19.06.2008

Frühstück bei Tiffany's [Review]

Ein Romänchen von Truman Capote

So. Capote hatte seine zweite Chance bei mir, jetzt hat er verkackt. Wenn mich nicht jemand von euch vom Gegenteil überzeugen und mir ein wirklich gutes Buch von ihm sagen kann, werd ich es mit ihm erstmal so halten wie mit Böll, Hemmingway und ein paar anderen. Ein Buch von denen im Jahr reicht mir.

Dabei ist es nicht mal schlecht geschrieben und die drei Geschichten, die in dem Sammelband zu finden sind, könnten auch durchaus spannend sein, aber sie haben mich überhaupt nicht angesprochen. Noch nicht mal Holly Golightly hatte eine Chance. Zumindest nicht gegen die Hollywood-Hepburn-Holly, die ich als Maßstab in meinem Kopf habe.

Die Story dürften die meisten kennen, vielleicht ein wenig anders aus dem Film:
ein noch nicht erfolgreicher Schriftsteller (der Erzähler) wohnt im gleichen New Yorker Mietshaus wie die charismatische, verrückte, liederliche, naive, durchtriebene Holly Golightly und verliebt sich in sie wie der Rest der Männerwelt auch. Holly pickt sich die reichen und berühmten heraus und lebt ein leichtes Leben. Einmal in der Woche besucht sie einen netten Gangsterboss in Sing-Sing und gibt für ihn den Wetterbericht an seine Leute weiter. Dieser Besuchsservice bringt Holly in Bedrängnis, da sie sich damit zu einer Informantin im Drogengeschäft macht. Sie flieht nach Rio und der Erzähler sieht sie nie wieder. Allein eine Satue, die ihr ähnelt lässt ihn vermuten, dass es sie später nach Afrika verschlagen hat.
Zuvor taucht noch Hollys Südstaaten-Mann auf, den sie mit 13 geheiratet hat, um sie zurück nach hause zu holen, zieht aber unverrichteter Dinge wieder ab. Hollys Bruder stirbt im Krieg und ein einflussreicher Politiker verlässt sie schwanger, als die Drogen-Sache öffentlich wird. Holly verliert ihr Kind, zerschlägt ganze Wohnungseinrichtungen und wechselt andauernd zwischen ihren zahlreichen Persönlichkeitsfacetten hin und her. Greifbar wird sie nie.

Wie in "Kaltblütig" muss sich der Leser selbst einen Reim auf alles machen, nicht nur darauf, warum sie so ist, sondern auch darauf wie sie eigentlich ist und was man davon halten soll. Capote nimmt sich dabei als Erzähler so weit zurück wie möglich und macht sich damit auch ein wenig überflüssig.

Was ich so lese