22.04.2022

Fuchs-Synchronizitäts-Serie

TLDNR: Im Dezember 2021 begann eine Serie von Begegnungen mit Füchsen. Darunter waren auch Synchronizitäten, wie C. G. Jung sie beschreibt, aber hauptsächlich lässt sich das Ganze als Serie wie bei Paul Kammerer (Das Gesetz der Serie) und Arthur Koestler (The Roots of Coincidence) beschreiben. Der Fuchs taucht fast täglich als Erwähnung, Bild oder Objekt in meinem Leben auf, ohne dass ich danach suchen würde. Einiges davon kann man mit Zufall, Confirmation Bias und SEO, die sich auf meine Vorlieben eingestimmt hat, erklären, aber es wäre schade einfach nur mit den Schultern zu zucken und das Phänomen zu ignorieren.

Da mir die Literatur zu dem Thema nur bedingt Antworten auf meine Fragen liefern konnte, fasse ich den Stand der Dinge hier zusammen, für den Fall, dass jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Ich habe ein paar Theorien, über die ich mich gerne mal mit jemandem unterhalten würde.
Die folgende Zusammenfassung stammt aus einer Datei, in der ich die Fuchsbegegnungen sammle. Deswegen ist hier nur ein Bruchteil aufgeführt und manche Verweise sind nicht ganz klar.
Melde Dich bei mir, wenn Dich die komplette Liste interessiert. Und melde Dich, wenn Du was dazu zu sagen hast.

Meine beiden Phasen der Synchronizität begannen 

  • in einer Zeit in der ich (wieder) Kontakt zu jemandem aufgenommen habe, der mir viel bedeutet. Dabei war ich unterschiedlich stark emotional involviert. Ich kann nur vage sagen, dass es in beiden Fällen eine starke Verbindung gab. 

  • beide Phasen hatten ein Tier als Symbol und bei beiden spielte meiner Meinung nach das Symbol an sich, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.

  • Beide Synchronizitäts-Phasen wurden von weiteren kleineren Synchronizitäten begleitet, die nichts mit dem Symbol zu tun haben.

 

Phase 1: Monarchfalter

Die erste Phase drehte sich um Schmetterlinge, speziell den Monarch-Falter. Nach einigen Missdeutungen, die mich in Sackgassen geführt haben, glaube ich, wenn der Falter überhaupt eine Botschaft für mich hatte, dann lautet sie "Du bist gar nicht gemeint.” Der Schmetterling setzt sich einfach auf eine beliebige Blume, die ihm gefällt.

 

Phase 2: Fuchs

Die aktuelle Phase der Synchronizitäten begann damit, dass mir eine Bekannte Ende 2021 von einem Traum erzählte, in der ein Fuchs eine wichtige Rolle spielte. Wenige Tage später erzählte mir eine andere Bekannte ebenfalls von einem Fuchs-Traum ohne dass sie vom ersten Traum wissen konnte. Außerdem wurden in den folgenden Tagen Füchse in dem Buch erwähnt, das ich gerade las und sie tauchten in Wort und Bild im Fernsehen und im Internet auf ohne dass ich danach gesucht hätte.

 

Bis dahin waren das alles für mich amüsante Zufälle, aber ich wurde dadurch daran erinnert, dass C. G. Jung ja was über Synchronizität geschrieben hatte. Da war doch dieses Beispiel mit dem Skarabäus im Traum einer Patientin und ganz real am Fenster ... Aber ein weiteres Beispiel kannte ich noch nicht: Jung berichtet von einem Spaziergang mit einer Patientin, die ihm von ihrem Fuchstraum erzählt und kurz darauf begegnet ihnen ein echter Fuchs.

 

Ab da hatte der Fuchs meine Aufmerksamkeit. Er tauchte fast täglich auf und wurde außerdem von weiteren, jeweils einmaligen Synchronizitäten begleitet. Das waren solche Klassiker wie eine Zahl, die in einem Film erwähnt wird während die Uhr im Raum die gleiche Zahl zeigt.


Dann gab es plötzlich eine Veränderung in der Qualität der Fuchs-Synchronizitäten: Ich hatte das Gefühl, als würde er mit mir spielen, indem er sich versteckte. Ich entdeckte ihn in einem Bild, das normalerweise teilweise verdeckt ist, aber an dem Tag gerade nicht. Dort hätte ich ihn schon vorher sehen können, wenn ich nur gründlich hingesehen hätte. Außerdem war in einem Buch von einem "Pferd mit rotem Fell", also einem Fuchs, die Rede. Und schließlich führte noch jemand vor mir einen Fox-Terrier gassi.

