19.09.2007

Rendezvous with Rama

Am Wochenende bin ich über den Flohmarkt geschlendert und bei ein paar Computerspielen hängen geblieben. Auch wenn mir das Herz dabei blutete, habe ich Mokey Island und King's Quest links liegen gelassen, denn wer weiß schon, wie lange der Packen Originaldisketten die Zeiten überdauert? Aber dafür habe ich mirRama - Rendezvous im Weltraum geholt. Das Spiel ist 1996 herausgekommen, 3 Jahre nach Myst, mit dem es öfter verglichen wird. Und der Vergleich ist gar nicht so schlecht.

Das ganze basiert auf einer Kurzgeschichte (Rendezvous with Rama) von Arthur C. Clarke, die später von Gentry Lee fortgesetzt wurde: Auf dem Weg durch das All passiert ein 50 km langer Hohlzylinder die Erde in dessem Inneren eine komplette Welt zu finden ist. Die Astronauten, die die Ebenen und das umlaufende Meer erforschen, finden zwar einiges über die Erbauer heraus, zum Beispiel, dass dieseRama mit biologischen Robotern - Bioten - in Stand halten, aber welchem Zweck Rama dient und wer die Erbauer waren, bleibt im Dunkeln.

Neben The City and the Stars) ist Rendezvous with Rama eines der beeindruckendsten Szenarien von Clarke zu dem man gern immer wieder zurückkehrt.

Das Adventure dazu hat leider einige Mängel. Man trifft zwar immer wieder mit anderen Astronauten zusammen und die haben durchaus ihre Geschichte, aber zwischen den einzelnen Begegnungen klaffen gewaltige Lücken, so dass man sich vorkommt, als würde man nur die Hälfte mitbekommen. Auch die Steuerung ist verwirrend. Besonders im letzten Abschnitt, wo man ständig im Kreis läuft und sich fragt, wo man eine Abzweigung übersehen hat. Denn wie beiMyst hangelt man sich von gerendertem Standbild zu gerendertem Standbild. Das Spiel ist 10 jahre alt, was will man erwarten?

Aber trotzdem steh ich total auf dieses Spiel. Einerseits hat mich die Atmosphäre begeistert, zweitens mag ich kniffelige mathematische Aufgaben, für die man plötzlich im Oktalsystem einer Alienrasse rechnen und Zahlen in Farben übersetzen (das ist für jemanden wie mich, der leicht farbenblind ist wirklich eine harte Nuss!) muss und drittens istClarke ein lustiger Kauz. Er taucht immer auf, wenn man von einem Bioten zerstückelt oder einer Atombombe atomisiert wird und gibt einen schlauen Spruch von sich.

Aber es ist auch irgendwie verständlich, dass das Spiel anders als angekündigt keine Fortsetzung bekommen hat. Ganz einfach, weil es zu schwer ist. Oder vielleicht nicht zu schwer, sondern zu wenig durchdacht. Man bekommt zum Beispiel zwei kleine von Shakespeare inspirierte Roboter zur Hand:Puck und Falstaff, aber zumindest Falstaff hat nur zwei Aufgaben im Spiel und liegt ansonsten im Inventory herum, das gegen Ende hin ziemlich unübersichtlich wird. Und Puck als Hinweisgeber ist auch keine schlechte Idee, aber auf die Dauer wird es zu umständlich ihn jedesmal aus dem Inventory zu holen.

Überhaupt hätte ich mir gewünscht Rama noch weiter erforschen zu können. Die Kulissen sind zwar großartig, aber es mangelt an Bewegungsfreiheit.

Aber für alle Fans von Clarke ein kleiner Trost: Revelations Entertainment plant angeblich einen Film aus dem Stoff zu machen.

Mein Goodie heute:
Die Agentur (2)

Was ich so lese