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09.09.2009

Was ich letzte Woche getan habe

19.11.2008

Das Schwert im Herzen tragen

Ich bin eigentlich überhaupt kein Vereinsmensch. Zumindest halte ich mich nicht dafür. Wenn ihr anderer Meinung seid, sagt es mir ruhig.
Deshalb kann ich mir es auch nicht so richtig erklären, dass ich plötzlich Pressemitteilungen schreibe, eine Zeitung Chef-redakteuriere und Leute frage, ob sie an diesem oder jenem Tag noch Zeit für eine Veranstaltung haben. Arrrgh! Ich hab doch keine Zeit! Ich muss doch Bücher schreiben!
Aber eine alte Weisheit sagt, dass man wenn man etwas lernt, meist auch noch etwas ganz anderes lernt und außerdem macht es Spaß, Spaß mit Leuten zu haben.

Jetzt werdet ihr euch fragen, von was der Kerl da überhaupt spricht und ich will euch nicht länger auf die Folter spannen: von der Modernen Schwertkunst.

Hä?

Nachdem ich vor 3 Jahren aus Regensburg weggezogen bin und somit auch nicht mehr beim Hochschulsport Capoeira machen konnte, habe ich mich nach einer neuen Sportart umgeschaut und bin auf MSK gestoßen.

Es kann mir niemand übel nehmen, dass ich die Jungs und Mädels nachdem ich 3 Jahre lang 2mal die Woche 2-3 Stunden Capoeira gemacht habe, nicht ganz ernst genommen habe, zumal mir die Mischung aus historischen europäischen Kampfkünsten und asiatischen Einflüssen ein wenig seltsam vorkam.

"Ritterschwert goes Kung Fu"? Klingt gut, aber geht das denn?
Mittlerweile bin ich fast drei Jahre dabei, habe im Sommer die Prüfung zum zweiten Grad gemacht und fühle mich so wohl wie ein Fisch im Wasser. Ja, das geht sehr wohl, finde ich.


Was natürlich in erster Linie daran liegt, dass ich mich mit den Leuten, die MSK machen, gut verstehe. Die Sportart ist jung und auch wenn es immer wider Leuten zu viel wird und sie aufhören, triefen der Enthusiasmus und die guten Ideen aus allen Poren.

Letztes Jahr war das Motto auf unseren Jahres-Shirts "Spaß mit Leuten" und Spaß haben wir jede Menge. Leute auch.

Nicht dass wir nicht ernsthaft trainieren und neue (alte) Techniken entwickeln würden, aber bis jetzt zeichnen sich Schwertkünstler vor allem auch dadurch aus, dass sie so vierschieden sind und so unterschiedliche Einflüsse wie Capoeira, Tai Chi, Physiotherapie, Meditation, Ringen, Lord of the weed und Cha-Cha-Cha mit in die Turnhalle bringen.


Im Jugendtraining sind Knirpse, die kaum das Holzschwert halten können und am anderen Ende der Skala wird gerade über ein eigenes Senioren-Training nachgedacht...

Spannende Sache einer neuen Sportart beim Entstehen zusehen zu können.
Den ersten und wahrscheinlich wichtigsten Teil hab ich dabei leider verpasst: die Gründung des Verbandes für Moderne Schwertkunst in Bayern (VMSB) und der zähe Kampf gegen die Bürokratie, der teilweise immer noch nicht abgeschlossen ist.

Aber immerhin: Moderne Schwertkunst ist staatlich als Sportart mit dem Ritterschwert anerkannt. Etwas, das uns von allen anderen Schwertkampfgruppen in Deutschland und vielleicht Europa unterscheidet.
Ob man darauf stolz sein kann, weiß ich nicht, aber es passt ins Bild.
MSK'ler behaupten nicht, nach der reinen Lehre des Mittelalters zu leben, die wahrscheinlich sowieso in weiten Teilen unwiederbringlich verloren ist und sie wollen auch nicht zusammenstückeln, wozu sie gerade Lust haben.

Das Ziel ist es, Techniken zu entwickeln, die sowohl effektiv sind, als auch in sportmedizinischer Sicht unbedenklich.

Klar, bin ich da jetzt nicht objektiv und ich würde auch gerne die Brandreden derer hören, die absolut gar nichts von MSK halten, aber wenn man etwas nach seinen Früchten beurteilen soll, dann sieht es für die Moderne Schwertkunst gar nicht schlecht aus. Rund um München gibt es inzwischen einige Schulen mit steigender Tendenz und auch über Bayern hinaus gibt es die ersten Vereine, die die Sportart anbieten.


Wir haben unser Repertoire an Techniken, sind dabei unsere eigene Schutzausrüstung zu verfeinern und bisher hat sich noch niemand im Training ernsthaft verletzt. Vor allem das letzte soll uns erst mal einer nachmachen.

