05.09.2007

Der Mond der Brennenden Bäume

Nach meinen Ausflügen zu den Grenzen der Literatur, zu denen ich später bestimmt zurückkommen werde, ist es mir fast ein wenig schwer gefallen wieder "Hausmannskost" zu mir zu nehmen.
Was vielleicht auch daran liegen mag, dass Joy Chant, eigentlich Eileen Joyce Rutter (nee Chant) es in ihrem Der Mond der brennenden Bäume. (The grey mane of morning) langsam angehen lässt. Das hat durchaus seine Berechtigung, um die Lebensweise der Steppenbewohner rüberzubringen, aber wer Einstiege a la James Bond mag, braucht hier einen langen Atem.

Die Geschichte dreht sich um Mor'anh (so in etwa eine Mischung aus Winnetou und Conan) und seinen Stamm. Er reitet auf einem Einhorn, spricht mit seinem Gott und ist dazu auserwählt in die Geschichte seines Stammes einzugehen. Mehr noch: Geschichte an sich zu beginnen.
Es fängt an mit einem Konflikt. Die "Goldenen", die in den Städten am Rand der Steppe leben sind seit grauen Vorzeiten die Herren der Khentorei. Wann immer einer der Steppenstämme in der Nähe einer ihrer Städte lagert, fordern sie Felle, Fleisch und manchmal auch eine Frau als Tribut und die Khentorei geben ihnen was sie wollen, da sie es nicht anders gewohnt sind.

Das geht so lange gut, bis eines Tages die junge Priesterin des Stammes gefordert wird. Zum ersten mal seit Jahrhunderten kommt es zu einem längerem Kontakt zwischen den beiden Welten und es fließt Blut auf beiden Seiten. Mor' anh's Vater, der Führer des Stammes wird getötet und Mor'anh beschließt neue Wege zu gehen und den Goldenen die Gefolgschaft zu verweigern. Aber er weiß, dass ihre Speere mit Steinspitzen wenig gegen die Panzer und Metallschwerter der Goldenen ausrichten können. Also reist er nach Jemaluth, einer Stadt, die im Gegensatz zu den Behausungen der Goldenen nicht größtenteils aus Holz, sondern aus Stein errichtet wurde und holt dort die Schwerter und das nötige Wissen, um gegen die Goldenen vorzugehen...

Das Buch wurde 1977 das erste Mal aufgelegt und das merkt man auch, denn Effekthascherei oder superintelligente Story-Entwicklungen fehlen. Gott sei Dank. Dafür hat man eine Geschichte in die man sich gut hineinversetzen kann, vor allem wenn Mor'anh etwas Neues lernt. Was ein Spiegel ist, zum Beispiel. Oder dass die Goldenen ebenso verwundbare Sterbliche sind, wie alle anderen Menschen auch.

Wer nach ein wenig Abwechslung sucht und gute alte Abenteuer-Fantasy ohne blitzeschleudernde Hexenmeister, Orks oder strahlende Paladine aber dafür mit Illustrationen mag, der ist hier richtig.

Was ich so lese