18.10.2008

Was ist schriftstellerwerden.de?

Optimalerweise sagt der Name eines Blogs schon alles. Vielleicht braucht es einen kleinen Slogan, oder wenn es gar nicht anders geht eine Blogbeschreibung (die eh keiner liest).

Auf keinen Fall sollte ein Blog und sein Autor so planlos sein, dass es einen eigenen Artikel braucht, um ihn zu erklären. Aber wisst ihr was? Scheiß drauf, ich mach das jetzt einfach.

Im Grunde ist schrifstellerwerden.de eine Ausrede. Ich bin kein Reich-Ranicki kenne keine Insidergeschichten aus der Literatur- und Verlagsbranche und bin der Meinung, dass man bestimmte Schreibtechniken durchaus lernen kann, dass es aber mindestens so lehrreich ist, einfach mal draufloszuschreiben, um zu sehen was dabei herauskommt, wie sich mit Plotgeneratoren oder Charakter-Beziehungs-Diagrammen auseinanderzusetzen. Glanzvoll zu scheitern ist für mich immer noch besser als alles richtig zu machen. Und machen wir uns doch nichts vor: Ihr braucht diesen ganzen Quark gar nicht. Wenn man es nicht auf die Reihe bekommt sich zu merken, in welcher Beziehung Romeo zu Julia steht, dann sollte man es vielleicht ganz sein lassen, oder?

Dieser Blog ist also eine Ausrede. Eine Ausrede dafür, mit anderen Schreibwütigen ins Gespräch zu kommen und mir selber Gedanken darüber zu machen, was das Schreiben für mich ist und was ich dafür brauche. Gut, ich bin kein großer Theoretiker, ich hab es gerne einfach und anschaulich, also erwartet da keine Abhandlungen von mir.

Und erwartet auch nicht, dass ich jemals zu Ergebnissen komme. Ergebnisse sind anstrengend. Schon mal bis man überhaupt zu ihnen kommt und dann muss man ja noch mit den Konsequenzen leben. Einfach uferlos, sag ich euch...
Ich bin auch kein großer Macher, da ist ebenfalls nicht sonderlich viel von mir zu erwarten. Wenn ich was hinbekommen habe, dann habe ich mich irgendwie durchgewurschtelt. Es hat bisher immer gereicht, aber irgendwann wird es nicht mehr reichen und dann kann ich noch nicht einmal sagen, wie man etwas richtig macht.

Wer richtig schreiben kann, der kann auch richtig leben. das behaupte ich einfach mal. Und was bleibt uns in diesem Leben übrig als zu leben?

Zu Schreiben, richtig. Schreiben ist nicht leben, das sollte man nie verwechseln. Man kann mit dem Schreiben seinem Leben eine weitere Dimension hinzufügen, aber als Ersatz kann es nicht dienen. Schon gar nicht als Ausrede.

Deswegen geht es in diesem Blog mindestens ebenso sehr um das Leben wie um das Schreiben. In Zukunft vielleicht noch mehr, da mich nur noch ein paar Monate von meiner ersten Romanveröffentlichung trennen.

Und weil ich mich in meiner unkompetenten Maßlosigkeit natürlich nicht beschränken kann und will gibt es zum Schriftstellerwerden-Blog auch noch den Schriftstellersein-Blog, der ab jetzt für Selbstbeweihräucherungen und Selbstbemitleidungen aller Art gebucht ist. Hier auf schriftstellerwerden werdet ihr nichts mehr davon lesen, versprochen. Denn wenn man sich schon eine öffentliche Fassade im Netz aufbaut, dann sollte man die gefälligst nicht beschmieren...

So, jetzt aber ein paar Fakten:

Ich verfasse diesen Blog seit über 2 Jahren. Er wurde mehr als 10.000 mal angeklickt, in letzter Zeit mit steigender Tendenz (Warum? Habt ihr nichts Besseres zu tun?!). Er findet sich mittlerweile über Stumble Upon, unter dem Suchwort "Neger vor Hütte" ganz oben bei Google und auf den Linklisten von einigen Blogs und Internetseiten.

Erfolgreichster Post ist "Werbe(r)sprache"

Prominenteste Schreiber, die was für diesen Blog beigesteuert haben waren Norman Spinrad, Piers Anthony, Greg Bear und natürlich last but not least Susanne Gerdom.

Und sollte ich es mal nicht mehr für nötig halten zu schreiben, dann werdet ihr wissen, dass ich gelernt habe, wie man lebt. Oder stirbt...

Was ich so lese