Und nicht zu vergessen: MSK kann jung und alt, Frauen und Männer, sportlich oder nicht sportlich, Ästheten und Kämpfer von sich überzeugen.

MSK hat sogar mich überzeugt, nachdem ich mir das zwei oder drei Übungseinheiten lang angesehen habe! Und wenn ich jetzt in meinen Texten über einen Schwertkampf schreibe, dann weiß ich, was ich da schreibe. Man lernt, wenn man lernt immer auch etwas anderes.

07.10.2008

Ameland 2008

Ach ja. Unser Fotograf Simon ist zwar noch am Bearbeiten und Zusammenstellen der "offiziellen" Fotos, aber ich hab hier schon mal einen Schnappschuss vom Moderne Schwertkunst-Sommercamp auf Ameland. So wie das auf dem Foto aussieht war es auch:

episch...


From ameland 2008


Achtet nicht auf das eingeblendete Datum, die Kamera macht was sie will...

25.04.2008

Relative Ruhe

Dass ich gerade mal seltener blogge ist hoffentlich die Ruhe vor dem Sturm. Oder wenigstens die Ruhe vor dem Ablegen. Aber zumindest die Ruhe vor Amerang.

Aber eines nach dem anderen.

Pünktlich vor dem Post-Streik (streikt die Post überhaupt? 'tschuldigung, aber ich hab da echt keinen Unterschied bemerkt...) hab ich das neue Manuskript von Ze do Rock zum Probelesen bekommen. Ein dicker Wälzer im Stil eines Wörterbuchs / einer Essaysammlung, der beneidenswert gelehrt und erfahren geschrieben ist, aber einiges an Kürzung verträgt, um richtig durchschlagend zu werden.

Das Ganze dreht sich offiziell um Raucher und solche die es werden wollen, aber das ist nur eine Entschuldigung dass Ze über seine Lieblingsthemen herzieht: Sprachen, Vorurteile, Bürokratie, Mentalitäten in Allgemeinen und deutsche bzw. brasilianische Mentalitäten im Besonderen.

Das Schöne daran ist, dass Ze do Rock (ja, er heißt wirklich so) auf eine unverwechselbare Art und Weise mit der Sprache spielt, die zeigt, dass er sich in nicht nur einer Sprache wohl fühlt wie ein Fisch im Wasser, sondern in vielen. Schreibt er zum Beispiel über die USA, dann wimmeln seine Sätze nur so vor Anglizismen, englischer Graphematik und Grammatik - und man versteht es trotzdem noch (zumindest meistens). Und als ein Mensch, der beinahe alle Länder dieser Erde bereist hat, kann er natürlich nicht nur über die USA aus dem Nähkästchen plaudern...

Und selbst wenn er über Deutschland schreibt hat er seine eigene Sprache: ultradoitsh, eine vereinfachte und logischer gemachte Variante der Sprache, mit der wir uns seit der Grundschule rumärgern.

So wird das Buch nie langweilig. Es ist manchmal nicht ganz einfach zu lesen, aber gerade das finde ich gut.

Es wird noch eine Weile dauern, bis das Buch erscheinen wird, aber ich halte Euch auf dem Laufenden.

Apropros auf dem Laufenden: Von Norman Spinrads Vampirfilm "VampireJunkies", der seit Anfang dieses Jahres in Berlin gedreht werden sollte, hört und sieht man nichts neues. Wahrscheinlich haben sich einfach zu wenig Sponsoren für das Projekt gefunden...

Punkt 2:
Heute abend werde ich mich auf den Weg nach Amerang machen. Amerang ist eine kleine Stadt JWD (berlinerisch: Janz weit draußen) im Südosten Deutschlands, besitzt ein paar versteckte Schmuckstücke der Architektur und ist regelmäßig Treffpunkt für den großen Lehrgang der Modernen Schwertkunst.

Ich bin vor einiger Zeit auf die Sportart gestoßen, nachdem für mich Schluss war mit Studieren und Hochschulsport-Capoeira und ich mir was neues suchen wollte. Zugegebenermaßen war ich anfangs ein wenig skeptisch. Macht es Sinn mittelalterliche Kampftechniken mit dem 1 1/2-Händer mit asiatischen Elementen zu verbinden?
Ich bin davon ausgegangen, dass es per se besser ist der reinen Lehre zu folgen und das nachzumachen, was in den Fechtbüchern aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit vorgemacht wird, als ost und west, alt und neu zusammenzubringen. Aber das hieße mehrere Jahrhunderte an Erfahrung und Entwicklung zu ignorieren.
In Europa hat der Kampf mit dem "klassischen" Ritterschwert den Platz zu Gunsten von Florett, Degen und Co. frei gemacht und wenn man nicht wieder beim Stand von vor einigen hundert Jahren anfangen will (was aber durchaus ein legitimer Weg ist) bleibt eigentlich nur sich in Asien umzusehen. Oder wie viele Afrikanische Kampfsportarten gibt es? Bestimmt ein paar, aber ich weiß grad keine.
Außerdem versteht sich die Moderne Schwertkunst als Sportart wie andere ganz normale Sportarten auch und einiges was die Kerls früher so getrieben haben, um sich im Schwertkampf zu übern, ging ganz schön auf die Knochen. Aber die waren einem wahrscheinlich egal, wenn man dafür den Kopf auf den Schultern behalten konnte.

