31.08.2009

Knackige Headlines für'n Arsch

Es ist nicht nett, sich über Abwesende aufzuregen. Schon gar nicht, wenn der einzige Grund ist, dass sie sich innerhalb der Konventionen bewegen.

Soll heißen: Es lohnt sich nicht, sich über Langweiler in Rage zu schreiben.
Und ich würde es auch nicht tun, wenn sich nicht regelmäßig ein textlicher Würgereflex einstellen würde, wenn ich was von "knackigen Headlines" lesen muss.
Ich habe lang genug versucht es zurückzuhalten, aber jetzt muss es einfach raus.

So wie Schriftsteller und solche, die sich dafür halten nach §1 des Konventionellen Gesetzbuches eine Schreibfeder oder zumindest eine Tastatur auf ihrer Homepage haben müssen, braucht ein Werbetexter, der was auf sich hält, einen Hinweis darauf, dass er knackige Headlines schreiben kann.
Bitte streichen, denn erstens steht das meist direkt unter der Headline "Über mich" (sehr knackig ausgedrückt, ich muss schon sagen...) zweitens ist die Kombination "knackig" und "Headline" so ausgelutscht wie Rocco Siffredis bevorzugtes Arbeitsgerät und drittens sollte "knackig" wieder zu Begriffen zurückfinden, in die man lustvoll beißen kann, finde ich.

Und das sagt einer, der bei Headlines ein Versager ist.
Aber selbst ich erkenne eine halbwegs gute Headline.

Vergesst dafür alles, was ihr über "den Leser neugierig machen" und "gleichzeitig relevant sein aber nicht zu viel vom Inhalt verraten" gelernt habt. Es gibt einfachere Wege euren Chefredakteur oder CD glücklich zu machen.

Was immer klappt, sind "intelligente" Wortspielereien. Abwandlungen von (Film)zitaten, weisen Sprüchen, usw. Was meistens auch klappt, sind völlig aussagelose Konstrukte aus nichtssagenden Begriffen. Und was auch immer gut kommt, sind Konstruktionen wie "So x ist der neue y" oder "Wie x den y ausbeutet"

Natürlich geht dabei nichts über die ideale Headline der Bild-Zeitung.
Ich glaube die ging so: "Alice Schwarzer von Deutschem Schäferhund verg*******t."

Was ich so lese