19.04.2008

The rhinoceros who quoted Nietzsche

and other odd acquaintances.

Eine Kurzgeschichten- und Essaysammlung von Peter S. Beagle

Also ehrlich, selbst ein Peter S. Beagle kann es mit den Einhörnern übertreiben. Neben dem letzten Einhorn tummeln sie sich soweit ich bisher gelesen habe in "Unicorn Sonata", "Two hearts" und auch in dieser Sammlung.

Im namensgebenden "Professor Gottesman and the Indian Rhinoceros" tarnt es sich als sprechendes indisches Nashorn, das die Geschicke des Philosophieprofessors bis zu seinem Ende begleitet und dabei immer wieder ausgiebig in seiner Badewanne planscht.
Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, aber für einen Text, der sich um die Philosophie dreht hat er ziemlich wenig Philosophie enthalten. Außerdem wird's mir langsam zu viel mit den Einhörnern...

Auch in "Julie's Unicorn" geht es um ein Einhorn. Diesmal eines, das keine 15 cm hoch ist und in einem Bildteppich in einem Museum gefangen ist. Es wird befreit und Juli versucht es zusammen mit ihrem Freund an einen Ort zu bringen, an dem es gut aufgehoben ist.

"Come Lady Death" hat mich an "Die Maske des roten Todes" von Poe erinnert. Eine gelangweilte Edeldame schickt dem Tod eine Einladung zu einem ihrer Bälle. Dabei stellt sich nicht nur heraus, dass der Tod ein junges Mädchen ist, sondern auch, dass sie schon viel zu lange der Tod war und alles seinen Preis hat.

In "Lila the werewolf" dreht sich alles um die Probleme, die man hat, wenn die eigene Freundin ein Werwolf ist.

Für "The Naga" leiht sich Beagle die Stimme von Plinius dem Älteren, der von einem Reisenden die Geschichte vom König von Kambuja, einem Land östlich von Indien und dessen Geliebten der Naga gehört hat.

In der Sammlung sind auch zwei ältere Geschichten aus der Jugend Beagles enthalten, die sein Geschick für feinfühlige Personenbeschreibungen und sein Einfühlungsvermögen zeigen.

In "Telephone Call" ruft eine junge Frau im Studentenwohnheim an, um ihren Freund zu sprechen, der angeblich dort wohnt. Reihum versuchen alle Bewohner ihr klar zu machen, dass sie getäuscht wurde.

"My daughter's name is Sarah" ist ein Ausschnitt aus dem Leben eines Mannes, der offenbar allein mit seiner Tochter zusammenlebt.

Abgerundet wird das ganze von einigen Essays, die aber Themen von eher US-Amerikanischen Interesse behandeln und mich nicht sonderlich interessiert haben.

Was zurückbleibt ist bei diesem Band weniger die Qualität von Beagles Sprache (obwohl noch weit über dem Durchschnitt) sondern die Bandbreite an Themen und Stilen, die er in Petto hat.

Für Beagle-Fans empfehlenswert, für den Rest eher nicht. Erhältlich bei Conlan Press.

Was ich so lese