06.10.2009

Neue Freiheit

Letzte Woche habe ich das getan, wovor ich mich schon lange gefürchtet habe und das ich vielleicht schon viel früher hätte tun sollen: Ich habe gekündigt.

Lasst mich kurz rekapitulieren (müsst ihr nicht lesen): Nach meinem Volkskunde- und Germanistikstudium habe ich das ein oder andere Praktikum gemacht und bin schließlich als Werbetexter-Praktikant bei einer großen Agentur gelandet. Nach der dritten Verlängerung meines Praktikantenvertrags hatte ich keine Lust mehr, hab gekündigt und bin zu einer anderen, kleineren Agentur gegangen, bei der ich auf Dauer aber auch nicht glücklich werden konnte.

Also habe ich gekündigt, aber leicht gefallen ist mir das nicht.

Zum Glück gibt es ein paar Ausreden, die ich vorbringen kann (ab hier können die Lesefaulen wieder einsteigen):

1. Ich werde heiraten. Am 14.11. ist es so weit.

2. Ich werde meine Doktorarbeit schreiben. Über zeitgenössischen Kampfsport nach historischen europäischen Vorbildern. So was in der Art.

3. Ich werde im Februar den dritten Band der Memphisto-Pentalogie präsentieren.

4. Ich werde meine eigenen Schüler quälen. Seit zwei Wochen leite ich in Moosburg das Training für Moderne Schwertkunst. Jeden Montag.

5. Ich werde frei texten. Werbung, online, so'n Zeug. Als theoretische Möglichkeit war das ja schon lange da, aber ein neuer Kontakt hat es realistisch werden lassen.

6. Ich werde was neues lernen: Filmvorführer. In Moosburg macht das Kino neu auf und ich bin mit an Bord. Weil ich Kino mag. Und weil das genug Geld bringt, um nicht zu verhungern.

7. Das reicht mir noch nicht. Ich hoffe, dass ich wieder mehr Zeit haben werde zu schreiben, wenn ich erstmal meinen letzten halben Arbeitstag bei der Agentur hier hinter mir habe. Und zwar das zu schreiben, was ich schon lange nicht mehr oder noch nie geschrieben habe: Briefe. Drehbücher. Gedichte. Irgendwas, wovon ich noch keine Ahnung habe.
Und ich möchte ausprobieren, wie es ist ein Schriftsteller zu sein. Alle Klischees mal durchprobieren, soweit ich mich traue, oder mich zumindest halbwegs würdevoll aus der Affäre ziehen.

Was muss ein Schriftsteller mal gemacht haben, außer eine Katze oder einen Hund zu haben und Pfeife zu rauchen?

Was muss man mal geschrieben haben?

Vorschläge?

Was ich so lese