08.03.2008

Artzbrýk

Manchmal hat man das Glück auf ein Buch zu stoßen, das einem von der ersten Seite an gefällt. So ging es mir bei "Artzbrýk", einem Fantasy-Roman von Boris Burkhardt.

Vor einiger Zeit sind wir über meine Fortsetzung zu Michael Endes "Die unendliche Geschichte" in Kontakt gekommen und wir haben Material ausgetauscht: Ich meine Fortsetzung von Michael Endes "Die unendliche Geschichte", er die ersten Kapitel zu seinem Roman "Artzbrýk".

Ich mag seine Art zu schreiben. Sie ist klar und facettenreich. Sie zieht den Leser mitten in seine Geschichte hinein, verunklart nichts, lässt aber auch genug Gedankenfreiheit. Vielleicht so ähnlich wie eine gute schwarz-weiß-Fotographie. Außerdem finde ich es faszinierend, wenn eine Geschichte aus der Entwicklung einer Sprache und einer Mythologie heraus entsteht und nicht anders herum.

Aber genug geschwärmt. Lassen wir den Mann selber erzählen:

Auf Vorschlag von Sebastian möchte ich mich und mein "Lebenswerk" im Folgenden kurz vorstellen. Ich heiße Boris, bin 26 Jahre alt, komme aus Südbaden, studiere aber in Mainz auf Magister Sprachen Nordeuropas und des Baltikums sowie Italienisch. Sprachen sind also mein großes Faible.
Der Titel meines Romans steht schon seit fünfzehn Jahren fest. Anfangs war "Artzbrýk" (damals noch exotischer "Arcktsbrykh" geschrieben) eher in der Science-Fiction angesiedelt, beziehungsweise eine utopische Parallelwelt mit Dinos und Citroens und all den Dingen, die ich mir als kleiner Bub wünschte. Um 1998 hab ich dann ernsthaft angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, "Artzbrýk" als Roman zu schreiben. Zuerst dachte ich immer noch an einen fernen Dschungelplaneten, der durch einen Atom- oder biologischen Krieg verseucht wurde und auf dem unsere Helden gegen amphibienartige humane Mutanten kämpfen müssen. (Klingt jetzt plumper als ich es mir damals ausmalte.) Aber mir wurde bald klar, daß ich nicht auf Drachen und Orks und Götter verzichten würde können.

Also entwickelte ich Artzbrýk, "das Reich der Artzen", als Fantasy-Welt im Stile Tolkiens, neben Michael Ende mein großes Vorbild. Sicher war von Anfang an, daß Vampire eine große Rolle im Roman spielen sollten. Ich entwickelte sie als Artzen, als Götter, die (zunächst auf freiwilliger Basis) das Blut der Menschen trinken. Ebenfalls nach Tolkiens Vorbild entwickle ich ein ganzes Universum von seiner Erschaffung bis zum Zeitpunkt, in dem der Roman spielen soll:
Geschichte, Geographie, Kultur, Staatskunde, Philosophie, Legenden und - natürlich - Sprachen.

Mit der Sprache der Artzen fing ich ebenfalls bereits 1998 an. Vielen erzähl ich das nicht, weil die meisten das für spinnert halten, selbst unter meinen linguistischen Kommilitonen. Aber Tolkien ist schließlich auch berühmt geworden damit... *g*

Die Hauptfigur meines Romans lebt in einer Zeit, als die Artzen nur noch Legende sind und die Welt vor dem Umbruch steht. (Irgendwie immer ein beliebtes Thema für Fantasyromane... *g*) Was sie dort alles erlebt, will ich nicht zu früh verraten (größtenteils weiß ichs auch selbst noch
nicht... *g*). Jedenfalls werden Vampire weiterhin eine große Rolle spielen, aber auch Drachen und Orks. Ich hoffe natürlich, daß der Roman nicht zu einem simplen Gut-Gegen-Böse verkommt, wie Sebastian nach dem ersten Probekapitel fürchtete. Vielmehr hoffe ich, daß ich viel von meiner Philosophie, Ideologie, Mentalität und Lebenserfahrung einbringen kann. Mein Wunsch ist es, mindestens so episch wie Tolkien und so philosophisch wie Ende zu schreiben, immer aber mit meiner eigenen Brise Humor. Ein großes Ziel natürlich, aber man soll ja auch dran wachsen...

Lange habe ich nur an der Sprache und der "Bibel" für das Universum gearbeitet; vor zwei Jahren habe ich aber endlich mit dem ersten Kapitel des eigentlichen Romans angefangen. Es wird später allerdings irgendwo in der Mitte des Buches stehen. Es war aber die erste Szene, die ich mir bildlich voll ausgemalt hatte. In den letzten Monaten habe ich auch den Prolog fertiggestellt und arbeite momentan - allerdings recht langsam - am ersten Kapitel.

Was ich so lese