Ich habe meine Skepsis und Rationalität für einen Augenblick beiseite gelassen und die Frage ans Universum / den Fuchs geschickt: "Was soll mir das sagen? Willst Du was von mir? Wenn ja, was willst Du von mir?"

 

Am folgenden Tag gab es zwei Füchse: Einen auf dem Poster für die Ausstellung "Wildlife Photographer of the year" und als Graffito von einem halben Fuchskopf. Neben diesem Graffito stand: "Fuchs musch sei"

Na wenn das mal keine prompte Antwort ist ...

 

Derweil hatte ich mir ein Buch über Spieltheorie aus einem frei zugänglichen Bücherschrank mitgenommen und angefangen zu lesen. Im letzten Abschnitt wurde das Zitat "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" erwähnt und darauf hingewiesen, dass es von dem Fuchs stammt, den der kleine Prinz trifft.

Inzwischen hat es mich gar nicht weiter gewundert, dass ich "Le petit prince" nach einem vorangegangenen Besuch beim Bücherschrank seit Monaten im Regal liegen hatte, weil ich das Buch mal im französischen Original lesen wollte.

 

Und danach habe ich mir ein weiteres Buch (“Alltägliche Wunder”) über Synchronizitäten gekauft. Und da war das Zitat wieder als Einleitung für Kapitel 2.

 

Die nächste “größere” Fuchs-Synchronizität ein paar Tage später, über die ich sehr lachen musste, begegnete mir im neuen Spiderman-Film. In der taucht der Magier Dr. Strange mit einer ironischen Tasse in der Hand auf - auf der ein Fuchs abgebildet ist.

 

Als nächsten Schritt hat mich das zum Buch "Insomniac Dreams: Experiments with Time by Vladimir Nabokov" geführt, in dem Synchronizitäten in Träumen (und Träume generell) als Möglichkeit vorgestellt werden, einen Blick in die Zeit zu werfen, die in beide Richtungen fließt. Darin wird beschrieben, wie Nabokov ein Traum-Experiment durchführt, das von J. W. Dunne in “An experiment with time” vorgestellt wurde. Inspiriert von diesem Buch schrieb übrigens J. R. R. Tolkien “The Notion Club Papers”.

 

Am nächsten Tag fand ich heraus, dass im Song “King of pain” auf dem Album “Synchronicity” von The Police folgende Zeile vorkommt: “There’s a red fox torn by a huntsman’s pack”.

 

Dazu kommen noch viele kleinere Synchronizitäten mit Fuchs und ohne. Ich fange an “Das blinde Licht. Irrfahrten der Wissenschaft” zu lesen und gleich auf den ersten Seiten wird der “Wüstenfuchs” Erwin Rommel erwähnt. Eine Freundin erzählt mir, dass sie momentan viele Zahlen-Synchronizitäten hat, z.B. 18.18 und am nächsten Tag finde ich diese Zahl in einem Artikel über eine Radio-Quelle im All, die alle 18.18 Minuten sichtbar wird.

 

Die Fuchs-Serie am 08.03., in der 4 Füchse aufeinander folgten, gipfelte sehr typisch für den Fuchs. Wie um sich über meine Frau lustig zu machen, die sagt “Jetzt müsste es ja für heute mit den Füchsen reichen.”, kommt nur ein paar Augenblicke später ein Lastwagen an uns vorbei, dessen Plane einen großen, lachenden Fuchskopf zeigt.


Es erstaunt mich, wie konsistent die Serie ist. Zwischendrin gibt es immer wieder Tage mit mehreren Füchsen, die sich besonders signifikant anfühlen, aber auch ansonsten gibt es fast jeden Tag einen Fuchs.


Der Fuchs vom 24.03. war wieder etwas Neues. Ich hatte plötzlich einen Gedanken im Kopf, der nicht direkt etwas mit einem Fuchs zu tun hatte (Heavy Metta) und er hat mich geradewegs zu einem Fuchs geführt, der in einem Profilbild auf Instagram versteckt war.

Danach gab es noch zwei weitere Füchse, so als hätte der Fuchs nur darauf gewartet seine Pointe zu bringen und dann mit dem normalen Programm weiterzumachen. Wobei der Foxhound in “Das Gesetz der Serie” wieder eine dieser doppelt signifikanten Synchronizitäten ist …

 

Der Fuchs vom 27.03. passt zu “Fuchs musch sei”. Ich habe eine Frage in den Raum gestellt und der Fuchs hat geantwortet. Ja, er kann auch Füchse in anderen Sprachen. Und er ist so clever, dass er das nicht wörtlich nehmen muss. Deswegen ist der französische Fuchs ausgestopft und wird nicht als “Renard” benannt.

