08.02.2008

Schach von Wuthenow

Eine Erzählung von Theodor Fontane


Uiuiui! Wat komm ick hier nu mit die ollen Kamellen? Hab ich nichts Aufregenderes zu besprechen? Vorschlag: Ihr schickt mir ein Manuskript und ich mach ein enthusiastisches Review darüber. Bis es so weit ist, finde ich Fontane auch nicht so schlecht.

Gut, Fontane kann Holster und Halfter nicht auseinander halten, aber das kann scheint's keiner. Also noch mal: In ein Halfter gehört ein Pferd, in ein Holster eine Pistole. Ist doch gar nicht so schwer. Hoooooolster - Pistooooooole - Revooooolver.

Aber davon mal abgesehen hat's Fonane verdient zur Standard-Schullektüre zu gehören. Und das meine ich sowohl positiv als auch negativ. Seine Sprache ist klar, elegant und vielseitig und er schaut seinen Figuren ganz ganau aufs Maul. Französisch ist für ihn ebenso wenig ein Problem wie Englisch, die Sprache von Hausdienern ebenso wenig wie die von Königen.

Nur mit der traurigen Geschichte von Schach, einem Offizier der preussischen Armee Anfang des 20. Jahrhunderts kann ich ziemlich wenig anfangen. Mir fehlt, was mir auch z.B. bei Kill Bill gefehlt hat: Eine Figur, mit der ich mich identifizieren kann.

Der Schach umwirbt eine Witwe, verkuckt sich aber in einem gefülsduseligen Moment in deren von Blattern verunzierte Tochter. Die beiden wollen sich verloben, die Sache macht die Runde und drei Karrikaturen erscheinen, die den Schach und sein Frauenproblem zeigen.

Der Schach flieht ohne ein Wort zu den beiden Frauen auf seinen Landsitz und die Witwe wird, nachdem Schach sich nicht mehr meldet, beim König vorstellig. Der zitiert seinen Untertanen zu sich, macht ihm klar, dass es das ja wohl nicht sein kann und dass er sich nicht so haben soll und der gute Schach heiratet die Tochter.

Und auf dem Heimweg erschießt er sich.

Ja, richtig gelesen, er erschießt sich, weiß der Geier warum. Klar, damals waren die Zeiten anders - gesellschaftliches Ansehen und so - aber das ist ganau das, was mir das Buch verleidet. Ich komme aus einer anderen Zeit und wenn ich von derlei Suiziden lesen muss, dann löst das bei mir eigentlich nur eine Reaktion aus: Kopfschütteln. Vielleicht hab ich da auch einfach nur keinen Nerv für...

Alles in allem: Gut geschrieben, aber für mich verjährt - nächster Fall, bitte.

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