22.04.2014

An alle Nerds und solche, die es werden wollen

Vielleicht hatten wir ja auf der Nerd Nite das Vergnügen miteinander Bekanntschaft zu machen (oder genügend Abstand zwischen uns zu lassen) und jetzt weißt Du nicht so genau, was Du damit anfangen sollst.

Kein Problem. In dringenden Fällen kannst Du mir einfach eine Mail schreiben. Ansonsten gibt es hier ein paar Handlungsanweisungen:

1. Kauf meine Bücher. Am besten direkt bei mir, denn dann bleibt für mich am meisten übrig und Du darfst Dir eine Widmung wünschen. Wenn Du gleich die komplette Memphisto-Pentalogie nimmst, bekommst Du einen Rabatt.

2. Hol Dir "Die Chronik der Hürnin 1: Das alte Reich" für Deinen E-Book-Reader. Du kannst damit auch noch ein Jahr warten, dann gibt es neben der überarbeiteten Ausgabe bestimmt auch schon den 2. Band.
Besonders wenn Du

3. Mir beim Schreiben von "Die Chronik der Hürnin 2: Das hohe Reich" hilfst. Testlesen, Ideen beisteuern, Rechtschreibfehler ausmerzen. So was in der Art.

4. Wenn Literatur nicht so Dein Ding ist, dann brauchst Du vielleicht einen Werbetexter. Kein Problem, ich bin gerade einer.

19.03.2014

Warnung an die Marionette

Warnung an die Marionette

Spring im Kreis, kleine Puppe, spring!
Lass die Glieder knacken, sing!
Nur Wind, der an den Fäden zerrt
Die dich heben oder senken.
Wehr dich nicht, du musst bedenken,
Dass nur blutet, wer sich wehrt.



Keine Ahnung, wann ich das geschrieben habe, aber es fühlt sich uralt an.

07.03.2014

Tolom abgeschlossen, die Hürnin 2 bei 40 Seiten

Ich muss zugeben, ich hatte ein wenig Angst davor, was mich in der verstaubten Datei von "Tolom" erwarten würde. Es war mein erstes großes Fantasyprojekt, ich bin damals noch zur Schule gegangen und hatte ein kleines Problem mit "wahr / war", "nam / nahm" und anderen Wörtern, wo ein "h" reinkommt oder auch nicht.

Jepp, davon habe ich einen Menge gefunden, aber ansonsten gab es keinen Grund an meiner Genialität zu zweifeln ^__^
Gut, sprachlich und strukturell ist das Buch absolut nicht der Hammer, aber die Geschichte ist nicht schlecht und lohnt vielleicht noch mal einen Besuch. Wenn ich mit den 1000 anderen Projekten fertig bin.
Momentan schreib ich am 2 Band der Chronik der Hürnin (jemand hier, der als Berater fungieren will?) und muss noch entscheiden, welches Manuskript ich zur Korrektur ranziehe.

Chronologisch wäre jetzt "Aus einem Traum" dran, aber das ist wirklich starker Tobak, also wird's wohl das Kaninchenbuch.

Das Spannende am korrigieren alter Texte ist für mich, dass es was von Archäologie hat. Ich stoße immer wieder auf die gleichen Themen in unterschiedlicher Zusammensetzung und anders ausgeführt. Berge, Höhlensysteme, von Dämonen besessene Helden. Das kann man jetzt einfach unter "unkreativ" verbuchen oder den Gesetzmäßigkeiten fiktiver Welten zuschreiben, aber für mich hat es eine persönlichere Bedeutung. Ich hatte dieses Gefühl des Wiedererkennens schon mal. In der Zeit, als ich meine Tagebücher nochmal gelesen habe. Ich habe das Beste (?) rausgezogen und ein Buch daraus gemacht. Das hat mir geholfen des Rest abzuhaken.
Und mit meinen Fantasy-Büchern ist es ähnlich. Ich werde sie nacheinander durchkorrigieren, um das Beste für mich rauszuziehen und den Rest abzuhaken. Das bedeutet nicht, dass ich danach kein Fantasy mehr schreiben werde, aber es wird Zeit, dass ich wieder auf diesen Berg steige, der in mir auf mich wartet, den Blick schweifen lasse und mir dann ein schönes Tal aussuche, das ich auf dem Weg zum nächsten Gipfel durchwandern kann.

05.02.2014

Frag nicht, was Dein Schriftsteller für Dich tun kann ...

... sondern frag, was Du für Deinen Schriftsteller tun kannst. Ihr könnt nämlich wirklich was für mich tun.

Aber erst mal hab ich was für euch. Ich lebe seit Anfang Januar auf Orkney und bin hier auf eine Schatztruhe voller Geschichten, Mythen und Zeug zum erzählen gestoßen. Wer Lust hat sich inspirieren zu lassen, kann einen Blick auf 3monateorkney.blogspot.com werfen. Ende März bin ich wieder zurück.

