23.08.2007

An den Grenzen der Literatur

Ein paar Beispiele, wie weit man mit der Literatur gehen kann, um Euch ein paar Anregungen oder abschreckende Beispiele zu geben, denn Literatur ist nicht nur ein paar komische kleine Zeichen auf flachem Zeugs.

Da wären Milorad Pavic und Mark Z. Danielewski zu nennen.

Pavic hat ein Buch in Lexikonform mit einer männlichen und einer weiblichen Ausgabe (Das Chasarische Wörterbuch, männliches Exemplar) geschrieben, ein anderes in Kreuzworträtselform und eines, dessen Kapitelreihenfolge sich aus dem Legen von Tarotkarten ergibt.

Von Danielewski habe ich bisher 2 Bücher gelesen: House of leaves und Only Revolutions. House of leaves habe ich ja schon mal besprochen und Only Revolutions ist noch mal eine ganze Ecke durchdachter und konstruierter. Eine Geschichte, die sich durch die Zeit zieht, erzählt von 2 Personen. 36 Zeilen auf jeder Seite, 360 Wörter auf jeder Seite. Jeweils eine Version auf dem Kopf stehend, so dass man das Buch von beiden Seiten beginnen kann. Poetisch, beeindruckend aber auch nicht ganz einfach zu lesen.

Shelley Jackson
schreibt an einem Text, der aus einzelnen, auf die Haut von Freiwilligen tätowierten Wörter besteht.

Und dann habe ich neulich noch die Irren wiederentdeckt, die leipogrammatische Texte schreiben. "Gadsby" von Ernest Vincent Wright hat über 50.000 Wörter aber kein einziges 'e'. Versucht mal eine einzige Seite mit einem sinnvollen Text zu füllen, der auf den Buchstaben 'e' verzichtet und ihr könnt Euch vorstellen, was das bedeutet.

Wenn Ihr weitere Beispiele wie diese kennt, lasst es mich wissen. Auch wenn man selbst nie ein Buch ohne 'e' schreiben wird oder ähnlichen Vorgaben folgen will, ist es doch interessant zu wissen, wo die Grenzen der Literatur im Moment liegen.

Was ich so lese