 

Es kommt mir so vor als würde der Fuchs mit mir spielen, sich verstecken und mir immer wieder zeigen, dass ich mit meinen Gedanken falsch liege. Zum Beispiel der Fuchs vom 06.04. Ich habe vorher nach Bildern gesucht, auf denen Bonnie Bowties Tätowierung mit dem Fuchs klar zu sehen ist, aber habe keine Darstellung mit genügend großer Auflösung gefunden. Also bin ich zum Entschluss gekommen, dass der Fuchs sich nicht gern fangen lässt. Und tags darauf lese ich die Meldung, dass der Fuchs am Capitol in den USA eingefangen wurde. Der (oder zumindest ein) Fuchs lässt sich also sehr wohl fangen…


Nach einigen “kleineren” Füchsen war der Fuchs vom 19.04. seltsam. An dem Tag hatte sich schon ein Fuchs im Hintergrund eines Fotos mit einem Hasen versteckt. Abends habe ich dann in “Die Rückkehr zur Erde” gelesen und in einer kurzen Rückblende wird berichtet, dass “der Fuchs” Probleme für den Seldon-Plan bereitet hat. Ich habe nach “the fox” und “Foundation” gegoogelt aber nichts gefunden. Auf Deutsch wurde ich dann fündig und es hat sich herausgestellt, dass “der Fuchs” eine seltsame, alte Übersetzung von “the Mule” ist. Bemerkenswert, weil es eigentlich keinen Sinn macht, das so zu übersetzen. Mich würde interessieren, was sich der Übersetzer dabei gedacht hat…


26.11.2015

So? Nie!

Ich schau nicht oft Filme, die ich mir über meine Spielekonsole herunterlade. Deswegen war ich etwas verwirrt, dass neulich nach dem Einloggen meine Daten nicht mehr gestimmt haben. Anderer Nutzername, andere Adressdaten. Mein Schluss: Falsches Konto.
Wie das? Ich hab doch meine E-Mail-Adresse und mein Passwort verwendet?

Also schreib ich dem Anbieter eine Nachricht über sein Kontaktformular.

Der schreibt zurück, dass das zu kompliziert ist und ich doch mal anrufen soll.
Dann schickt er mir einen Linkt zum Formular mit dem ich den Service bewerten soll.

Erstmal abwarten ...

Also ruf ich an, erklär mein Problem, höre immer wieder "Also das kann ich Ihnen auch nicht sagen", bekomme heraus, dass mein Konto mit dem gleichen Passwort über meine andere E-Mail-Adresse nach wie vor erreicht werden kann.

Hab ich mich vielleicht geirrt? Nee, ich benutze diese andere Adresse auf der Spielekonsole nicht und selbst wenn, wo sollten diese anderen Adressdaten herkommen?

Aber immerhin bekomme ich als Lösung angeboten, dass ich doch einfach an den Support schreiben soll, dass ich dieses seltsame Konto, das nicht von mir ist, gelöscht werden soll.

Das sah dann so aus:

Natürlich wäre das zu einfach gewesen. Ich habe also promt folgende Antwort von Mitarbeiter Nr. 1 bekommen:


Konto stillegen? Meine Geräte deaktivieren? Das klingt gefährlich. Außerdem will ich ja was von denen, da werd ich den Teufel tun und selber in irgendwelchen Einstellungen rumfuhrwerken.
Und da ich so nett gebeten wurde meine Account-Daten nochmal runterzubeten, hab ich das in meiner Antwort gemacht:

Ihr ahnt es bereits. Das Geburtsdatum hat natürlich nicht mit dem Account übereingestimmt. Wie sollte es auch übereinstimmen, es ist ja nicht mein Account. Also hab ich gleich eine Nachricht von Mitarbeiter Nummer 2 bekommen. Oho! Mit Vorgangsnummer!
Ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich musste noch was dazu schreiben, als ich den Scan meines Perso eingeschickt habe:


Jetzt wäre es fast schade, wenn Sie den Account tatsächlich löschen. Vielleicht löschen sie ja meinen anderen Account mit dem gleichen Passwort aber der anderen E-Mail-Adresse. Also wenn sie das hinbekommen, dann verspreche ich, dass ich tatsächlich zur Konkurrenz wechsle ...

