19.06.2007

Ein Cyborg fällt aus

Jeder kennt Frank Herberts "Dune"-Zyklus. Die meisten die Filme, viele die ersten ein oder zwei Bücher, denen man nachsagt gleich hinter dem Herrn der Ringe zusammen mit der Bibel auf Platz zwei der meistgelesenen Texte zu liegen und ein paar wenige auch die ganze Reihe bis hin zu den Pre- und Sequels von Brian Herbert und Kevin J. Anderson.
Die anderen Bücher Herberts sind dagegen fast unbekannt. Was mich nicht wundert, nach dem was ich bisher davon gelesen habe.
In Ein Cyborg fällt aus. wird ein Kolonieschiff mit einer kleinen aktiven Besatzung und einer Menge Lebewesen im Cryoschlaf auf die Reise geschickt, um einen neuen Planeten zu besiedeln. Sie alle sind Clone, die eigens auf diese Aufgabe vorbereitet wurden. Die Handlung beginnt mit einer Katastrophe: Alle drei Organischen Gehirnzentren, die das Schiff steuern und überwachen sollten sind nacheinander ausgefallen und die einzige Möglichkeit das Schiff sicher ans Ziel zu bringen ist es ein künstliches Bewusstsein zu erzeugen. Die Mannschaft macht sich sofort an die Sache und im Wesentlichen macht sie dabei eines: reden.
Vor allem über das Bewusstsein. So nebenbei bauen sie aus den Schaltungen, die sie dabei haben den "Ochsen", eine Vorstufe zu einem Bewusstsein, der zusammen mit dem Computer und nicht zuletzt mit dem Kommunikationsgerät zu einem denkenden Wesen wird. Zu spät erkennen die Menschen, dass sie das Ding, das sie geschaffen haben nicht mehr abschalten können und auch die Selbstzerstörung nicht mehr funktioniert.
Die Pointe hat dann wieder was: Das erwachte Schiff landet auf dem neuen Planeten und fordert die Menschen auf sich Gedanken zu machen - darüber, wie sie es verehren wollen.
Das Problem des Bewusstseins ist eine interessante Sache, aber leider in diesem Buch nicht. Obwohl Herbert großzügig mit Fremdwörtern um sich schmeißt, dringt man doch nicht zum Kern des Problems vor. Schon allein aus dem Grund, weil das ganze auf den Ochsen übertragen wird und nicht bei den Menschen stattfindet.
Dune-Leser werden aber ein paar mal schmunzeln. Das Buch wurde 1965 als Destination: Void oder Do I Sleep or Wake veröffentlicht, also kurz vor dem ersten Band von Dune. Die Mannschaft in Ein Cyborg fällt aus wurde in Axlotl-Tanks gezüchtet und als sich ein Mannschaftsmitglied mit dem Bewusstsein des Schiffs verbindet, stellt er sich sein eigenes Bewusstsein wie einen Wurm vor.
Fazit: Nur für Hardcore Herbert- oder Bewusstseinsforschungs-fans zu empfehlen.

Was ich so lese