20.03.2015

Munich Burlesque Festival 2015 Opening Show

Habt Ihr euch schon mal gefragt, wer in den Sitcoms aus den USA ständig lachen und klatschen muss? Nein? Dann solltet ihr mal einen Blick auf die Geschichte des "Laugh Track" werfen, es lohnt sich.
Da sitzt also jemand, der mit der Präzision eines Komponisten die Geräusche eines nicht vorhandenen Publikums einfügt. Warum man dafür kein echtes Publikum nimmt, hat einen einfachen Grund: Ein echtes Publikum ist dafür nicht geeignet.

Besonders nicht, wenn es sich um ein Publikum handelt, das wenig Ahnung von der Sache hat, die es zu sehen bekommt. Womit wir bei der Eröffnungsshow des Munich Burlesque Festival 2015 wären.

Vielleicht lag es an der USamerikanischen Art des Entertainment, vielleicht lag es auch ganz speziell an den Regeln des Burlesque, aber ich konnte mich nicht damit anfreunden, dass ich mich genötigt sah, fast permanent zu klatschen, zu jauchzen und irgendwelche andere Geräusche von mir zu geben ohne die die Show sich unvollständig angefühlt hätte.

Damit wir uns richtig verstehen: Die Show war gut. Die Tänzerinnen (und der Moderator) hatten Charisma, Energie und vor allem Spaß an der Sache. Die wenigsten entsprachen den üblichen Vorstellungen eines ästhetischen Körpers. Hier ein paar Pfunde zu viel. Dort eine Nase, die man bestenfalls als charakteristisch beschreiben kann. Und das war auch gut so.
Ich glaube da war für jeden was dabei (außer für die eine Frau im Publikum, die sich vermutlich von der Frage "Are you proud of Germany?" gestört gefühlt hat). Es gab eine Steptanz-Einlage zu sehen, eine satanische Kultistin, die sich mit Rotwein übergossen hat, einen verführerischen Wassergeist, Karneval wie in Rio, Fado + SM + Brittney Spears und den Mini-Strip eines Unfreiwilligen aus dem Publikum.

Mein Highlight des Abends waren die Künstlerinnen, die mit ihrer Mimik genauso viel bewegen konnten wie mit Ihrem Hüftschwung.

Was ich so lese