Update: Leider haben sie es nicht hinbekommen. Weil sie überhaupt nichts hinbekommen haben. Stattdessen habe ich eine Nachricht von Mitarbeiter Nr. 3 bekommen:

Also hab ich da heute (14.45 Uhr) innerhalb der in der Mail angegebenen Öffnungszeiten (Samstag 10.00 - 17.00 Uhr) angerufen. Stellt sich raus, dass sie noch nicht mal ihre Öffnungszeiten richtig hinbekommen ...
Die Bandansage hat mir nämlich mitgeteilt, dass der Support gerade nicht verfügbar ist und ich es zu den Öffnungszeiten versuchen soll, die auf der Webseite stehen (Mo. bis Fr. von 09:30 Uhr - 19:30 Uhr).

Update: Ein Telefonanruf später bin ich tatsächlich ein klitzekleines bisschen schlauer. Die angegebenen Öffnungszeiten unter der Telefonnummer für den Support beziehen sich natürlich nicht auf den Telefonsupport, sondern auf die Erreichbarkeit der Mitarbeiter Nr. 1, 2, 3, 4, die mir diese lustigen Standardantworten schicken.

Aber zurück zum eigentlichen Problem: Nein, wie ich auf dieses andere Konto gekommen bin, konnte mir auch Mitarbeiter Nr. 4 nicht sagen. Im Gegensatz zu seiner Kollegin, die ich zuerst angerufen habe, war er während seiner Einweisung in den Job offensichtlich nicht in der Gruppe, mit der man einen unterschwellig überfordernden Tonfall geübt hat, sondern einen unterschwellig genervten Tonfall. Ja, ich weiß, dass sich Call-Center-Mitarbeiter allen möglichen Mist anhören müssen, aber als Kunde ist mir das eigentlich egal. Da möchte ich ein bisschen gepampert werden, sonst komme ich noch auf dumme Ideen und schreib meine Erfahrungen in einem Blog auf oder so.

Anyway: Wir haben uns auf einen Workaround geeinigt. Ich würde gern meine kurze E-Mail-Adresse weiter nutzen, also muss ich vorher die Mail-Adresse des Kontos, das mir nicht gehört, ändern und mir dann in meinem eigentlichen Konto meine Adresse von diesem zurückholen.
Stellt sich raus, wenn ich auf "Mein E-Mail-Konto aktualisieren" im Netzwerkaccount der Spielekonsole klicke, strahlt mir eine beruhigend leere Seite mit folgendem Hinweis entgegen: File not found."

Ja seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen ...?!

O.K., ich hätte da gleich nochmal anrufen können, aber ich will mal nicht so sein. Der Konsolenhersteller hat ja auch noch ein Entertainment Network, das mit dem Account der Spielekonsole verbunden ist. Also schnell rübergewechselt zum Entertainment-Account und die E-Mail-Adresse geändert. Achso: Abmelden geht im Konsolenaccount übrigens auch nur, wenn ich erst in mein Profil gehe und dann auf Abmelden klicke. Versuche ich es auf der Hauptseite, lande ich in einer Sackgasse.
Dann abgemeldet und das Gleiche nochmal auf meinem eigentlichen Konto. Jetzt erreiche ich mein richtiges Konto wieder über meine richtige E-Mail-Adresse.

Es bleibt aber nach wie vor das Mysterium, wie es überhaupt zu der ganzen Chose mit dem Konto, das nicht meines ist, kommen konnte.
Aber wie mein freundlicher Telefonservicemitarbeiter es so schön formuliert hat:
"Das können wir jetzt nicht mehr rekonstruieren."

Mein Vertrauen als Kunde übrigens auch nicht ...

18.10.2015

Autumn day by Rainer Maria Rilke

Herbsttag
by Rainer Maria Rilke

Lord, it‘s time. Big summer had its days
Cast your shadow on the sundials
And let the winds now have their ways

Command all fruits to come of age;
grant them two more southern suns
urge them to perfection and chase
final drops of sweetness into grapes

Without a house now you won‘t build one
Without a spouse you‘ll stay alone
will watch out, read and write long letters,
and will in alleyways be torn
between directions like a feather.



translation by
Sebastian Keller

21.05.2015

Die Landkarte der Liebe

Je älter ich werde, desto seltener verliebe ich mich. Und seit ich mit dem Schreiben aufgehört habe, werde ich auch nur noch selten von der Inspiration belästigt. Vielleicht sind die folgenden Gedanken deshalb nur das Brownsche Grundrauschen, das übrig bleibt.

Ich habe meinen inneren Kompass bei Seite gelegt. Manchmal schiele ich noch darauf, wenn er von starker Attraktivität angezogen wird oder die ein oder anderen Schwankung vertrauter Magnetlinien spürt, aber ich folge ihm nicht mehr zum Pol.

Endlich, denn was hat mich auf dem Weg zu den magnetischen Polen erwartet, der so logisch erschien? Zunächst die verschlungenen Straßen der Welt, dann der Zauber der Aurora und dann nichts mehr. Kälte und Schweigen. Dunkelheit.

