuskripte zurückzusenden. Wenn ich mich richtig erinnere waren es an die 1600 Einsendungen. Aber das hat dem Verlag nicht gereicht. Nein, sie wollten jedem Teilnehmer danken und haben noch ein Buch dazugepackt. Die einen hat's gefreut, die anderen haben sich gefragt, ob Heyne im Lotto gewonnen hat.

Tatsächlich war das eine geschickte Art und Weise sich loyale Schreiber heranzuziehen oder sie an sich zu binden. Die einen Autoren, die grottenschlechte Manunskripte, die ihrer Zeit voraus sind eingereicht hatten bekamen diese ziemlich schnell zurück und dazu ein Buch quasi als Beispiel, wie man's besser macht. Die anderen wurden wieder und wieder geprüft und haben ihren 'Trostpreis' erst vor kurzem bekommen.
Zumindest ist das meine Theorie.
Es wird also Zeit, dass ich die Hürnin wieder entstaube, die restlichen 260 + Seiten schreibe und auf das nette Angebot von Heyne zurückkomme. Diesmal mit einem Helden, der sich auch so aufführt wie einer.

Was ich so lese