Also: Ungesunde Verrenkungen raus und asiatische Elemente rein. Man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran und ich war schon nach zwei oder drei Trainings kein Skeptiker mehr.
Hinzu kommt das relativ geringe Alter der Modernen Schwertkunst. Die Grundlagen wurden gelegt, die Moderne Schwertkunst ist eine vom Staat anerkannte Sportart und mit dem VMSB gibt es zumindest schon in einem Bundesland einen Dachverband, der regelmäßig Veranstaltungen wie Schulungen und Lehrgänge organisiert.
Aber wer was in die Sportart einbringen möchte, wird ermutigt das zu tun. Ich werde am Wochenende zum Beispiel das Aufwärmen mit Capoeira gestalten.
Was Capoeira mit Schwertkunst zu tun hat? Auf den ersten Blick gar nichts, aber wir sind offen für alles.

Wer keine Angst davor hat was altes neues auszuprobieren findet auf der Seite der Modernen Schwertkunst die Termine und Orte von Trainings und Veranstaltungen. Und ich werd nächste Woche wieder soooo einen Muskelkater haben...

So und jetzt zu meinem letzten Punkt für heute: Nach der Buchmesse in Leipzig habe ich Antwort von einem Verlag bekommen, der Interesse an einem von meinen Manuskripten hat. Und da die Mails und die Telefonstimme nett klangen und bisher noch niemand Geld von mir haben wollte, freue ich mich auf das erste Mai-Wochenende und das Gespräch von Auge zu Auge. Oder von Verleger zu hoffentlich-bald-Schriftsteller.

Egal wie's ausgeht, ich halte euch auf dem Laufenden.

01.10.2007

Juhuu, juhuu, juhuu

Juhuu, die erste: Seit gestern ist es offiziell und ich Gewinner des Elbenohren-Wettbewerbes von Susanne Gerdom. Danke an Kater Anton und natürlich Danke an Susanne. Sie wird mich fantasyfizieren und dann dergestalt in ihr nächstes Buch einbauen. Ich bin ja schon so gespannt, das wird sicher lustig.

Juhuu die zweite: Heute habe ich nach etwas Hin und Her meine Praktikumsverlängerung von der Werbeagentur bekommen bei der ich gerade arbeite. Das heißt ich darf erstmal einen Monat länger auf meinem Mac Werbung für Microsoft machen und auch ansonsten kreativ sein. Überhaupt scheine ich nicht der einzige angehende oder tatsächliche Schriftsteller zu sein, der seine Brötchen in der Werbebranche verdient. Typischerweise geht dem ein (meist abgebrochenes) Studium der Kunstgeschichte und / oder Germanistik, Anglistik, Philosophie oder Geschichte voraus also falls es euch so geht wie mir und es euch nicht schon als kleiner Drache klar war, dass ihr Feuerwehrmann werden wolltet, dann denkt mal drüber nach Werbetexter zu werden. Mit ein bissi Glück findet ihr auch eine Agentur, die euch nicht ausbeutet.

Juhuu die dritte: Ich hab den Moderne Schwertkunst - Herbstlehrgang überlebt. Wieder mal. Mit allen Fingern, minimalen Blessuren, nicht ganz maximalem Muskelkater und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck. Was mich zu einer Übung bringt, die man auch auf das Schreiben anwenden kann: Mentales Training.

Ich habe eine kleine Übung entworfen, die ich "Wo ist die Uhr?" nenne.
Wenn ihr eine Szene schreibt ist euch wahrscheinlich von Anfang an klar, wie sie auszusehen hat. Und selbst wenn nicht, dann reimt sich der Leser schon zusammen, wie er sich das Ganze vorzustellen hat. Aber mit der einfachen Frage, wo die Uhr ist (oder auch ein beliebiger anderer Gegenstand) könnt ihr euch wirklich in die Szene hineinversetzen. Das ist am Anfang mühselig, denn man muss im Kopf immer wieder das Bühnenbild aufbauen, und manchmal auch überflüssig, aber man entdeckt vieles, das einem zuvor entgangen wäre. Vor allem gewinnt das Beschriebene an Anschaulichkeit hinzu. Also: Alltäglichen Gegenstand aussuchen. Ihn in der Szene suchen und finden. Losschreiben.

Mein Give-Away heute: Nur Ochs und Esel, eine Weihnachts-Kurzgeschichte, die ich mal für einen Wettbewerb geschrieben hatte.

Was ich so lese