25.07.2007

Die Enstehung des Repräsentanten von Planet 8. Canopus im Argos: Archive IV

von Doris Lessing

Atmosphäre. Wenn man dieses Buch genießen will, dann muss man sich auf die Atmosphäre einlassen.
Planet 8 ist ein kleines Paradies. Die Bewohner ernähren sich von Obst und Gemüse, das auf einem sonnenverwöhnten Land wächst und kennen weder Mord noch Krieg. Ihre Entwicklung wird geleitet von Canopus, der auch noch andere Planeten betreut. Eines Tages trägt er den Repräsentanten von Planeten 8 auf eine gewaltige Mauer zu bauen, die den gesamten Nordteil des Planeten umschließt. Zuerst weiß keiner warum, aber dann kommt das Eis. Etwas stimmt mit der Bahn des Planeten nicht und so wird es von Jahr zu Jahr kälter auf ihm. Aber Canopus verspricht, die ganze Bevölkerung mit seinen Raumschiffen zu einem besseren Planeten zu bringen. Man muss nur etwas Geduld haben, bis die Vorbereitungen abgeschlossen sind. Die Repräsentanten umrunden die Mauer, dringen bis zum Pol vor und beobachten, wie sich ihr Planet verändert. Das Eis beginnt die Mauer hinaufzuklettern und die hergebrachte Lebensweise beginnt zu verschwinden. Fleisch wird die neue Hauptnahrung und aus den leichten Hütten werden Bunker. Immer höher steigt das Eis und immer lethargischer die Bewohner.

Schließlich beginnt die schützende Mauer zu brechen und es wird klar, dass Canopus sie nicht retten wird. Dennoch will er, dass die Bewohner des Planeten so lange wie möglich ausharren. Als alles vom Eis bedeckt ist machen sich die Repräsentanten ein letztes Mal auf zum Nordpol, wo sie sterben und zusammen mit Canopus und ihrem ganzen Volk auf eine höhere Ebene aufsteigen und zum Repräsentanten von Planet 8 werden.

So weit so gut. In Die Entstehung des Repräsentanten von Planet 8. Canopus im Argos: Archive IV kommen zwar Raumschiffe vor, aber SciFi ist es eigentlich nicht. Das versteht man am besten, wenn man das Nachwort gelesen hat, das eigentlich auch für sich allein stehen könnte. Ich finde man sollte nicht erklären, wie man zu einer Idee gekommen ist und noch mal auf andere Weise darüber schreiben, die diese Idee dann vielleicht auch noch besser rüberbringt.

Das Buch entstand aus der Beschäftigung mit den Polarexpeditionen von Amundsen und Scott. Amundsen war erfolgreich und somit langweilig. Scott ist umgekommen und somit interessant. Sein Verhalten und das seiner Männer ist nur aus der Atmospäre heraus erklärbar, die wenige Monate vor dem 1. Weltkrieg geherrscht hat. Am besten zeigt das glaube ich die Geschichte mit den Pinguineiern. Da haben sich ein paar Männer mitten im Winter aufgemacht um ein paar Pinguineier mit nach England zu bringen. Knapp am sicheren Tod vorbei und im vollen Bewusstsein, dass es eigentlich Irrsinn ist, was sie da tun. Und dann weiß man diese Eier in England nicht mal zu würdigen.

Das Nachwort erzählt von der Faszination der Schriftstellerin, die eigentliche Geschichte erschafft eine Atmosphäre von Kälte und Fatalismus.

Was ich so lese