20.03.2008

Die Augen des Riggers



Ein Shadowrun-Roman von Hans Joachim Alpers

Chummer, Leser, Rollenspieler! Es ist zwar schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte mal die Würfel rollen und die Fetzen fliegen gelassen haben, aber "Die Augen des Riggers" haben echt Spass gemacht. Und das nicht aus nostalgischen Gründen. Nein, ich finde Alpers hat seinen Job richtig gut gemacht, vielleicht an ein paar Stellen ein klein wenig zu dick aufgetragen und für die Zielgruppe ein oder zwei Sex-Szenen zu viel eingebaut und ein literarisches Meisterwerk ist es auch nicht, aber das Buch mach Spass zu lesen und was will man mehr?

Der Roman ist das Mittelstück der "Deutschland in den Schatten"-Trilogie. Was im ersten Band passiert ist kann ich nur den Erinnerungen der Hauptperson, des Deckers "Pandur", alias "Thor Wales" entnehmen. Da ging es um wahnsinnige Magier, Frauen, die unnötig sterben, Cyberware und einen Run auf einen Großkonzern. Und in dem Stil geht es auch weiter.

Pandur hat sich einer Piratentruppe in der verseuchten Nordsee angeschlossen, die in der Nähe der Arcologie Bremerhaven ihr Unwesen treibt. Bei einem Überfall wird er von seiner Kapitänin über's Ohr gehauen und nur mit Hilfe einer magischen Wesenheit gelingt ihm und einem weiteren Piraten die Flucht. Sie landen bei Kultisten, die mit der Wesenheit "Tungrita" im Bund stehen und in einem halb versunkenen Hochhaus vor der Küste leben, werden aufs Festland gebracht, wo sich herausstellt, dass Pandurs Begleiter auch ein krummes Ding mit ihm durchziehen wollte. Pandur kann mit Hilfe einer Orkfrau verhindern, dass er an die AG Chemie ausgeliefert wird und sie landen in Wildost, einer Ponton-Stadt, wo sich der Abschaum von Hamburg einfindet.

Dort wird Pandur für einen Run angeheuert. Er und zwei Partner sollen bei der AG Chemie einsteigen, um brisante Daten zu stehlen. Die beiden anderen werden ihm als absolute Wunderkinder vorgestellt: Eine Decker / Magierin und ein Rigger / Straßensamurai. Noch während der Run anläuft stellt Pandur fest, dass die beiden aber auch ihre Mängel haben. Die Magierin ist nur eine Adeptin und auch mit ihrem Deck nicht besonders gut und der Rigger hat sich mit einer Software für seine Cyberaugen ein Problem eingefangen, dass langsam sein Gehirn zerfrisst. Mehrere Male müssen die anderen mit ansehen, wie er unkontrolliert zu zucken beginnt und um sich schlägt.

Aber sie schaffen den Run ohne allzu große Probleme. Erst als sie wieder zurück im Versteck von GreenWar (GreenPeace nach der Umbenennung) sind, beginnen die wirklichen Probleme: Pandurs Deck ist mit einem Zauber blockiert, der ihn nicht mehr an die erbeuteten Daten herankommen lässt, ihr Schmidt (Auftraggeber) wird von Killerelfen abgeschossen, die Pandur schon aus dem ersten Band kennt und die AG Chemie mobilisiert alle vorhandenen Kräfte.

Über den Umweg einer Elfen-Enklave kommen sie nach Prag, wo angeblich ein Magier lebt, der das Deck wieder entzaubern kann.
Dieser Magier lebt da wirklich, aber er stellt sich als der wahnsinnige Magus aus dem ersten Band heraus, der mit Hilfe des Golems von Rabbi Löw das Deck wieder entzaubert und sich den Datenchip schnappt. Aber damit nicht genug. Wenig später tauchen die Killerelfen auf, töten den Magier und fliehen mit dem Chip.

Der einzig positive Nebeneffekt dieser Begegnung ist es dass, der Rigger versehentlich in den Golem hineinstolpert und Chancen hat dadurch von seiner Krankheit geheilt zu werden. Und einer der Killerelfen bleibt auch auf der Strecke...

Das Buch hat zwei Höhepunkte: Ganz zu Beginn, als Tungrita aus dem Meer auftaucht, ihrem Energiekörper die Wellen und das Schiff der Verfolger einverleibt und die Schlussszene, in der der verrückte Magier die Runner unter Kontrolle hält, während er einen Astralkampf gegen den Geist von Rabbi Löw austrägt.

Leider sind ein paar Schreibfehler mit in den Druck gegangen, die nicht hätten sein müssen, aber zumindest konnte man Holster und Halfter auseinander halten.


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