Ja, ich weiß, der Pol ist eine Idee, eine Vorstellung, die man nur mit dem füllen kann, was man selbst mitbringt. Um als Entdecker vom Rang eines Scott - oder nehmen wir lieber Amundsen, der ist nicht ganz so deprimierend - gelten zu können, hätte ich mich durch das Eis graben und je nach Pol ins Wasser springen oder eine Mine in den Fels sprengen müssen. Vielleicht hätte ich dann die Hohlwelt gefunden.

Aber wozu? Weil der Pol da ist und nur den Weg zu ihm hin oder von ihm weg zulässt? Weil, wie Hillary bemerkt hat, auch das Sinnlose von uns Menschen erobert werden muss?
Ich habe auch so genug über mich gelernt und vieles davon ist nicht schön. Ich bin nicht mehr der, der vor langer Zeit losgelaufen ist. Ich habe den ein oder anderen Begleiter im Eis zurückgelassen, vielleicht bin ich auch zum Kannibalen geworden, um den Rückweg zu schaffen. Ich weiß es nicht. Wenn ich euch gebissen habe, tut es mir leid. Non sum qualis eram.

Aber ich habe eine Karte mitgebracht. Eine Landkarte der Liebe. Voller Details in der Nähe meines Herzens und mit der Warnung "hic sunt dracones" an den Rändern.

Eine Karte, die ich zum Glück nicht allein angefertigt habe.

18.05.2015

Rocky Horror Show Workshop an der Abraxas Musical Akademie

An einem regnerischen Mai-Morgen brachte mich eine Panne meines rationalen Urteilsvermögens in eine abgelegene Gegend Münchens, wo ich auf seltsame Wesen stieß, die vielleicht nicht von diesem Planeten waren. Oder war ich das Alien? Wer weiß ...


Don't dream it, be it

Der Virus Rocky Horror Show hat sich langsam bei mir eingeschlichen. Ich kannte ein paar Ausschnitte und war nicht so recht überzeugt. Dann bin ich mit ein paar Freunden in die ehrwürdigen Museum Lichtspiele, wo der Film seit 1977 jede Woche läuft. Ich war immer noch nicht ganz überzeugt. Dann kam die Show im Deutschen Theater mit Sky DuMont als Erzähler. Ab da hat es mich gestört, dass ich nicht richtig mittanzen konnte. Ein Workshop war der logische nächste Schritt.

I'm going home

Normalerweise braucht es 2 Wochen Urlaub, damit ich mein Passwort für den Arbeits-Computer vergesse, aber der Rocky Horror Show-Workshop der Abraxas Musical Akademie hat das in 2 Tagen geschafft. 
Es wird noch eine Weile dauern, bis Rocky, Riff-Raff, Frank N. Furter, Janet, Brad, Magenta und die anderen meinen Kopf verlassen. Oder sie richten sich dort häuslich ein. Hätte ich auch nichts dagegen.

I've tasted blood and I want more ...

Ja, mehr bitte. Vielleicht nicht unbedingt Musical, aber an meinem Gesang und am Tanzen zu arbeiten, hat mir Spaß gemacht. Vormittags ging es jeweils mit Solo- und Chorgesang los, nachmittags war die Choreographie dran. Zum Finale dann das Ganze mit Playback, am Sonntag sogar vor Publikum. 

Once in a while

Ich hätte noch ein oder zwei Tage gebraucht um die Einsätze und Bewegungen richtig hinzubekommen, aber ich bin ja auch keine 16 - 18 mehr wie die 4 Mädels, die mit mir dabei waren. Die meisten als Vorbereitung für die Bewerbung zur Musical-Ausbildung.
Auch da haben die 2 Tage gerade gereicht um einen kleinen Einblick in eine andere Welt zu bekommen. Ich versuche mir gerade vorzustellen, was man noch alles erleben wird, wenn man frisch mit dem Abi in der Tasche oder direkt vor Augen schon die erste Tanz-/Schauspiel-/Gesangsausbildung abgebrochen hat.

I can make you many men

Es war so schön zusammen mit so talentierten jungen Frauen in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Und als Rocky von ihnen zum touch-a, touch-a touch me gedrängt zu werden oder als Frank N. Furter über die Bühne zu stolzieren, hat dem Ganzen noch ein wenig Pfeffer gegeben. 
Zwischen mir und Mr. Rampensau himself liegen zwar ein paar Welten, but I can show you around, maybe play you a sound und das ist schon was ^__^

In dem Sinne:

Let's do the time warp again!

Was ich so lese