Das Schöne an Orkney ist, dass das Wetter so schlecht ist. Das heißt ich komme zum Schreiben. Momentan überarbeite ich mein Erstlingswerk "Tolom" und schreibe nebenbei am Zweiten Band von "Die Chronik der Hürnin". Er trägt den Titel "Das hohe Reich", ich bin gerade irgendwo auf Seite zehn und hab eine ungefähre Vorstellung davon, wie das Buch aussehen wird.

Aber ich würde gerne eure Meinung hören und von Anfang an einbinden. Vier Augen sehen mehr als zwei und je mehr Köpfe ihre Kreativität in das große Sieb schütten, desto mehr Edelsteine bleiben darin hängen. Also: Habt Ihr Lust, mit mir zusammen eine Reise durch die Welt der Hürnin, die der Dämonen und durch das hohe Reich zu machen? Sagt Bescheid.

13.12.2013

Schlachtfeld Kino

Das Licht geht an, der Abspann läuft und auf dem Weg nach draußen wünschen einem die adrett gekleideten jungen Menschen noch einen schönen Abend, bevor sie sich mit Müllsack und Staubsauger bewaffnet an die Arbeit machen.


Vielleich gehören Sie ja zu der aussterbenden Spezies von Menschen, die nach dem Film noch sitzen bleiben, die Stimmung auf sich wirken lassen und den Abspann in Dolby-Surround genießen. Dann bekommen Sie möglicherweise den ersten Akt des Dramas mit, das sich tagtäglich in Kinosälen rund um den Globus abspielt: Das Saubermachen.


Es beginnt mit einer Einschätzung der Lage. Schon allein am Müll, der liegen bleibt, kann man erkennen, welcher Film gerade gelaufen ist: Halbvolle 1,5 Liter-Becher und Popcornverwehungen unter allen Sitzen: Kinderfilm. Durchweichte Taschentücher und vergessene Ohrenschützer: Liebesschnulze. Ins Kino geschmuggelte Gummibärchentüten und der Geruch nach ungewaschenen Socken: Actionfilm in der Nachmittagsvorstellung.


Je nach Lage der Dinge geht das erfahrene Kinopersonal mit seiner adaptiven Strategie an die Sache heran, die Grundzüge bleiben aber stets gleich: Zunächst einmal muss das Gröbste raus. Bei knutschenden Pärchen, die offenbar kein Zuhause haben, genügt meist ein böser Blick oder ein dezenter Schubser mit dem Staubsauger. Nerviger ist ein ausgebuchter Saal mit 200 Plätzen, in dem jeder zweite Besucher noch einen Schluck Cola in seinem Becher übrig gelassen hat. Oder noch besser: In dem der letzte Schluck Cola direkt im Sitz versickert ist. Ja, das liebt das Kinopersonal, das könnt ihr mir glauben.


Hat man erst einmal alle Becher, Flaschen, Dosen, Popcorntüten, Taschentücher, Kaugummipapiere, Gummibärchenpackungen, Eiskonfektschachteln, Strohhalme und Eintrittskarten eingesammelt, kommt die zweite Runde, in der man liegengelassene 3D-Brillen und vergessene Kleidungsstücke aufklaubt. Bei dieser Runde findet man mit etwas Glück auch ein wenig „Trinkgeld“, das den Kinobesuchern aus der Tasche gerutscht ist.


Und danach fängt die eigentliche Arbeit an: Das Saugen. Popcorn hat die hinterhältige Eigenschaft sich (vor allem in Verbindung mit einem Softdrink) zu zähen Klumpen zusammenzuballen, die sich mit Vorliebe knapp außerhalb der Reichweite in den Staubsaugerrohren festsetzen. Hört man beim Saugen ein Prasseln, das nach Hagel klingt, weiß man, dass das Popcorn nicht richtig aufgegangen ist und von den Besuchern zurück auf den Boden gespuckt wurde (nein, niemand benutzt dafür die Tüte). Hört man hingegen ein sattes „Klack“ hat man beim Putzen vorher 50 Cent oder einen Euro übersehen. M&M’s hingegen verabschieden sich mit einem melodischen Klicken und Chips knistern vorher noch einmal melodisch.

Nach höchstens 20 Minuten (die nächste Vorstellung fängt schließlich gleich an!) können sich die unbesungenen Helden des Kinos dann noch den Details widmen: Die Abfalleimer auslehren, nachdem sie zuvor die Pfandflaschen rausgeklaubt haben, all die Schals und Mützen in den Container mit Fundsachen werfen und den wieder in einen blitzblanken Saal strömenden Besuchern mit einem Lächeln auf dem Gesicht viel Vergnügen wünschen.

Was ich so lese